Haßfurt
Himmlische Aussichten

Der Geist der Liebe, der Freude und der Begeisterung

G ewiss kennen Sie das Lied "Die Sache Jesu braucht Begeisterte. Sein Geist sucht sie auch unter uns". Es geht in diesem Lied um den Geist der Freude und des Aufbruchs - eben um Be-geist-erung. Im All...
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Manfred Griebel
Manfred Griebel

G ewiss kennen Sie das Lied "Die Sache Jesu braucht Begeisterte. Sein Geist sucht sie auch unter uns". Es geht in diesem Lied um den Geist der Freude und des Aufbruchs - eben um Be-geist-erung.

Im Alltag erlebe ich es oft anders. Von einem guten Geist ist oft wenig zu spüren. Viel wichtiger ist es scheinbar, möglichst viel über den anderen zu wissen, mit finsterem Gesicht durch die Gegend zu laufen und sich immer neu an unserer Jammergesellschaft zu beteiligen. Von Begeisterung - geschweige denn vom Geist der Liebe und des Friedens - sind wir oft weit weg. Dabei leben wir im Vorgarten des Himmels - doch viele erkennen es leider (noch) nicht.

Gerade deshalb ist Pfingsten, ist die Herabsendung des Heiligen Geistes so wichtig. Weil in jedem Menschen auch sehr viel Gutes, ja auch echte und spürbare Begeisterung steckt.

Jesus war geradezu ein Meister darin, in den Menschen das Gute zu entdecken. Er hat im Nächsten immer das Gute gesehen, auch wenn es tief versteckt war. Er hat es verstanden, aus den Menschen das Gute herauszulocken. Wir feiern in diesen Tagen das "Begeisterungs-fest" unseres Glaubens. Denn Jesus sagt zu jedem von uns: "Empfangt den Heiligen Geist, empfangt meinen Geist." Damit will er ausdrücken: Seht das Gute im Herzen, seht das Positive im Menschen. Lasst euch von einem guten Geist leiten, denn ihr seid Söhne und Töchter des einen Gottes. Öffnet euch und lasst euch beschenken. Sprecht eine Sprache, seid ein Herz und eine Seele. Und er macht uns allen Mut: Der Friede sei mit euch! Das ist Pfingsten!

Das Pfingstereignis bedeutet deshalb für mich, dass Gottes Geist uns auffordert, aus uns herauszugehen; eine Sprache zu finden, die alle verstehen, die verbindet und nicht trennt; eine Sprache, die heilt und nicht verletzt.

Gerade in den täglichen Begegnungen im Krankenhaus spüre ich bei vielen Menschen tief im Herzen eine große Sehnsucht nach einem guten Geist, nach wohltuenden Begegnungen, nach neuer Hoffnung und einem Geist, der ganz tief die Seele berührt.

Der Heilige Geist ist kein Geist der Besserwisserei, sondern ein Geist der Liebe, der Freude und der Begeisterung.

Und dieser Geist Gottes sollte sichtbar werden in unserem Alltag. Gerade deshalb tut es so gut, jeden Tag auch lieben Menschen zu begegnen, die sich von seinem Geist anstecken, begeistern und erfüllen lassen. Pfingsten will uns sagen: Gott will ganz besonders in den Herzen der Menschen Einzug halten und dort wohnen.

Und deshalb wünsche ich uns besonders den Geist der Freude, dass wir uns besonders darüber immer wieder freuen, dass wir von Gott so angenommen sind, wie wir eben sind, und dass wir mit allem, was uns bewegt, zu ihm kommen dürfen. Lasst euch also mit dem Geist von Pfingsten beschenken: Der Friede und die Freude des Herrn sei mit euch!

(Manfred Griebel ist Krankenhausseelsorger und Diakon in der Pfarrei Sankt Kilian Haßfurt.)

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