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Haßfurt
Lommunalpolitik

Der Flugplatz lässt die Harmonie im Kreisausschuss kurzzeitig sinken

Der Durchlauf der Tagesordnung im Kreisausschuss erfolgte am Montag sehr schnell: Im Landratsamt Haßberge herrschte viel Einigkeit, darunter zum Ausgleich von Betriebskostendefiziten der Haßberg-Klini...
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Der Durchlauf der Tagesordnung im Kreisausschuss erfolgte am Montag sehr schnell: Im Landratsamt Haßberge herrschte viel Einigkeit, darunter zum Ausgleich von Betriebskostendefiziten der Haßberg-Kliniken, zur Fortführung des Programms "Demokratie leben!" und zur Aufstellung der Vorschlagsliste der ehrenamtlichen Richter für die Wahlperiode 1. April 2020 bis 31. März 2025. Der Kreisausschuss gilt als das höchste Organ des Landkreises nach dem Kreistag.

Einzig Grund zur Diskussion lieferte der Beteiligungsbericht des Landkreises an Unternehmen in einer Rechtsform des Privatrechts im Jahr 2017, aufgeteilt in Abfall, Energie, Wirtschaft und Gesundheit. Zu diesen Unternehmen zählen zum Beispiel die Abfallwirtschaft des Landkreises Haßberge, der Bürgerwindpark Sailershäuser Wald und die Region Mainfranken GmbH.

"Unsere Fraktion stimmt dem Bericht nicht zu", sagte die Kreisrätin Rita Stäblein (Bündnis 90/Die Grünen) kurz vor der Abstimmung. Eine Entwicklung stieß ihr bitter auf: die des Verkehrslandeplatzes Haßfurt-Schweinfurt. Der Landkreis beteiligt sich mit 30 Prozent an der Flugplatz GmbH für das Areal und den Betrieb in Haßfurt. Die Liquidität der Gesellschaft gibt Anlass zur Besorgnis, wie dem Bericht zu entnehmen war.

Fehlbetrag

Denn der Jahresfehlbeitrag für 2017 umfasst 48 971,52 Euro. Ein Grund dafür ist, dass der gewerbliche Verkehr um 30 Prozent zurückgegangen ist. Auch bei den nichtgewerblichen Flügen war unter anderem erneut ein starker Einbruch bei den Ultraleichtflügen und Motorseglern zu verzeichnen.

Die Kreisrätin Birgit Bayer (WG/Freie Wähler) schlug Stäblein vor, mit GmbH-Geschäftsführer Günter Mendel den Verkehrslandeplatz zu besichtigen und mögliche Fragen zu klären. "Wir haben schon Gespräche geführt", entgegnete Stäblein, "aber die Zahlen sind erschreckend." Es gehe schließlich 30 Prozent abwärts. "Unsere Fraktion hat große Bedenken, dass da immense Summen reinfließen", sagte sie und betonte aber, dass ihre Fraktion nicht per se gegen den Flugplatz sei.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) warf ein, dass einige Punkte geklärt werden müssen. Zum Beispiel, dass es sich um die Zahlen von 2017 handelt und sich die Zahlen 2018 wieder erholt haben. Zudem wies er auf einen Absatz im Bericht hin, wonach der Landeplatz im nordbayerischen Vergleich eine sehr gute Position einnimmt. "Wir sind in der Umgebung der Verkehrslandeplatz, der mit Abstand die meisten Starts und Landungen verzeichnet", sagte Schneider. Die Ergebnisse bekräftigten die Bedeutung des Verkehrslandeplatzes für die Region. Die große Mehrheit des Kreisausschusses schloss sich seiner Meinung an.

Im weiteren Verlauf war es dem Landrat auch ein sehr großes Anliegen, dass das Projekt "GesundheitsregionPlus Landkreis Haßberge" weitergeführt wird. Der ursprüngliche Förderzeitraum war auf fünf Jahre beschränkt, weshalb zum Jahresende die Förderung ausläuft.

"Wir werden Probleme der Nachbesetzung bekommen", warnte Schneider in Anbetracht der regionalen Ärzte im Alter über 60 Jahren. Deshalb ist es für den Landrat ein "ganz tolles und ganz wichtiges Projekt". Es basiert auf zwei Säulen: der Gesundheitsversorgung und der Prävention. Bausteine sind zum Beispiel der "Main Sommer", akademische Lehrpraxen und die Hebammenversorgung.

"Es geht nicht nur um eine Verlängerung der laufenden Sachen, sondern auch neuer Sachen", sagte Geschäftsstellenleiter Benjamin Hermann. Angedacht sei zum Beispiel die Etablierung eines Gesundheitsbeauftragten und von barrierefreien Spazierwegen, sogenannten "Dorfrunden". Die Förderung beträgt maximal 50 000 Euro im Jahr.

"Es ist kein Selbstläufer, das müssen wir unbedingt fortführen", betonte Landrat Wilhelm Schneider. Überzeugt waren davon auch die anderen Mitglieder des Kreisausschusses.

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