Limbach
Himmlische Aussichten

Der Frieden ist kein Zustand, sondern eine Aufgabe

S uche Frieden, biete Respekt!" Frieden ist kein Zustand, sondern Aufgabe. Der Monat November steht in unseren christlichen Kirchen ganz im Zeichen des Gedenkens. An Allerheiligen, an Allerseelen sowi...
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Isabella Friedrich
Isabella Friedrich

S uche Frieden, biete Respekt!" Frieden ist kein Zustand, sondern Aufgabe.

Der Monat November steht in unseren christlichen Kirchen ganz im Zeichen des Gedenkens. An Allerheiligen, an Allerseelen sowie am Totensonntag erinnern wir uns an die Verstorbenen und werden uns der eigenen Vergänglichkeit bewusst.

Den Volkstrauertag widmen wir dem Gedächtnis der Kriegsopfer und der Mahnung zum Frieden. Mit diesen Feiertagen schließen wir das alte Kirchenjahr ab und beginnen am ersten Advent das neue mit der Erwartung der Geburt Jesu.

Der Erinnerung an das Vergangene folgt der Blick in eine hoffnungsvolle Zukunft, die uns einlädt, unser Leben neu und besser zu gestalten.

Auch in der Schule haben wir über Allerheiligen gesprochen. Einige Kinder haben nach den Ferien spontan Gedenkbildchen Verstorbener mitgebracht.

Wir redeten über ihre Urgroßeltern, die um das Jahr 1920 geboren sind. Ein unvorstellbar großer Zeitraum für Kinder im Alter von zehn Jahren. "Meine Oma hat immer erzählt, dass ihr Vater im Krieg war." "Krieg? Gab es bei uns schon einmal einen Krieg?" Plötzlich verstand ich: Meine eigene Generation hörte vom Kriegsgeschehen in Deutschland noch unmittelbar von Oma und Opa oder von den Eltern. Die jüngeren Generationen haben kaum mehr die Gelegenheit, sich mit Menschen zu unterhalten, die noch Kriegszeiten erlebt haben.

Vor genau 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg, vor etwa 70 Jahren der Zweite. Der Frieden bei uns hat langen Bestand. Umso wichtiger ist es, die Erinnerungen an diese so leidvolle Zeit wachzuhalten, vor allem bei unseren Jugendlichen.

Dazu gehört auch der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Unsere Welt ist alles andere als friedlich. Die Konflikte im Nahen Osten, in Syrien, im Irak und in Gaza scheinen weit weg.

In einer globalisierten Welt wie der unseren sind dies aber zugleich unsere Kriege, die uns in die Verantwortung nehmen und uns jederzeit unmittelbar berühren können.

Es geht nicht darum, Heranwachsenden mit Kriegsgeschichten Angst zu machen. Unser Ziel sollte sein, sie für mehr Wertschätzung anderen gegenüber zu sensibilisieren. Nur wo Respekt herrscht, kann Frieden bestehen: Ich habe ein Recht auf Frieden, jeder andere Mensch, ob in unserem Land oder anderswo, hat das gleiche Recht!

Am Sonntag begehen wir den Volkstrauertag. An Kriegerdenkmälern rufen engagierte Männer und Frauen zur Erinnerung an die Opfer der Kriege auf.

In Uniformen zollen sie all jenen Respekt, die darin ihr Leben verloren haben. Unsere Gesellschaft betrauert den Verlust ganzer Generationen junger Männer. Unzählige Opfer sind der Preis von Habgier, Größenwahn und Respektlosigkeit.

Nehmen wir es zum Anlass, die Folgen kriegerischen Tuns in angemessener Weise zur Sprache zu bringen. Ein Leben in Frieden ist ein unschätzbares Privileg! Uns dafür einzusetzen ist Aufgabe von uns allen, egal wie alt wir sind.

(Isabella Friedrich ist Gemeindereferentin aus Limbach).

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