Herzogenaurach

Der Kontakt zur Natur gibt Kraft für das eigene Leben

Herzogenaurach — Das Männerforum der evangelischen Kirche lernte die WAB Kosbach kennen. Die Besucher waren, wie sie jetzt mitteilen, sehr beeindruckt von dieser sozialen Einrichtu...
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Beeindruckend ist der schöne Nutzgarten der WAB Kosbach, fanden die Besucher aus Herzogenaurach. Foto: privat
Beeindruckend ist der schöne Nutzgarten der WAB Kosbach, fanden die Besucher aus Herzogenaurach. Foto: privat
Herzogenaurach — Das Männerforum der evangelischen Kirche lernte die WAB Kosbach kennen. Die Besucher waren, wie sie jetzt mitteilen, sehr beeindruckt von dieser sozialen Einrichtung, die auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt weitere Kreise zieht.
WAB bedeuet Wohnen-Arbeiten-Befähigen und ist eine gemeinnützige GmbH und seit Mai 2015 Mitglied im Landesverband der Lebenshilfe. Sie besteht seit 1984 und ist eine vollstationäre Langzeiteinrichtung mit soziotherapeutischer Betreuung für psychisch erkrankte Menschen nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe".
Zurzeit wohnen 120 Personen in Gemeinschaftshäusern der WAB stationär nicht nur in Kosbach/Erlangen, sondern auch verstärkt im Landkreis Erlangen-Höchstadt.
In Adelsdorf befinden sich in zwei Häusern Wohngruppen der WAB mit stationärer Betreuung, in Höchstadt mittlerweile in fünf Häusern. Dort ist auch ein Büro der WAB eingerichtet. Als Inklusionsprojekt ist ein Begegnungscafé geplant mit vornehmlich jüngeren zu betreuenden Personen.
Kernpunkt des therapeutischen Arbeitens ist in Kosbach der "Grüne Bereich". Er umfasst Landwirtschaft (Getreide, Kartoffeln, Obst), Gartenbau, Tierhaltung (Hühner, Gänse, Enten, Ponys, Bienen) und Waldarbeit. Hier arbeiten auch Bewohner der WAB-Häuser aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt. Das Männerforum der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenaurach traf am Dienstag in Kosbach den Leiter des "Grünen Bereichs", Christoph Reichert. Er zeigte bei einem Rundgang die Nutzungsformen und Arbeitsfelder. Die Teilnehmenden an der Arbeitstherapie erkennen beim Umgang mit Pflanzen und Tieren ihr eigenes Entwicklungspotenzial, finden zu Selbstbewusstsein und spüren "Boden unter ihren Füßen". Im Garten kann man nachempfinden, wie Arbeit mit den Händen in der Erde und mit Pflanzen psychisch Belasteten Erdung verschafft.
/>Die geernteten Erzeugnisse dienen der Eigenversorgung. Überschüsse werden im Kosbacher Hofladen verkauft. Es gilt jedoch konsequent der Grundsatz, dass nicht der Ertrag, sondern der Mensch im Vordergrund steht. Die WAB Kosbach ist mit ähnlichen Einrichtungen zum Netzwerk Soziale Landwirtschaft zusammengeschlossen. Die Gartenarbeiter übernehmen im Übrigen, erfuhren die Herzogenauracher, auch Auftragsarbeiten in der Garten- und Landschaftspflege bei Privatpersonen oder Einrichtungen (Pfarrgemeinden). In dem in der WAB Kosbach gedrehten Film "Mit sich selbst im Grünen sein" beschreiben dort Arbeitende ihre Schicksale. red



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