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Ebern
Lesermeinung

Der Abbruch der "Post" in Ebern ist Unfug

Das Thema "Ansiedlung und Bau der neuen Landesbaudirektion (LbD)" ist im Raum durchaus Diskussionsstoff. Nicht jeder ist mit dem Standort zufrieden wie folgende Lesermeinung belegt: Zwei Anmerkungen v...
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Das Thema "Ansiedlung und Bau der neuen Landesbaudirektion (LbD)" ist im Raum durchaus Diskussionsstoff. Nicht jeder ist mit dem Standort zufrieden wie folgende Lesermeinung belegt: Zwei Anmerkungen vorweg, ich habe nichts gegen die Ansiedelung der Landesbaudirektion (LbD) hier in Ebern oder grundsätzlich etwas gegen moderne Architektur. Jedoch nicht auf dem dafür vorgesehenen Areal "Post" und "Delta Markt". Dieses "Baugebiet" ist für ein auf etwa 100 bis 120 Mitarbeiter ausgelegtes Verwaltungsgebäude aus vielen Gründen, wie gleich dargelegt, völlig ungeeignet.

So ist die zu bebauende Fläche schlicht zu gering, da beim Neubau laut bayerischer Bauministerin Kerstin Schreyer, ..."und (wir) auf die Versiegelung zusätzlicher Flächen verzichten können" und somit folgerichtig auch der alte Baumbestand nicht abgeholzt werden darf. Ergo bleiben nur die bereits bebauten Flächen übrig. Wo dann die Tiefgarage hin soll, beziehungsweise die nötige Abbiegespur für die 70 bis 80 oder mehr Pkw der Beschäftigten, für Dienstwagen, Zweiräder und die Besucher, ist mindestens rätselhaft oder gar unmöglich.

Bleibt nur der Ausweg, in die Höhe zu bauen. Und somit droht Ebern genauso ein Betonklotz wie in Haßfurt das neue Justizgebäude mit 39 Dienstzimmern, die LbD soll ca. 100 bis etwa 120 Mitarbeiter bekommen, da kann sich jeder leicht vorstellen, welche Dimensionen das neue Gebäude bekommen könnte. Gut, in Haßfurt liegt der Klotz soweit außerhalb der Altstadt, dass er da keinen Schaden anrichten kann, aber hier in Ebern wird so ein Ungetüm nicht nur das hier vorhandene Ortsbild mit der niedrigen teilweise über 100 Jahre alten historischen Bebauung zerstören, sondern auch die denkmalgeschützte Altstadt in katastrophaler Weise beeinträchtigen. Und was Eyrichshof mit der neuen Lagerhalle immerhin noch vor ihrer Stadtbebauung hingestellt bekommt, könnte den Ebernern dann in ihre Stadt hinein direkt vor ihre Nase gesetzt werden! Hallo, geht's noch?

Aber kein Gemecker oder Kritik ohne Alternativen. Die gab es und gibt es immer noch. Die Chancen einer Nutzung der alten Berufsschule/Förderschule, in der Mozartstraße, oder eine Umsiedlung der BayWa auf das größere ehemalige Mercedes Gelände draußen an der Carl-Benz Straße sind vertan und vorbei. Möglich und am einfachsten und in vielerlei Hinsicht vorteilhaftesten ist doch der Valeo-Parkplatz nur 1,5 Gehminuten weiter. Hier kann man doch problemlos und ohne größere Beschränkungen weiträumig, modern und architektonisch fantasievoll planen und bauen. Was für eine einmalige Gelegenheit hier ein repräsentatives und modernes Stadt-Entree zu schaffen! Die nötige Tiefgarage könnte

einerseits über die bereits vorhandenen Zufahrten zum Parkplatz angefahren werden und

andererseits so groß dimensioniert werden, dass sowohl die Amtsmitarbeiter, die Valeo-Beschäftigten als auch die Mandrops-Kunden ihre Pkw wettergeschützt parken können. Es gäbe keine Probleme u.a. mit dem Denkmalschutz, der Straßenführung mit dem vermehrten Fahrzeugaufkommen in und durch die Altstadt, keine Zerstörung historischer Bausubstanz und dem somit inakzeptabler Eingriff in das Ortsbild. Die Baukosten wären geringer, die Baustellen-An- und Zufahrt wäre einfacher und störungsfreier für Anwohner und Geschäfte und so weiter, und so weiter.

Diese Abwägung der Vor- und Nachteile einer unzweifelhaft höchst problematischen Neubebauung mit vorherigem Abbruch ohne Not der "Post" muss doch jeden logisch und sachlich nüchtern denkenden Menschen überzeugen, hier die neue Landesbaudirektion gerade nicht hinzustellen. Manfred Jung Ebern