Bamberg

Der Fluss steckt voller Geschichten

Mit dem Flusspfad Bamberg eröffnen sich Abenteuer für Familien mit Kindern. Selbst Kaiserin Kunigunde spricht mit den Kleinen.
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Flusspfadtafel auf der Brudermühlbrücke Foto: Thomas Ochs
Flusspfadtafel auf der Brudermühlbrücke Foto: Thomas Ochs
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Das Flussparadies Franken hat das Faltblatt zum Bamberger Flusspfad in deutscher und englischer Sprache neu aufgelegt. Entlang der Regnitz in Bamberg führt es zu 23 Tafeln, auf denen die Geschichte des Flusses und der Stadt dargestellt sind. An jeder Station laden historische Abbildungen dazu ein, die Situation früher mit dem heutigen Stadtbild zu vergleichen.

Eine gezeichnete Kunigundenfigur will Kinder und Erwachsene dazu anregen, genau hinzuschauen, nachzudenken oder zu schmunzeln. So fragt sie auf der Unteren Brücke beispielsweise "Woran erkennst du, dass ich eine Kaiserin war? Schau meine große Steinfigur genau an." "Auf diese offenen Fragen können Kinder ihre eigenen Antworten finden", das ist Anne Schmitt, Geschäftsführerin des Flussparadieses Franken e.V., und ihren Mitstreiterinnen schon bei der Konzeption des Projektes wichtig gewesen.

Wo geht's denn hier zur Nordsee?

Darum seien die Fragen auf den Tafeln damals über ein Projekt von Chapeau Claque mit Kindern zusammen erarbeitet worden. Und auch die scheinbar banale Frage am Kranen "Wo geht's denn hier zur Nordsee?" hat mehrere Antwortmöglichkeiten: einmal flussabwärts über den Main und den Rhein. Oder auch quer durch die Fußgängerzone zu einem Fischgeschäft gleichen Namens.

Die ersten Tafeln des Bamberger Flusspfades wurden im Juli 2005 durch die Bamberger Soroptimistinnen International Club Bamberg ermöglicht. Durch verschiedenste Unterstützer wie Service-Clubs, Privatpersonen, Unternehmen oder Wasserwirtschaftsamt kamen dann über die Jahre weitere Tafeln dazu. Die vorerst letzte im Jahr 2013 zur Industriegeschichte der Bamberger Mühlen. Sie steht auf dem Brudermühlsteg in direkter Nachbarschaft zum neu eröffneten Welterbezentrum.

"Das Tolle am Flusspfad ist, dass man die Stadt aus einem besonderen Blickwinkel entdeckt und dabei sowohl touristische Höhepunkte als auch verborgene Seiten Bambergs kennenlernt", sagt Schmitt.

5-Kilometer-Tour

Start der 5- Kilometer-Rundtour ist die Tourist-Information auf der Insel Geyerswörth. Dort ist auch das Faltblatt erhältlich. Von hier aus kann man den Pfad auch gut in zwei Teilstücken gehen, z. B eine Runde flussabwärts Richtung Klein Venedig und Altstadt, die zweite Runde flussaufwärts Richtung Mühlwörth und Bürgerpark Hain. Ein besonderes Erlebnis bietet die Fähre am Mühlwörth, mit der man sich Dienstag bis Sonntag ab 10.30 Uhr über die Regnitz übersetzen lassen kann, oder die Schifffahrt auf der Regnitz von der Anlegestelle am Kranen. Der Bamberger Flusspfad ist ein ideales Ausflugsziel für Familien. Zumal auch die nächste Eisdiele meist nicht weit weg ist.

Komplett barrierefrei

Die Wege sind stufenlos und gut mit Kinderwagen oder Rollstuhl (mit Begleitperson) zu bewältigen. Daher sind im aktualisierten Faltblatt auch die barrierefreien öffentlichen Toiletten eingetragen. Überwiegend sind die Wege asphaltiert, Teilstücke sind gepflastert und Brückenübergänge zum Teil mit Gitterrosten belegt.

Tipp: Gut verbinden lässt sich der Bamberger Flusspfad mit der Ausstellung "Lebensader Regnitz" im Historischen Museum auf dem Bamberger Domberg. Dort können Kinder auf begehbaren Flusskarten den Verlauf der Flüsse oder des historischen Ludwigkanals nachvollziehen, Schiffsmodelle bestaunen, bei einem Flussquiz die Tiere und Pflanzen am Fluss kennenlernen, oder einen Eindruck davon bekommen, wie weit frühere Hochwasser die Häuser überfluteten.

Dabei verbinden sich die Entdeckungen in der Stadt mit denen im Museum.

Unter der Internetadresse flusspfad.flussparadies-franken.de finden sich alle Tafeln und zusätzlich Audiodateien in deutscher und englischer Sprache, mit denen man zusammen mit dem Studenten "Johannes Müller" und der "Frau Regnitz" durch Bamberg spazieren kann.

Das neue Faltblatt zum Flusspfad, so merkt die Flussparadies-Franken-Geschäftsführerin noch an, "ist auf Recyclingpapier mit veganen Farben auf Pflanzenölbasis und klimaneutral gedruckt". red

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