Herzogenaurach

Der Knecht, der in der Krone sitzt

Die Siebenbürger Sachsen pflegen mit einem Fest in den Weihersbachanlagen ihre Traditionen.
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Bereits das 20. Kronenfest wurde am Sonntag in den Weihersbachanlagen von Herzogenaurach gefeiert. Ausgerichtet wird das Fest von den Siebenbürger Sachsen in Herzogenaurach.

Wie deren Vorsitzender Gerhard Berner in seiner Begrüßung erläuterte, geht das Brauchtum auf das letzte große Fest an Johanni (24. Juni) oder Peter und Paul (29. Juni) zurück, das vor der anstrengenden Erntezeit gefeiert wurde.

Das Fest begann mit einer kirchliche Andacht auf dem Festplatz um 12 Uhr. Ab 14 Uhr war der Aufmarsch der Trachtenpaare angesagt. Mitwirkende waren, gemeinsam mit der Siebenbürgischen Volkstanzgruppe Herzogenaurach, die Siebenbürgische Kindertanzgruppe Nürnberg sowie die Siebenbürgische Kinder- und Jugendtanzgruppe Herzogenaurach. Als Gäste waren die Tanzgruppe der Banater Schwaben in Ingolstadt mit dabei, die Volkstanzgruppe Kirchfembach-Puschendorf und Mitglieder der Schlesischen Spinnstube Herzogenaurach um Christiane Webert. Für den richtigen Ton sorgte die Siebenbürgische Blaskapelle Nürnberg.

Nach der Begrüßung durch Gerhard Berner und den Grußworten erklomm Altknecht Martin Faff den Kronenbaum, um in der Krone seine Rede an die Anwesenden zu richten. Faff wurde auch in diesem Jahr mit einem Seil beim Aufstieg gesichert. Für die anwesenden Kinder waren die Süßigkeiten, die er für sie herunterregnen ließ, vermutlich das wichtigste Ereignis des Tages. Nach dem Abstieg konnte er mit seiner Altmaid Stephanie Thieß einen Ehrenwalzer tanzen, genauso wie Jungknecht Tom Finke und Jungmaid Isabell Sofie Krempels.

Der Baum war schon am Samstag aufgestellt worden, genauso wie die Kinderkrone. Über ein Metallgestell werden Eichenbuschen befestigt und Blumensträuße eingebunden. Für das Binden der beiden Kronen zeichnete die "Nachbarschaft Herzogenaurach" verantwortlich. Derartige Gemeinschaftshilfen gab es schon in Siebenbürgen, sie sorgten für ein gutes Zusammenleben auch in Notsituationen.

Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Baum aufgestellt, der etwas kürzer ist als das vorherige Exemplar. Der neue Baum wurde von Walter Nussel aus Burgstall gesponsert.

Abgerundet wurde das Fest mit Tanzdarbietungen auf dem Podium im Weihersbach. Danach konnten die Anwesenden ihre Tanzkünste ausprobieren. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt, es gab Mittagessen vom Grill und zur Kaffeezeit wurden Siebenbürger Spezialitäten wie Baumstriezel, Mici und Hanklich angeboten.

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