Oberschwappach

Der Kasper aus dem Steigerwald

Der Oberschwappacher Oti Schmelzer wirkte zum zehnten Mal in Folge bei der Fernsehfastnacht in Franken mit.
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Oti Schmelzer war diesmal als Kasper auf der Bühne und begeisterte mit seiner Wortakrobatik und seinem fränkischen Humor.  Foto: Christian Licha
Oti Schmelzer war diesmal als Kasper auf der Bühne und begeisterte mit seiner Wortakrobatik und seinem fränkischen Humor. Foto: Christian Licha

Christian Licha "Schaggalagga-Helau!" Mit seinem legendären Schlachtruf und dieses Mal als Kasper verkleidet war Oti Schmelzer wieder dabei, als es hieß: "Fastnacht in Franken" feiert 33. Geburtstag. Bereits bei der Generalprobe am Donnerstag in Veitshöchheim brachte der Humorist aus Oberschwappach die gut 600 Gäste im Saal zum Lachen und erntete einen Riesen-Applaus für seine einzigartige Darbietung. Am gestrigen Freitagabend sah ihn in der Livesendung des Bayerischen Rundfunks ein Millionenpublikum an den Fernsehgeräten in ganz Deutschland und darüber hinaus.

Mit seiner überdimensionalen Zipfelmütze, Fingerspielpuppen am Kragen und seinem umgeschnallten Akkordeon zog der Oberschwappacher schon die Lacher auf seine Seite, als er mit Tri-tra-trullala auf die Bühne zog. "Als Kasper muss man immer lustig sein. Das geht aber nicht immer, denn ich bin Clubfan", bekannte sich Oti Schmelzer als Anhänger des 1. FC Nürnberg. Deshalb sagte er auch neulich beim Einkaufen auf die Frage der Verkäuferin, ob er Punkte sammele: "Nein, ich bin Clubfan."

Natürlich wurde auch die hohe Politik aufs Korn genommen, wie zum Beispiel Ministerpräsident Markus Söder: "Der ist so grün wie der brasilianische Regenwald nach einem zehnjährigen Monsum-Regen."

Begeisterungsstürme lösten seine musikalischen Einlagen in Reimform aus. Natürlich durfte dabei auch ein kleiner Seitenhieb auf die Oberpfälzer nicht fehlen, die seit Jahren mit der "Altneihauser Feierwehrkapelln" in Veitshöchheim Asyl gewährt bekommen: "Die Dürre ist vorbei, es beginnt mit dem Regen die Meckerei. Gott sprach, es regne Hirn, aber die Oberpfalz hatte einen Schirm."

Bereits im Jahr 1999 hatte Oti Schmelzer seinen ersten Fernsehauftritt bei "Fastnacht in Franken". Danach folgten einige Engagements bei der "Närrischen Weinprobe", ebenfalls eine Faschingssendung des Bayerischen Rundfunks. Und seit 2011, also jetzt zum zehnten Mal in Folge, stand der 59-Jährige ohne Unterbrechung wieder auf der Bühne der Kultsendung in Veitshöchheim.

Wie gelingt es Oti Schmelzer immer wieder, neue Einfälle für die Auftritte zu haben? Der "Multifunktionsfranke" lüftete in einem Pressegespräch das Geheimnis und zog aus seiner Hosentasche ein kleines Heftchen hervor: "Immer wenn mir was einfällt, schreibe ich es da hinein, ganz analog."

Seine Fantasie wird auch durch sein bisheriges Leben angeregt. So hatte er in seiner Berufslaufbahn viele Anstellungen, wie zum Beispiel als Elektriker, Gärtner, Hausmetzger oder Funker bei der Bundeswehr. Dabei zog er durch ganz Franken und lernte die Menschen und die Eigenheiten der einzelnen Landstriche kennen. Auch in seinem jetzigen Hauptberuf als Straßenwärter bei der Autobahnmeisterei in Knetzgau kommt er mit vielen Menschen in Kontakt und erlebt die eine oder andere lustige Anekdote.

Hat Oti Schmelzer nach all den Jahren an Bühnenerfahrung immer noch Lampenfieber vor einem Auftritt? Mit einem ganz klaren "Ja" beantwortet er diese Frage. Er weiß nämlich nie im voraus, wie das Publikum auf die Gags reagiert. Vor dem Auftritt hat Oti Schmelzer seine Rituale. So betet der religiöse Mensch vorher und auch autogenes Training oder Atemübungen helfen ihm dabei, dass nicht die Nervosität die Oberhand gewinnt.

"Es geht noch besser"

Nach dem Auftritt sagt sich Oti Schmelzer immer selber: "Es geht noch besser." Die Generalprobe ist immer sehr wertvoll für ihn, denn danach kann er an den Stellschrauben noch einmal drehen und das eine oder andere verbessern. Euphorisch ist er nie nach einem Auftritt, räumt der Ur-Franke ein.

Auch eine Abordnung aus Sand konnte einige der heiß begehrten Karten für die Generalprobe ergattern. Die ehemalige Weinprinzessin Elisabeth Goger konnte zusammen mit ihrer ganzen Familie und dem Winzer Rudi Ruß das Geschehen auf der Bühne in Veitshöchheim hautnah verfolgen. "Besonders freuen wir uns, dass der Oti aus unserem Heimatlandkreis dabei ist. Er ist einfach spitze", freuten sich die Sander.

Nach der Livesendung am gestrigen Freitag zeigt das Bayerische Fernsehen Wiederholungen der Sendung am 15. Februar ab 20.15 Uhr und am 25. Februar ab 12.15 Uhr. Wer Oti Schmelzer live erleben möchte, kann eine der Vorstellungen auf seiner hauseigenen "Bescheuerten Weindunstbühne" in Oberschwappach besuchen. Auch zwei CDs mit seinem Programm hat der Komiker aufgenommen.

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