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Der Bausenat spart beim Platz am Marstall

Einfach hat es sich der Bau- und Umweltsenat nicht gemacht: Am Mittwoch zeigte sich das Gremium seiner Verpflichtung eines sparsamen Umgangs mit dem Geld de...
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Mehr "Klagemauer" als tolle Fassade: Der Bausenat hat jetzt die Gestaltung rund um die Reithalle (links) abgesegnet.  Foto: Christoph Winter
Mehr "Klagemauer" als tolle Fassade: Der Bausenat hat jetzt die Gestaltung rund um die Reithalle (links) abgesegnet. Foto: Christoph Winter
Einfach hat es sich der Bau- und Umweltsenat nicht gemacht: Am Mittwoch zeigte sich das Gremium seiner Verpflichtung eines sparsamen Umgangs mit dem Geld der Stadt Coburg sehr wohl bewusst und rang bei der Gestaltung der Umgebung der Reithalle mit jedem Euro. Daher scheute man sich nicht davor, soeben per Abstimmung getroffene Beschlüsse gleich wieder zu kassieren und auch für's Protokoll nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen.
Nur ein Baum? Oder doch vier, oder vielleicht als Kompromiss drei Bäume? An der Ecke Leopoldstraße/Straße Hinterm Marstall ist zwischen der Reithalle und dem Otto-Waldrich-Studentenwohnheim ein neuer Platz entstanden. Von der Straße abgetrennt werden soll dieser mit Bäumen. Über die Zahl der Gewächse und vor allem über die Folgen der Einzelentscheidungen herrschte zeitweise keine Klarheit. Nach einer Sitzungsunterbrechung und Intervention von Verwaltungsjuristin Stefanie Grundmann konnte Bau-Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) dem Abstimmungsmarathon einen zweiten Startschuss geben. Das Ergebnis: Drei Bäume gibt's, sechs Parkplätze und die drei Altglascontainer von gegenüber finden auch ihren Platz. Den aber im Untergrund - wegen der Optik.
Das Aussehen und damit auch die Kosten bestimmten das Thema ohnehin.
Im Juli dieses Jahres hatten die Pläne im Senat nicht zuletzt wegen der Kosten keine Gnade gefunden und waren dem Architekten mit dem Hinweis zurückgegeben worden, gehörig nach Einsparungen Ausschau zu halten. Verzichtet wird nun auf versenkbare Poller, die den Platz zwischen Marstall und Arkaden abgesperrt hätten. Das macht rund 15 000 Euro aus. Vor und neben der Reithalle wird es Betonsteinpflaster anstelle von Natursteinen geben. Damit die Betonsteine dem Gewicht von Müllfahrzeugen und dem der Lkw des Landestheater vor dem Eingang der Reithalle standhalten, wird dort eine Asphalttragschicht darunter eingebaut. Eine solche zusätzlich Schicht aber wird es auf dem Platz neben der Reithalle nicht geben. Einerseits benutzen die sechs Parkplätze dort nur Pkw, andererseits spart es wiederum Geld.
Und wenn schon drei Bäume neben der Reithalle gepflanzt werden, kann auch die Fassadenbeleuchtung nach dem Vorbild des Albertsplatzes etwas bescheidener ausfallen. Erstens stehen die Bäume im Blickfeld, zweitens "ist das mehr eine Klagemauer als eine schöne Fassade", so SPD-Stadtrat Andreas Gehring.
Wenig Einsparpotenzial gab es beim überfälligen Kanalbau. Damit bei starkem Regen die Häuser in der unteren Leopoldstraße und in der Straße Hinterm Marstall nicht mehr überflutet werden, soll ein neuer Kanal zur Wettiner Anlage verlegt werden. "Da hängt die ganze Leopoldstraße dran, das sind keine dünnen Rohre", erläuterte Ullrich Pfuhlmann von der Coburger Wohnbaugesellschaft. Zwischen Marstall und Arkaden vor dem Grünsteifen werden Radler ihre Velos künftig abstellen können. Die Parkplätze von dort sind dann neben der Reithalle zu finden. Die Baukosten für die Neugestaltung bei der Reithalle sind mit 1,45 Millionen Euro beziffert. Die Einsparungen betragen rund 111 000 Euro, 600 000 Euro gibt es an Förderung vom Staat.
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