Eltmann

Der Eltmanner Mircea Peta sorgt für Spektakel und verwandelt den dritten Matchball

Einen entscheidenden fünften Satz, der nur bis 15 statt 25 Punkte ausgespielt worden wäre, gab es im Zweitliga-Derby zwischen dem VC Eltmann und dem TV/DJK Hammelburg nicht, dennoch boten die unterfrä...
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Mircea Peta
Mircea Peta

Einen entscheidenden fünften Satz, der nur bis 15 statt 25 Punkte ausgespielt worden wäre, gab es im Zweitliga-Derby zwischen dem VC Eltmann und dem TV/DJK Hammelburg nicht, dennoch boten die unterfränkischen Teams den 2300 Zuschauern im oberfränkischen Bamberg nahezu alles, was zu einem Volleyballspiel gehört. Erst nach knapp zwei Stunden verwandelte Mircea Peta - hinterher mit dem Hammelburger Lukas Spachmann zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt - den dritten Matchball zum 3:1-Sieg der Heitec Volleys, die zudem von Patzern der Konkurrenz profitierten. Völlig überraschend verlor der bisherige Spitzenreiter Mainz-Gonsenheim zu Hause mit 0:3 gegen den SV Schwaig. Neuer Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd ist der TSV Grafing, der beim 3:2 in Gotha allerdings einen Zähler einbüßte und punktgleich mit Eltmann ist.

Zum ersten Mal machte Peta in der Brose-Arena auf sich aufmerksam, als er einen Ball ins Aus gehen lassen wollte, sich aber umentschied und die Kugel kurz vor dem Auftatzen mit dem Fuß übers Netz schoss. Der Hammelburger war offenbar so überrascht, dass ihm die Annahme missglückte. Den 11:9-Vorsprung baute der VC zum 25:19-Satzgewinn aus. Im zweiten Durchgang lagen die Gäste bis zum 14:14 stets knapp vorne. Mit dem spektakulären Punkt zum 25:24 riss der VC das Publikum von den Sitzschalen. Eine Serie von Aufschlagfehlern auf beiden Seiten sorgte dafür, dass der Abschnitt erst beim 28:26 für Eltmann beendet war.

Noch mehr Widerstand leisteten die Hammelburger im dritten Satz, in dem sie den Eltmannern in jeglicher Hinsicht Paroli boten und starke Nerven zeigten, denn die Gäste verspielten beinahe ein 23:19. Dass die Hausherren den Durchgang nicht kampflos abgaben, zeigte einmal mehr Peta, der einen Ball von hinter der Werbebande zurück aufs Feld beförderte, wenngleich der Zähler zum 6:8 aufs TV-Konto wanderte. Die gelungene Rettungsaktion des Most Valuable Players zum 16:16 verhinderte die 25:23-Niederlage auch nicht mehr: Die Entscheidung war vertagt.

Im vierten Durchgang legte Hammelburg ein 5:2 vor, dann war es bis zum Ende eng. Beim 19:19 fischte ein VCler die Kugel aus dem Netz, seine Teamkollegen vollendeten. Der anschließende Ballwechsel war einer der wenigen, in dem die Linienrichter, die aus Kostengründen nur in der 1. Liga im Einsatz sind, vermisst wurden: Der Schlag eines TVlers zum 20:20 war eventuell etwas zu lang. Doch im Volleyball ersetzen die Spieler oft den Schiedsrichter, wenn sie eigene Vergehen wie eine Netzberührung oder einen "Tusch" anzeigen.

Fünf Mal hatte Hammelburg anschließend die Gelegenheit, den Tiebreak zu erzwingen. Der starke Gäste-Zuspieler wehrte indes den zweiten Matchball für Eltmann ab, als er die Kugel übers Netz legte, anstatt wie erwartet für einen Mitspieler aufzulegen. Doch Peta machte nach 35 Minuten den Sack per Schmetterer zum 32:30 für die Heitec Volleys zu. Die verdiente Medaillen-Auszeichnung erhielt er von Saloua Zinoui, frühere marokkanische Nationalspielerin und Lebensgefährtin von Richard Heindl, dem Vorstandsvorsitzenden von VC-Hauptsponsor Heitec.

Volleys-Coach Marco Donat war nach dem Duell auf Augenhöhe erleichtert: "Mein Trainerherz hätte gerne mehr Druck in unseren Aufschlägen und ein klareres Ergebnis gesehen. Mein Volleyballer-Herz ist glücklich über ein wahnsinnig spannendes Spiel vor einer traumhaften Kulisse.". Doch auch dafür gebe es nur drei Punkte.

Am kommenden Wochenende steht ein Doppelspieltag in Friedrichshafen und bei Aufsteiger Mimmenhausen an. red/rup Eltmann: Couchman, Engel, Peta, Richter, Kolbe, Schmitt, Krüger, Kellermann, Werner, Stoyanov, Wacek, Bibrack, House, Strobel



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