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Kronach
Absage

Der 1. Mai wird heuer keine Kundgebungen der Gewerkschaften erleben

Die Corona-Pandemie bedeutet für alle ein Leben im Ausnahmezustand. Auch die Gewerkschaften sind mit dieser neuen Situation konfrontiert, die alle extrem fordert. Mathias Eckardt, DGB-Regionsgeschäfts...
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Die Corona-Pandemie bedeutet für alle ein Leben im Ausnahmezustand. Auch die Gewerkschaften sind mit dieser neuen Situation konfrontiert, die alle extrem fordert. Mathias Eckardt, DGB-Regionsgeschäftsführer in Oberfranken, fällt es dennoch schwer, eine historisch einmalige Entscheidung bekanntzugeben: "Wir müssen die 1. Mai-Kundgebungen für dieses Jahr leider absagen. Der Schutz der Menschen hat in einer solchen Ausnahmesituation Vorrang."

Obwohl das diesjährige Motto zum Tag der Arbeit, "Solidarisch ist man nicht allein", genau in die derzeitige Situation passe, werde auf die Versammlungen verzichtet. "Trotzdem, oder gerade deshalb, müssen wir Solidarität nicht nur in Krisenzeiten wieder zu einem Grundbestandteil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens auch nach der Corona-Krise machen", bekräftigte Eckardt seine Forderung. Die Erleichterungen bei der Kurzarbeit und die Unterstützung von Unternehmen begrüße der DGB ausdrücklich. Aber trotz des Kurzarbeitergeldes bedeute dies für die Beschäftigten einen plötzlichen Einkommensverlust von bis zu 40 Prozent im Haushaltseinkommen. Die Kosten für Miete, Haushalt etc. liefen aber in voller Höhe weiter.

Damit nicht Millionen von Haushalten unverschuldet in Existenznöte gestürzt werden, fordert der DGB eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes.

Der Regionsgeschäftsführer sieht aus Sicht der Gewerkschaften zudem einige Punkte, die es für die Zukunft neu zu bewerten gilt. Privatisierungen im medizinischen Sektor führten zu Verhältnissen, die uns jetzt in einigen Ländern leidvoll vor Augen geführt würden. Eine angemessene Stärke und Ausrüstung von Polizei, Verkehrsbetrieben, Post, Telekommunikation, Rettungs- und Hilfsdienste dürfe keiner schwarzen Null geopfert werden. red