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Höchstadt a. d. Aisch
Allerheiligen

Der Friedhofsgang soll Erinnerungen wachrufen

Als eine Demonstration wider das Vergessen und für eine Kultur der Erinnerung bezeichnete Höchstadts Stadtpfarrer Kilian Kemmer den Friedhofsgang zu Allerheiligen. Voraus ging am frühen Nachmittag ein...
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Pastoralreferentin Monika Urbasik (vorne) umschrieb den Friedhof als Ort der Stille. Foto: Hermann Proksch
Pastoralreferentin Monika Urbasik (vorne) umschrieb den Friedhof als Ort der Stille. Foto: Hermann Proksch

Als eine Demonstration wider das Vergessen und für eine Kultur der Erinnerung bezeichnete Höchstadts Stadtpfarrer Kilian Kemmer den Friedhofsgang zu Allerheiligen. Voraus ging am frühen Nachmittag ein festlicher Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Georg, der allein schon durch das brillante Orgelspiel von Reinhard Döring zu einer Festtagsstimmung führte.

In seiner Predigt zeichnete Kemmer ein Bild vom "fünften Evangelium", das jeder Christ brauche, um die Bibel recht zu hören, zu verstehen und nach den entsprechenden Maßgaben handeln zu können. Ein solches "leibhaftiges Evangelium" seien Menschen, deren Glaubenszeugnis ansteckend und begeisternd wirkt. All dieser Menschen, bekannt oder unbekannt, von der Kirche anerkannt oder unerkannt, gedenke die Christenheit an Allerheiligen.

Auf dem Weg zum Friedhof sprach Wolfgang Köberlein besinnliche Gebetstexte für die Verstorbenen. Die Feier umrahmte die Stadtkapelle unter Leitung von Georg Römer mit passenden Chorälen zum Totengedenken.

Pastoralreferentin Monika Urbasik umschrieb den Friedhof trotz der vielfachen hier stattfindenden Kommunikation als "Ort der Stille". Es brauche ihrer Meinung nach für liebende Menschen keine großen Worte, um Nähe zu vermitteln und zu spüren. Schweigen vermittle das Gefühl, ohne Worte viel gesagt und verstanden zu haben.

Die Stille eines Friedhofs und das schweigende Gebet an den Gräbern der Verstorbenen vermittle bei allem Schmerz und aller herben Endgültigkeit ein Gefühl der Liebe über den Tod hinaus. Der christliche Glaube erkläre auch, warum: die Toten leben bei Gott weiter, was klärende und vertrauensvolle Gewissheit schafft.

Nicht nur die Beschallung der großen Friedhofsanlage durch die Technikgruppe des Höchstadter Gymnasiums unter Leitung von Benedikt Döring sorgte dafür, dass die Worte ankamen. Mit dem österlichen Lied "Preis dem Todesüberwinder" und der Segnung der Gräber durch die Geistlichen Georg Paszek, James Nangachiveetill und Kilian Kemmer endete eine trostreiche Demonstration wider das Vergessen. LM

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