Ebersdorf
Erste Hilfe

Der Defibrillator hängt am Feuerwehrhaus in Ebersdorf

Bei Herzstillstand ist schnelle Hilfe gefragt. Die Firma Apel & Reinhold GbR hat für Ebersdorf einen Defibrillator gespendet. Das Gerät wurde an der Außenwand des Feuerwehrhauses angebracht. Hier steh...
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Bei der Übergabe waren dabei (von links) Benno Ruhs, die Geschäftsführer Thomas Apel und David Reinhold, Bürgermeister Timo Ehrhardt und Stadtrat David Martin  Foto: Heike Schülein
Bei der Übergabe waren dabei (von links) Benno Ruhs, die Geschäftsführer Thomas Apel und David Reinhold, Bürgermeister Timo Ehrhardt und Stadtrat David Martin Foto: Heike Schülein

Bei Herzstillstand ist schnelle Hilfe gefragt. Die Firma Apel & Reinhold GbR hat für Ebersdorf einen Defibrillator gespendet. Das Gerät wurde an der Außenwand des Feuerwehrhauses angebracht. Hier steht es ab sofort im Notfall zur Verfügung.

Auch von Laien einsetzbar

Auf den ersten Blick wirkt das Hilfsgerät eher unscheinbar. Doch der Eindruck täuscht: Es handelt sich dabei um einen "potenziellen Lebensretter", sprich einen Schockgeber, der bei Herz- beziehungsweise Kreislaufstillstand eben retten kann. Er ist einfach und unproblematisch auch von Laien einsetzbar. Durch Stromstöße wird die Herztätigkeit des Notfallpatienten wieder in Gang gesetzt, sodass die Zeit zwischen Herzstillstand und Eintreffen des Notdienstes überbrückt werden kann. Je früher mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird, desto größer ist die Überlebenschance des Patienten. Aus diesem Grunde werden auch im öffentlichen Raum immer mehr solche automatisierten externen Defibrillatoren (AED) - so die genaue Bezeichnung - platziert, nunmehr auch in Ebersdorf.

Es ist selten, dass Leute von sich aus auf die Stadt zukommen, um der Bevölkerung etwas Gutes tun zu wollen", würdigte Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) bei der offiziellen Übergabe am Freitag, zu der sich insbesondere auch Funktionsträger der Wehr sowie Mitarbeiter der Firma Apel & Reinhold eingefunden hatten. Die beiden Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Ebersdorf, Thomas Apel und David Reinhold, haben das Gerät nebst zugehörigem Schrank für die Außenanbringung beschafft und komplett finanziert.

Die Anschaffungskosten betragen gut 2000 Euro netto. Anfallende Folgekosten trägt die Stadt, in dessen Eigentum und Verantwortlichkeit der Defibrillator übergegangen ist. Der Schrank ist alarmgesichert.

Der Außenbereich des Feuerwehrhauses sei, so Ehrhardt, als Standort gut gewählt, da das Gerät hier im Notfall rund um die Uhr geholt werden könne. Laut dem Stadtoberhaupt verfüge man in Ludwigsstadt über ein starkes Netz aus Sicherheit durch die Feuerwehren, Polizei und das BRK beziehungsweise den Helfern vor Ort. Man sei hier sehr gut aufgestellt. Die Neuanschaffung leiste nunmehr einen zusätzlichen wertvollen Baustein für die Ergänzung der Rettungskette.

Thomas Apel bekundete, auch im Namen von David Reinhold, sehr gerne einen Beitrag für noch mehr Sicherheit in Ebersdorf zu leisten. Jeder von uns könne als Nächster auf schnelle Hilfe angewiesen sein, so Apel. Es könne auch vorkommen, dass die "Helfer vor Ort" mit ihren Fahrzeugen bereits anderweitig im Einsatz seien und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wertvolle Zeit bei der Versorgung des Patienten verstreiche. Wenn man damit nur einem Menschen helfen könne, habe sich die Anschaffung schon gelohnt.

Einfache Handhabung

"Das Gerät ist sehr einfach zu handhaben", betonte Benno Ruhs, der seitens der vertreibenden Firma FRC Medical die Einweisung hielt. Der Defibrillator "spreche" mit dem Helfer und gebe die einzelnen Schritte vor, wodurch er auch von Laien problemlos einsetzbar sei. Er erkenne auch selbstständig, ob eine Schockgabe notwendig sei.

Im Durchschnitt brauche ein Rettungsdienst zehn Minuten, bis er vor Ort eintreffe. Die ersten zehn Minuten seien aber die wichtigsten. Statistiken zufolge überlebten nach einem Herzstillstand nur 14 Prozent der Patienten, wenn der Rettungsdienst nach zwölf Minuten eintreffe, aber 40 Prozent, wenn er bereits nach sechs Minuten vor Ort sei. "Es geht um Sekunden", appelliert Ruhs, der auch hauptamtlicher Erste-Hilfe-Ausbilder sowie ehrenamtlicher Rettungssanitäter des BRK ist.

Der Defibrillator ersetze aber nicht den Ersthelfer, der sofort mit lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen, der Herz-Lungen-Wiederbelebung, beginnen müsse. Man müsse also zu zweit sein, damit einer das Gerät holen und den Notruf absetzen könne. Nicht geeignet ist das Gerät bei Säuglingen bis zu einem Jahr. "Es braucht niemand Angst zu haben, etwa falsch zu machen", betonte Ruhs. Das Falscheste sei es, nichts zu tun.

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