Ailsbach
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Der Guru ist auf freiem Fuß

Gerhard L. sitzt nicht mehr im Gefängnis. Der als Lonnerstadter Guru bekannt gewordene gebürtige Forchheimer und seine Lebensgefährtin traten im Frühjahr 2016 nach langwierigen Verhandlungen ihre drei...
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Gerhard L. sitzt nicht mehr im Gefängnis. Der als Lonnerstadter Guru bekannt gewordene gebürtige Forchheimer und seine Lebensgefährtin traten im Frühjahr 2016 nach langwierigen Verhandlungen ihre dreijährige Haftstrafe an. Die ersten polizeilichen Ermittlungen hatten bereits 2012 begonnen.
L. war bis vor den Bundesgerichtshof gegangen, um eine Haftstrafe zu vermeiden - ohne Erfolg. Das Paar wanderte wegen Misshandlung Schutzbefohlener ins Gefängnis. Grund für den Richterspruch: Er und seine Partnerin hätten es dem an Mukoviszidose erkrankten Sohn der Frau selbst überlassen, ob er Medikamente nimmt oder zum Arzt geht. Der Fall erregte bundesweites Aufsehen.
Auf Nachfrage des FT bestätigte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke die Umwandlung der Haftstrafe in eine Bewährungsstrafe. "Das ist der gesetzliche Regelfall, also eine zwingende Vorschrift, wenn zwei Drittel einer Freiheitsstrafe verbüßt sind." So haben die zuständigen Strafvollstreckungskammern im Frühjahr 2018 bei beiden Verurteilten die Vollstreckungen der Strafreste zur Bewährung ausgesetzt, nachdem auch die sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren. Diese sind laut Gabriels-Gorsolke die Einwilligung der betroffenen Personen sowie die Prüfung, ob eine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht. "Beide zuständigen Kammern sind zu dem Schluss gekommen, dass keine Gefahr besteht."
Einzelheiten zum Aufenthaltsort des selbsternannten Gurus der "Gruppe der Neuen Weltendiener" waren nicht zu erfahren. "Mehr darf ich aufgrund des Resozialisierungsinteresses nicht sagen", so die Oberstaatsanwältin.


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