Erlangen

Der Heimat verpflichtet

Der Heimat- und Geschichtsverein in Erlangen besteht seit 100 Jahren und hatte deshalb zu einem Spaziergang eingeladen.
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Bierexperte Jochen Buchelt (links) bei der Führung zur Geschichte des Heimatvereins in Erlangen Foto: Manfred Welker
Bierexperte Jochen Buchelt (links) bei der Führung zur Geschichte des Heimatvereins in Erlangen Foto: Manfred Welker

Mit einem Sommerspaziergang unter dem Motto "Von der Vergangenheit in die Zukunft" erinnerten die Verantwortlichen des Erlanger Heimat- und Geschichtsvereins an dessen Gründung vor 100 Jahren. Vorsitzende Pia Tempel-Meinetsberger, Jochen Buchelt als Fachmann für das Brauwesen und Thomas Engelhardt, Museumsleiter a.D., brachten den Zuhörern das Wirken und die Geschichte des Vereins nahe. Der Weg führte zum Stadtforscherhaus am Saugraben und zum ehemaligen Brauereianwesen am Martin-Luther-Platz 5, mit einer Zwischenstation im Gasthaus "Zum Grauen Wolf" in der Hauptstraße.

Der Verein war vor 100 Jahren als Verein für Heimatschutz und Heimatkunde im Merkursaal der Restauration Siedersbeck in der Hauptstraße gegründet worden. Dort begann auch der Rundgang. Der Verein hatte sich die Pflege der volkskundlichen Überlieferung sowie des praktischen Natur- und Denkmalschutzes zur Aufgabe gemacht. Ein weiteres Ziel war die wissenschaftliche Heimatforschung und die Veröffentlichung der Ergebnisse auf den Gebieten der Geschichts-, Natur- und Volkskunde. Wichtige Initiatoren waren Ernst Deuerlein und Eduard Rühl. Später wurden die Erlanger Bausteine herausgegeben und zu einem namhaften wissenschaftlichen Jahrbuch ausgebaut.

Die erste Exkursion führte, natürlich zu Fuß, nach Hannberg zur dortigen Kirche, außerdem wurden Vorträge angeboten. Der Verein kann sich auch die Rettung des Platenhäuschens vor dem Abbruch 1925 auf die Fahnen schreiben, wie Tempel-Meinetsberger ausführte. Das Wasserrad im Signet des Vereins stehe für Bewegung und Veränderung. So änderte der Verein 1989 seinen ursprünglichen Namen in Heimat- und Geschichtsverein.

Museum im einstigen Wasserturm

Jochen Buchelt ging auf die Geschichte des Anwesens Siederbeck in der Hauptstraße 40 ein, in dem der Verein gegründet wurde. Bereits 1938 war die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank als Mieter eingezogen. 1957 erwarb die Bank das Anwesen von den Vorbesitzern Siederbeck, ließ es 1960 abreißen und im April 1962 die Bankfiliale einweihen.

Sein erstes Museum hatte der Verein nur unweit davon, im ehemaligen Wasserturm. Thomas Engelhardt brachte den Zuhörern die Geschichte des Gebäudes nahe, das dazu errichtet worden war, um die Fontäne im Schlossgarten mit dem nötigen Wasser zu versorgen.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte der Chorverein 1847 unter seinem Leiter Bernd Müller.

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