Coburg

Der Kfz-Handel und die Autowende

Wie sieht die Zukunft des Autos aus? Hat der Verbrennungsmotor noch eine Chance oder fahren wir künftig alle elektrisch oder mit Wasserstoff? Bei den Antworten auf diese Fragen hat man bisher in erste...
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Die Arbeit in den Kfz-Werkstätten wird sich in Zukunft stark ändern, prophezeit Prof. Georg Roth von der Hochschule Coburg. Symbolbild/Pixabay
Die Arbeit in den Kfz-Werkstätten wird sich in Zukunft stark ändern, prophezeit Prof. Georg Roth von der Hochschule Coburg. Symbolbild/Pixabay

Wie sieht die Zukunft des Autos aus? Hat der Verbrennungsmotor noch eine Chance oder fahren wir künftig alle elektrisch oder mit Wasserstoff? Bei den Antworten auf diese Fragen hat man bisher in erster Linie die Automobilhersteller im Blick. Doch welche Folgen haben die technologischen und ökonomischen Entwicklungen für den Kfz-Handel und die Werkstätten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Georg Roth von der Hochschule Coburg.

Der Betriebswirt lehrt und forscht in der Fakultät Maschinenbau und Automobiltechnik. In einem Forschungssemester beschäftigte er sich jetzt intensiv mit den Folgen des Transformationsprozesses in der Automobilbranche. Und er nahm dabei insbesondere den mittelständisch strukturierten, handwerklich geprägten Kfz-Handel und den Kfz-Service in den Blick.

Weniger Arbeit in den Werkstätten

Georg Roth prognostiziert: "Durch die neuen Assistenzsysteme in den Autos wird es in Zukunft weniger Auffahrunfälle und damit verbunden weniger Arbeit in den Werkstätten geben." Außerdem stellt er fest: "Die Kunden wollen beim Autokauf immer mehr ,Rundum-Sorglos-Pakete‘, die neben den Garantieleistungen auch die Versicherung, die Wartung und den Verschleiß des Fahrzeugs in einem Festpreis umfassen." Damit gewännen die Autohersteller, aber auch die Versicherer mehr Einfluss auf die Preisgestaltung der Kfz-Werkstätten, wenn es um Reparatur und Service geht.

Eine weitere Herausforderung für die Werkstätten sieht der Kfz-Experte Roth im technologischen Wandel. Künftig brauchen sie zusätzliches Know-how für den Service und die Reparatur von Elektro- und Wasserstoffautos. Das heißt, sie müssen ihre Mitarbeiter für die neue Technik schulen. Diese Technologie-Offenheit sei für die regional verankerten handwerklichen Kfz-Betriebe wichtig. Gleichzeitig betont Roth aber: "Der Kfz-Handel und die Werkstätten werden derzeit bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle wettbewerbsrechtlich behindert." Grund dafür sei die von der EU vorgegebene Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (Kfz-GVO). "Diese Verordnung regelt die Beziehungen zwischen den Herstellern und den Händlern, und sie ist stark auf die Belange der großen Automobilkonzerne ausgerichtet. Sie schränkt die Servicebetriebe ein und hindert sie daran, ihre Unternehmen weiterzuentwickeln." Verantwortlich für die Kfz-GVO sei die EU-Wettbewerbsbehörde. Da die aktuelle Verordnung im Jahr 2023 ausläuft, hofft Roth, dass in einer Neuauflage die Interessen der Kfz-Servicebetriebe stärker Beachtung finden. "Nur so können auch in Zukunft die Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben und die Kunden eine ortsnahe Versorgung bekommen." red

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