Breitbrunn

Der Landkreis soll blühen

Schön für die Augen und gut für die Bienen: Nicht nur auf öffentlichen Flächen wie heuer, sondern auch in privaten Gärten soll es 2019 grün und bunt zugehen
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Kreisfachberater Johannes Bayer und Bürgermeisterin Gertrud Bühl stellten den neuen Flyer an der Blühfläche der Gemeinde Breitbrunn, die Projektträgerin der Aktion "Blühender Landkreis" ist, vor. Foto: gg
Kreisfachberater Johannes Bayer und Bürgermeisterin Gertrud Bühl stellten den neuen Flyer an der Blühfläche der Gemeinde Breitbrunn, die Projektträgerin der Aktion "Blühender Landkreis" ist, vor. Foto: gg

Ein großes Blühangebot für Bienen, Hummel, Schmetterlinge & Co bereitzustellen war das Ziel des Leader-Projektes "Blühender Landkreis" auf öffentlichen Flächen von Gemeinden in diesem Jahr. Nun möchte man diese Aktion in einem nächsten Schritt auch auf den Privatbereich ausdehnen.

Dazu wurde der Flyer "Blüten(t)raum" aufgelegt und vorgestellt, der Tipps zur Anlage und Pflege von privaten Blühflächen und Nistgelegenheiten enthält und in den Gemeindeverwaltungen erhältlich ist.

21 Kommunen aus dem Landkreis Haßberge hatten sich an diesem Projekt mit 126 Flächen beteiligt, wobei die größte Fläche 5000 und die kleinste zehn Quadratmeter groß war. Hintergrund der Aktion war die Erkenntnis, dass Insekten und Bienen für das natürliche Gleichgewicht unersetzlich sind. Sie brauchen aber Nahrung.

Runder Tisch

An einem runden Tisch hatten sich Imker, Bauern, Vertreter der Obst- und Gartenbauvereine, der Bund Naturschutz sowie Vertreter der Kommunen und des Regionalmanagements zusammengesetzt, um das gemeinsame Projekt "Blühender Landkreis" zu entwickeln.

Der Kreisfachberater Johannes Bayer vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege nannte dabei als vorrangiges Ziel, diese Problematik ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

In den letzten Tagen und Wochen konnte man sich davon überzeugen, dass die Blühflächen ihre Wirkung und Anziehungskraft nicht verfehlten. Natürlich hätten aber auch der heiße Sommer und die Trockenheit dafür gesorgt, dass nicht alle Flächen so erblühten, wie man es sich gewünscht hatte.

"Den Wirkungsgrad wollen wir aber insofern vergrößern, dass wir nun die Bürger dazu ermuntern wollen, auf ihren Flächen oder im eigenen Garten solche Blühflächen anzulegen mit Pflanzen, die auch im Hochsommer blühen und so die blütenarme Zeit ab Juni überbrücken", betonte Kreisfachberater Johannes Bayer bei der Vorstellung des neuen Flyers in Breitbrunn. In dieser Zeit stünde den blütenbesuchenden Insekten nur relativ wenig Nahrung in der oft intensiv genutzten Kulturlandschaft zur Verfügung.

Die bisher angelegten Pilotflächen könnten für die Bürger Anschauungsobjekte seien, aus denen man lernen und positive Beispiele für den eigenen Garten oder auch auf Randflächen in der Landwirtschaft übernehmen könnte. Bayer stellte an der Blühfläche in Breitbrunn den Flyer vor, der sich mit den Themen Blühwiesen anlegen, Umwandlung von Rasen in Blumenwiesen, Auswahl des Saatgutes, Aussaat, Pflege sowie Insektenhotels und Nisthügel befasst.

Die richtige Fläche

Zur Anlage müsse man aber eine Fläche auswählen, die nicht intensiv genutzt werde. Flächen wie Spielrasen seien ungeeignet, denn Blumenwiesen seien relativ trittempfindlich. Ebenso sollte die Fläche möglichst sonnige und nährstoffarme Verhältnisse aufweisen.

Bei der Auswahl des Saatgutes sollte man gebietsheimische Arten, ohne Weiß- und Rotklee, verwenden. Im Handel gebe es auf die Bodenart zusammengestellte Blumenwiesenmischungen mit unterschiedlichen Anteilen an Kräutern und Gräsern. Bei einigen Anbietern könne man sich seine Mischung individuell zusammenstellen lassen, und es gebe sogar eine eigene Mischung "Blumenwiese Haßberge". Näheres könne man auf der Internetseite www.hassberge.de/bluehender-landkreis lesen.

Frühjahr oder Herbst

Als bester Aussaatzeitpunkt habe sich Mitte bis Ende April oder jetzt der Herbst herausgestellt. Bei den Herbstaussaaten sei Beregnung meist nicht nötig, aber im Frühjahr müssten die Flächen dann zwei bis drei Wochen feucht gehalten werden.

Der Kreisfachberater erinnerte daran, dass die diesjährige Aktion der Anlegung von Blüh-flächen rund 70 000 Euro gekostet habe, die mit 60 Prozent über Leader gefördert wurden. Den Rest hätten sich die Gemeinden und der Landkreis geteilt. Die Abrechnung erfolge über den Projektträger Gemeinde Breitbrunn. Wenn nun auch noch im Privatbereich viele Blühflächen dazu kämen, würde sich diese Investition gut verzinsen.



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