Laden...
Rudendorf

Der Landrat sieht im Glauben "einen wichtigen Anker"

Der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gleise-nau hatte anlässlich des Jubiläums "500 Jahre Reformation" den Landrat zu einer Kanz...
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gleise-nau hatte anlässlich des Jubiläums "500 Jahre Reformation" den Landrat zu einer Kanzelrede in die evangelische Michaelskirche in Rudendorf eingeladen. Wilhelm Schneider (CSU) aus Maroldsweisach bekam das gleiche Thema, zu dem auch die Bundesabgeordnete Dorothee Bär im April gesprochen hatte und das auch noch Bayerns Justizminister Winfried Bausback am Sonntag, 8. Oktober, in Eltmann behandeln soll: "Was mir am Protestantismus schmeckt und woran ich zu kauen habe."
Die Kanzelrede des Landrats dauerte nach den Angaben der Kirchengemeinde annähernd 30 Minuten. Dem Landrat gelang es, die Aufmerksamkeit der Hörer und Hörerinnen während der gesamten Zeit wachzuhalten, obwohl es, wie er einräumte, ihn gehörig ins Schwitzen brachte, von einer Kanzel zu sprechen, auf der sonst Pfarrer predigen. Schneider eröffnete seine Rede mit der Geschichte "Die Farbe des Lichtes" und brachte damit seine Grundeinstellung zum Ausdruck: "Wir alle sind Christen und legen im Glauben Zeugnis ab für Jesus Christus und sein Evangelium - ganz gleich, welcher Konfession wir angehören." Die Unterschiede zwischen den christlichen Konfessionen könnten auch Bereicherung sein, sagte der Landrat. Er führe mit seiner Frau eine konfessionsverbindende Ehe. Es sei für ihn ganz normal, dass er katholische Gottesdienste besuche und beispielsweise auch an Wallfahrten teilnehme.
In großer Offenheit ließ der Redner, wie aus der Mitteilung der Kirchengemeinde weiter hervorgeht, die Gottesdienstgemeinde an seinem Weg mit der Kirche bisher teilhaben, vom Gottesdienstbesuch als Kind mit den Eltern über den kirchlichen Kinderchor hin zur Konfirmation, ein ihn prägendes Erlebnis, und zum Besuch einer Jugendgruppe. Der Landrat sagte weiter: "Mit dem Älter- und Reifer- Werden hat sich mein Verhältnis zu Kirche wieder verändert. Es wurde intensiver. Heute kann ich sagen: Mein Glaube ist mir im Leben ein wichtiger Anker."
Er gehört seit 17 Jahren dem Kirchenvorstand seiner Heimatgemeinde Maroldsweisach an, ist Mitglied im Verwaltungsrat des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim und in der Betreuung Behinderter tätig.


"Ich finde es auch gut ..."

Schneider zählte auf, was ihm persönlich am Protestantismus schmeckt. Er nannte die Lebendigkeit und Vielfältigkeit evangelischer Gottesdienste, die Predigt als Mittelpunkt des Gottesdienstes, die Mitbestimmung und Mitwirkung der Christen auf allen Ebenen und wörtlich: "Ich finde es auch gut, dass Pfarrer heiraten dürfen."
Großes Lob zollte der Kanzelredner der Kirchengemeinde Gleisenau, als er sagte, Luther hätte seine wahre Freude an der Kirchengemeinde Gleisenau, die sich fröhlich, selbstkritisch und zeitgemäß präsentiert.
Es gebe aber auch Dinge, an denen er zu kauen habe. Ihm fehle in der evangelischen Kirche das Widerständige. Da sei die katholische Kirche etwas standhafter, meint er. Als Beispiel nannte der Landrat die Abschaffung des Buß- und Bettages als gesetzlichen Feiertag 1994.
Zusammenfassend stellte der Kanzelredner fest, dass der Protestantismus aus vielen Leckerbissen bestehe, aber auch aus manchen Brocken, die man gut kauen müsse.
Im Anschluss nahmen Martin Luckhardt aus Neubrunn und Pfarrer Volkmar Gregori den Landrat ins "Kreuzverhör". Die Gottesdienstbesucher hatten dazu auf Kärtchen Fragen und Anmerkungen zur Kanzelrede aufgeschrieben. Gregori fasste zusammen, was auf vielen Karten zum Ausdruck gebracht wurde. Die Rede sei gut protestantisch gewesen, denn der Landrat habe Zeugnis für Jesus Christus und die Sache der Kirche abgelegt. Jemand schrieb: "Eine super Kanzelrede. Vielen Dank dafür!" Ob es um die "Ehe für alle" ging, darum, wie die eigenen Kinder getauft seien, wie Christsein mit dem Amt des Landrates zusammenpasse oder was das Protestantische "allein aus Gnade" für sein Leben bedeute, der Landrat stand gerne und überzeugend Rede und Antwort. red

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren