Kronach

"Den Tagen mehr Leben"

Den Hospizverein Kronach gibt es seit 25 Jahren. Am Sonntag ist die Bevölkerung im Rahmen des Jubiläums zu einem Benefizkonzert in die Kronacher Christuskirche eingeladen.
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Wie schon beim Neujahrskonzert (Foto) wird es am Sonntag wieder einen Hörgenuss in der Christuskirche geben. Foto: Heike Schülein/Archiv
Wie schon beim Neujahrskonzert (Foto) wird es am Sonntag wieder einen Hörgenuss in der Christuskirche geben. Foto: Heike Schülein/Archiv

Kronach —  "Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben." Mit diesen Worten hat Cicely Saunders, die Gründerin der modernen Hospizbewegung, deren prägenden Gedanken zusammengefasst. Nicht die Verlängerung der Lebenszeit schwerstkranker Menschen um jeden Preis, sondern die Lebensqualität und die Wünsche, Ziele und das Befinden der Menschen stehen im Vordergrund. Diesem Gedanken hat sich auch der Hospizverein Kronach verschrieben. Am 7. Juli 1994 gegründet, wird er am kommenden Sonntag 25 Jahre alt.

Die Gründung erfolgte auf Initiative von Doris Grundhöfer, Norbert Grundhöfer, Dr. Jens Hartmann und Dr. Peter Witton. "Geburtshilfe" leistete die damalige Geschäftsführerin der Hospiz-Akademie Bamberg, Christine Denzler-Labisch.

Seit damals bietet der Hospizverein Kronach seine Beratung und Begleitung an - ehrenamtlich! Ziel ist es, mit geschulten Mitgliedern die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender zu gestalten. Durch regelmäßige Vorträge soll der Hospizgedanke zum Umgang mit Leben, Sterben und Tod weiter verbreitet werden. Die ausgebildeten ehrenamtlichen Hospizbegleiter und die beiden Hospizkoordinatorinnen Annette Hümmer und Brigitte Raabgrund arbeiten mit Ärzten, Seelsorgern, kirchlichen und sozialen Diensten, Krankenhäusern und Pflegeheimen zusammen. Hinterbliebene können in ihrer Trauerzeit weiter in der 1996 gegründeten Trauergruppe "Brücke" begleitet werden.

Jeder kann die Hilfe in Anspruch nehmen. Die Ausrichtung der Hospizarbeit ist unabhängig von Konfessionen, fühlt sich aber christlichen Wertvorstellungen und humanitärer Ethik verpflichtet.

Das Sterben wird als natürlicher Vorgang begriffen. Töten auf Verlangen oder Beihilfe dazu lehnt der Hospizverein ab. Meilensteine in der Geschichte des Hospizvereins war 1997 das Hospizbüro im Strauer Torweg sowie seit 2001 das Hospizbüro in der Lucas-Cranach-Straße 10. Es wurden zahlreiche Ausbildungskurse für ehrenamtliche Hospizbegleiter durchgeführt sowie Vorträge, Aktionen, Begegnungstreffen und Ausstellungen initiiert.

Jedes Jahr findet ein Benefizkonzert für den Hospizvereins statt, der nach wie vor auf Fördergelder angewiesen ist. Deshalb ist man sehr dankbar, dass sich hierzu immer wieder Musikgruppen ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Hierzu zählt seit vielen Jahren auch Dekanatskantor Marius Popp, der dem Hospizverein freundschaftlich verbunden ist.

Die Verantwortlichen unter Vorsitz von Peter Witton freuen sich sehr, dass der Kirchenmusikdirektor gemeinsam mit den St.-Georgs-Bläsern aus Friesen sowie dem Posaunenchor der Christuskirche auch am Sonntag ein Konzert anlässlich des Gründungstags geben wird. Da es sich dabei um ein Überraschungskonzert handelt, soll an dieser Stelle über das abwechslungsreiche Programm nichts weiter verraten werden. Beginn ist um 19 Uhr. Um eine Spende für den Hospizverein wird gebeten.

Der Begriff "Hospiz" kommt vom lateinischen "hospicium" und bedeutet die gastliche und unterstützende Aufnahme, die mittelalterliche Mönche den Reisenden boten. Unter diesem Begriff hat sich die heutige Hospizbewegung zusammengefunden, die Schwerkranken und Sterbenden helfen will, ihren letzten Lebensabschnitt in Würde zu Ende zu gehen.

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