Coburg

Der HSC setzt auf Jugend

Finanziell geht es dem Verein besser. Nun hat er den Nachwuchs verstärkt im Blick.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der HSC 2000 Coburg will nicht nur über den Profisport definiert werden. So liegt ein Schwerpunkt auch auf der Jugendarbeit - unser Foto zeigt die erfolgreiche C-Jugend, als sie jüngst einen Derbysieg über HaSpo Bayreuth feiern konnte. Foto: Andreas Kücker
Der HSC 2000 Coburg will nicht nur über den Profisport definiert werden. So liegt ein Schwerpunkt auch auf der Jugendarbeit - unser Foto zeigt die erfolgreiche C-Jugend, als sie jüngst einen Derbysieg über HaSpo Bayreuth feiern konnte. Foto: Andreas Kücker

Wolfgang Desombre Wo steht der HSC gesellschaftlich? Ist der HSC auf dem richtigen Weg? Die Sportförderung durch die Stadt Coburg sei weniger geworden, obwohl die Jugendarbeit von allen Vereinen sehr engagiert ehrenamtlich betrieben werde. Der Sport partizipiere von öffentlichen Mitteln jedoch sehr wenig, kritisierte HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel in seinem Bericht bei der Hauptversammlung des vestestädtischen Handballvereins.

Die tägliche Arbeit zwischen dem Vorstand des Vereins und dem Geschäftsführer der GmbH samt Mitarbeitern der Geschäftsstelle habe sich als große Hilfe für den Verein dargestellt, sagte Apfel. Wichtiger denn je sei die Hauptamtlichkeit, denn am Ende sei der HSC mehr als ein normaler Sportverein. "Das Projekt ist schon wie eine kleine Firma zu sehen."

Nach dem Entschluss, dass Michael Häfner die Geschäftsführung alleine ausübt, hoffe man auf eine gewisse Ruhe und Kontinuität, feile gemeinsam an der Strategie des HSC und treibe den "Coburger Weg" weiter voran. Der aktuelle Mitgliederstand beträgt 407 Mitglieder, wovon 189 Schüler und Jugendliche sind. Dies entspreche einem Anteil von 46 Prozent. Diese Jugendarbeit habe für den Verein eine große Bedeutung, auch in der Öffentlichkeit.

Dann ging es ums Geld. Seit Jahren würden die hohen Rückzahlungen aus den beiden Betriebsprüfungen den HSC drücken, erinnerte Stefan Apel in seinem Rechenschaftsbericht. Die Zahlungen seien über langfristige Darlehen und Teilzahlungsvereinbarungen gegenüber Stadt und Finanzamt ermöglicht worden. Erfreulicherweise, so Apfel, bewege man sich mit den Rückzahlungen so langsam auf die Zielgerade zu, und wenn alles planmäßig verläuft, seien die Verbindlichkeiten im Laufe des kommenden Jahres beglichen. Gegen den damals beratenden Steuerberater und dessen Haftpflichtversicherung sei eine Schadensersatzklage erhoben worden, die derzeit beim Landgericht Coburg liege.

Dann richtete Apfel sein Augenmerk auf das sportliche Geschehen. Seit der letzten Hauptversammlung liege eine turbulente Saison hinter der 1. Mannschaft. Denkwürdig stecke noch jedem HSCler der 36. Spieltag der Saison 2018/2019 im Mark, als der ASV Hamm-Westfalen alle Aufstiegsträume der Coburger beendete. Fast die ganze Saison auf einem Aufstiegsplatz positioniert, sei am 25. Mai 2019 die Entscheidung um den Aufstieg zugunsten der HSG Nordhorn-Lingen gefallen.

Der HSC setzt abseits des Profisports darauf, Handball als Breitensport in Coburg weiter voranzubringen. Sportvorstand Andreas Müller sagte, es werde Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geboten, Leistungssport zu betreiben, andererseits sollten auch Kinder und Jugendliche, die nur wenige Male trainieren wollen, beim HSC eine Heimat finden und Handball als Hobby betreiben können. Wichtig sei die Integration auswärtiger Handballtalente in Coburg. Mit dem "Waldrich-Haus" werde der nächste Schritt hin zur Vision eines Sport-Campus in Coburg gegangen. Mittlerweile liege die Betriebserlaubnis durch den Bezirk Oberfranken vor und die Betreuung der Jugendlichen in der Wohngruppe sei gewährleistet. Alle zur Verfügung stehenden Plätze in der neuen Wohngruppe seien bereits belegt.

"Coburger Weg" geht weiter

Schülerleiter Kevin von Heyking gab einen Einblick in den Kinder- und Jugendbereich. Dem Haushaltsentwurf für 2020 durch den Schatzmeister Holger Neumann stimmten die Mitglieder einstimmig zu. Er sprach von einer deutlichen Entlastung im nächsten Jahr.

Der "Coburger Weg", so Jugendleiter Andreas Gahn, sei von Respekt, Wertschätzung und Persönlichkeitsentwicklung geprägt. Bei der Sportförderung müssten die Vereine "Gas geben", mahnte Jürgen Heeb, Vorsitzender des Sportverbandes Coburg, an. Und er fügte hinzu: "Wir müssen etwas lauter werden, denn wir sind der größte Interessenverband des Sports."

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren