Bamberg

Der Bann ist gebrochen

Brose Bamberg feiert in Gießen einen 105:96-Erfolg nach Verlängerung und beendet die Auswärtsmisere.
Artikel drucken Artikel einbetten
Leon Radosevic (l.) setzt sich im Centerduell gegen John Bryant durch. Kurz vor Spielende foulte der Bamberger Center an der Mittellinie den Gießener Darwin Davis, der sein Team mit drei verwandelten Freiwürfen in die Verlängerung rettete. Foto: Daniel Löb
Leon Radosevic (l.) setzt sich im Centerduell gegen John Bryant durch. Kurz vor Spielende foulte der Bamberger Center an der Mittellinie den Gießener Darwin Davis, der sein Team mit drei verwandelten Freiwürfen in die Verlängerung rettete. Foto: Daniel Löb
Nach wettbewerbsübergreifend 16 Auswärtsniederlagen in Folge sicherten sich die Bamberger Brose-Basketballer am Sonntag in Gießen in einem Krimi mit dem 105:96 (42:38) nach Verlängerung erstmals seit 120 Tagen wieder einen Sieg auf fremdem Parkett. Und der war im Duell gegen einen direkten Konkurrenten um einen Play-off-Platz in diesen turbulenten Tagen doppelt wichtig. Am Dienstag übernimmt dann der neue Cheftrainer Luca Banchi das Kommando und soll den Serienmeister zurück in die Erfolgsspur führen.
Die Verunsicherung nach den vielen Niederlagen war den Brose-Akteuren deutlich anzumerken. In der Offensive wirkten die Aktionen gezwungen. Statt den Ball laufen zu lassen, versuchten es die Bamberger immer wieder im Eins-gegen-Eins. Die Hausherren präsentierten sich nach der dreiwöchigen Pause aber auch nicht in Spiellaune, so dass die Fans ein erstes Viertel auf mäßigem Niveau zu sehen bekamen. Dank der Punkte von John Bryant und Jamar Abrams gingen die 46ers mit 21:16-Vorsprung in die erste Pause.
Für die zweiten zehn Minuten hatten sich die Gäste dann aber offensichtlich einiges vorgenommen. Daniel Hackett übernahm im Angriff viel Verantwortung und brachte Struktur ins Spiel. In der Verteidigung ging Leon Radosevic mit viel Energie gegen Bryant zu Werke und nutzte auf der Gegenseite seine Schnelligkeit gegen den Star der Mittelhessen. Dorell Wright sammelte nach den zahlreichen Fehlwürfen der Hausherren die Rebounds ein. Nach Lucca Staigers Dreier führte das Brose-Team mit 31:25 und wenig später mit 39:32. Austin Hollis sorgte aber schnell wieder dafür, dass die Mittelhessen zurückkamen und nur mit einem 38:42-Rückstand in die Kabine gingen.
Nach dem Seitenwechsel freuten sich die 30 mitgereisten Brose-Fans über eine starke Abwehrleistung ihrer Jungs. Augustine Rubit und Radosevic verzückten die Anhänger mit sehenswerten Blocks. Die Gäste wirkten nun eindeutig präsenter und lagen nach 25 Minuten erstmals zweistellig (53:42) in Front. Doch Hollins & Co. bliesen prompt zur Aufholjagd. Trainer Ilias Kantzouris erstickte diese aber mit einer Auszeit im Keim: Wright, Ricky Hickman und Hackett bauten den Vorsprung bis auf 61:46 aus. Danach schlichen sich zwar einige Abstimmungsprobleme ein, weil Dejan Musli und Maodo Lo gar nicht ins Spiel fanden, dennoch führte der Favorit vor dem Schlussviertel mit 67:55.


Nervenstark an der Freiwurflinie

Den Bambergern gelang es aber nicht, den Sack zuzumachen: Serienweise wurden freie Dreier verballert. Die Gießener witterten Morgenluft und glichen vier Minuten vor dem Ende aus (72:72). Nach einigen Fahrkarten traf Nikos Zisis jetzt zweimal aus der Distanz. Doch Benjamin Lischka und Bryant konterten: 37,8 Sekunden vor Schluss stand es 79:79, nach 40 Minuten 85:85 - Verlängerung. Zunächst sah es so aus, als ob die Hausherren als Sieger vom Feld gehen würden (93:89), doch Bamberg kämpfte, war an der Freiwurflinie eiskalt, eroberte mit einem 12:1-Lauf die Führung zurück und sicherte sich den Sieg.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren