Igensdorf

Der Bauhof und der Winterdienst

Der Kooperationsvertrag für den gemeinsamen Bauhof von Igensdorf und Weißenohe wirft Fragen auf, vor allem wegen der Regelung für den Winterdienst. Die Atemschutzträger aller Igensdorfer Wehren erhalten neue Kleidung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der gemeinsame Bauhof von Weißenohe und Igensdorf  Foto: Petra Malbrich
Der gemeinsame Bauhof von Weißenohe und Igensdorf Foto: Petra Malbrich

Igensdorf und Weißenohe haben einen gemeinsamen Bauhof "Im Steinbühl". Dafür hat das Gemeinsame Kommunalunternehmen (GKU) einen Kooperationsvertrag geschlossen. Den sollten die Gemeinderäte von Igensdorf nun ratifizieren. In Weißenohe ist das bereits erfolgt.

Bei den Igensdorfern kamen jedoch einige Fragen auf, die sich zunächst auf die Aufgabendefinierung unter Sonstiges bezog. Denn dort war aufgeführt, dass der Bauhof auch unterstützend bei Festlichkeiten hilft. Ob sich das auch auf Feierlichkeiten der Vereine beziehe, wollte Werner Hammerand (IU) wissen.

Mit dem Beispiel, die Beschilderung bei Kirchweihen oder dem Marktfest aufzustellen, bejahte Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) diese Frage. "Jetzt merkt man, was sich die Gemeinde die Vereine kosten lässt", sagte Rast. Die gängige Meinung in der Bevölkerung sei, dass die Vereine der Gemeinde wenig Wert seien. Die Kosten würden durch diese Ausweisung transparent.

Mehr Diskussion gab es zum Thema Winterdienst, den laut Kooperationsvertrag das GKU managt. Warum der Winterdienst überhaupt beim GKU gelandet sei, wollte Bernd Merkl (IU) wissen. Weil in Weißenohe der Bauhof den Winterdienst ausführt und man gleiche Bedingungen in dem Vertrag wollte, antwortete Bürgermeister Rast.

Wer den Winterdienst ausübt, möchte Merkl weiterhin im Gemeinderat entscheiden, vor allem, wenn es um Zusatzleistungen gehe. Die Transparenz sei nur offiziell gegeben. "Der Winterdienst ist ein Saisongeschäft. Es ist sinnvoll, Externe zu nehmen", meinte Merkl. "Wir schreiben nicht vor, dass der Bauhof den Winterdienst ausführen muss, sondern fragen, ob er ihn ausführen kann", warf Barbara Poneleit (Grüne) ein.

Bürgermeister Wolfgang Rast konnte diese Diskussion im Gremium nicht nachvollziehen. Vor dem GKU hatte die Verwaltung aufgezeigt, wie viel der Winterdienst kostet, wenn es der Bauhof selbst leistet und was der Winterdienst kostet, wenn es Externe ausführen. Der Gemeinderat entschied. "Nun sagt das GKU, was der Winterdienst kostet, wenn es ihn selbst ausführt, und was, wenn es Externe übernehmen. Und der Gemeinderat entscheidet", meinte Rast. Das Gremium stimmte dann dem Kooperationsvertrag zu.

In die Jahre gekommen

30 Kilo wiegt die Kleidung der Atemschutzträger. Trotz dieses Gewichts müssen sie schnell handeln, in brennende Gebäude rennen, löschen und retten. Für diese Einsätze sollte die Kleidung in erster Linie den Feuerwehrmann schützen - tut es aber nicht mehr in dem Umfang, in dem sie sollte.

Die Kleidung der Atemschutzträger aus allen Igensdorfer Wehren ist in die Jahre gekommen und zeigt deutlichen Verschleiß. Vor allem die Jacken sind nur mehr bedingt für diese Einsätze geeignet. Stefan Hackl, Kommandant der Igensdorfer Wehr, hat deshalb Angebote für neue Kleidung angefordert - Kleidung, die die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Neben dem Helm und den Stiefeln wurde vor allem die Jacke genau beleuchtet. Worauf bei den Jacken überhaupt geachtet werden muss, ergab sich aus den derzeitigen Problemen mit den Jacken. Abgesehen von der schlechten Passform, da es keine Zwischengrößen gibt, sind sie schlecht zu reinigen. Die Jacken werden in die Reinigung gegeben und dort im Nassreinigungsverfahren gereinigt.

Das Problem ist die Imprägnierung, denn durch das Reinigungsverfahren sind die Jacken innen und außen imprägniert. Außen ist das sinnvoll, doch die Innenimprägnierung verhindert einen Wasserdampfaustausch. Schwitzt der Feuerwehrmann ohnehin bei den Temperaturen eines Brandeinsatzes, so kann kein Wasserdampfaustausch mehr stattfinden und es wird auch unter der Jacke zu warm.

Ein weiteres Problem sind die Dampfsperren an den Nähten. Diese lösen sich bei den Jacken inzwischen, hängen wie Netze lose in der Jacke und erfüllen ihre Funktion nicht mehr. Der heiße Dampf des Löschwassers bei einem Einsatz kann in die Jacken dringen. Hinzu kommt, dass die PU-Membranen in den Jacken nicht so feuerfest sind wie gewünscht.

Rund 1000 Euro pro Stück

Kommandant Hackl zeigte dann die eingeholten Angebote. Die österreichische Firma Texport-Survivor-Bear hat Jacken, die alle Anforderungen erfüllen. 992,25 Euro netto würde bei Abnahme von 30 Stück eine Jacke kosten. Diese Jacke hätte zudem das Gurtsystem integriert, das der Feuerwehrmann bisher selbst mitnehmen musste. Integriert ist ebenso die Funktion "Selbstrettung und Fremdrettung." Notwendig ist dies, wenn ein Feuerwehrmann beispielsweise bei Rettungsarbeiten in einem brennenden Gebäude stürzt und sich selbst mit Bandschlingen retten muss.

Von welcher Stückzahl die Rede sei, wollte Werner Hammerand (IU) wissen. 28 Atemschutzträger gibt es in allen Igensdorfer Wehren, drei sollen im nächsten Jahr noch dazu kommen. "Wir werden das genau abfragen und nicht auf Vorrat anschaffen", bekräftigte Hackl. Einstimmig entschied das Gremium, diese Jacken für die Atemschutzträger anzuschaffen.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren