In der kommenden Woche wird in Effelter ein außergewöhnliches Ereignis gefeiert: 100 Jahre Rosenkranzverein Effelter. Auf einer der beiden Rosenkranzvereinsfahnen findet sich die Jahreszahl 1917.
In jenem Jahr wütete der Erste Weltkrieg im Land, die Hungersnot war derart groß, dass man vom Steckrübenwinter sprach. Und in Fatima erschien drei Schäferkindern die Jungfrau Maria. Vielleicht waren dies alles Gründe für die Bevölkerung im Frankenwald, sich wieder dem Rosenkranzgebet zu widmen. Die alte Fahne aus dem Jahr 1917 unterstreicht dies.


Zehn Pfennige

In Effelter gab es früher vier Gruppen, die als Rosenkranzverein zusammengeschlossen waren. Die Leitung der Gruppen lag in den Händen von vier Familien. Es gab Losblätter, die Gebete und Rosenkranzgesätze enthielten. Diese Gebetszettel wurden in der Gruppe jeweils einmal pro Monat getauscht. Beim Austausch wurden dafür zehn Pfennig einkassiert. Mit dem erwirtschafteten Geld wurden Ämter in der Kirche bestellt.
Die Losblätter bestanden aus 15 Gesätzen, die unter den Teilnehmern verteilt waren. Meist wurden die Blätter nach dem Gottesdienst ausgetauscht. Normalerweise betete die Familie einmal im Monat den Rosenkranz mit ihrem jeweiligen Gesätz. Hin und wieder traf man sich auch in einem Haus und betete zusammen. Der Rosenkranz wanderte so durch das ganze Dorf. Man sprach auch von den "Rosen des lebendigen Rosenkranzes".
Mit der Zeit ließ das Interesse an diesem Gebet nach und die Aktivitäten der einzelnen Gruppen kamen zum Erliegen. Dies war auch der Fall, wenn die Leitungspersonen der einzelnen Gruppen verstarben. Nur die Familie Keim hielt die Tradition aufrecht und bestellte zumindest Messen für die verstorbenen Mitglieder. 2003 regte Hilde Keim und ihr Mann Josef an, den Rosenkranzverein zu retten und bemühten sich um die Renovierung der beiden Fahnen.


Großzügige Spende

Erika Löffler und Karin Hofmann unterstützen sie dabei tatkräftig. Eine großzügige Spende ermöglichte die Renovierung dieser Utensilien. Durch direkte Ansprache von Pater Johannes waren viele Dorfbewohner bereit, sich dem neuen Rosenkranzverein anzuschließen. 2005 konnten die beiden Fahnen von Pfarrer Michael Dotzauer wieder gesegnet werden.
In der Woche vom 9. bis 14. Oktober wollen die Rosenkränzler aus Effelter ihr Jubiläum in angemessener Weise feiern. An jedem Abend findet eine Rosenkranzandacht in der Filialkirche St. Peter und Paul statt. Auch die Kinder werden einbezogen. Mit einem Festgottesdienst am Samstag endet die Feier. red