Weismain

Den Schwedentruppen getrotzt

Am 15. August 1634 zogen die Belagerer von Weismain der Legende nach überraschend ab.
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Einmal mehr eine großartige Sache war die Schwedenprozession in der Jurastadt. Foto: Roland Dietz
Einmal mehr eine großartige Sache war die Schwedenprozession in der Jurastadt. Foto: Roland Dietz

Mit einem großen Einzug bei festlicher Orgelmusik begann die Dankandacht zur Schwedenprozession. 385 Jahre sind die Weismainer inzwischen ihrem Gelöbnis aus dem Dreißigjährigen Krieg treu geblieben. Gerade Jüngere werden sich fragen, was da los war in der Zeit um 1634. 1618 begann einer der schlimmsten Konflikte der Menschheitsgeschichte. Der Konflikt war einerseits ein Glaubenskrieg zwischen der Katholischen Liga und der Protestantischen Union und gleichzeitig ein Kampf um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich.

Schwedische Truppen hatten für längere Zeit ein größeres Lager in Weismain aufgeschlagen. Überliefert ist, dass die Mainrother Kirche im Jahr 1633 nach einem Überfall von schwedischen Reitern in Brand gesteckt wurde. Geplündert wurden das Kloster Langheim und die Mühle in Rothwind. Dies hatte jedoch aus heutiger Sicht mehr den Grund, dass die Besatzer auf der Suche nach Nahrung waren. In der Legende gibt es drei Versionen über den Abzug der Schweden am 15. August 1634. Da seit langem vergeblich erwartet wurde, dass das kaiserliche Heer den Weismainern zu Hilfe kommt, sollen die einfallsreichen Bürger im August 1634 kurzerhand selbst in die Rolle der Soldaten geschlüpft sein. Mit Dreschflegeln, Mistgabeln und Sensen bewaffnet, marschierten sie der Sage nach mit viel Getöse um den Kalkberg herum und wieder auf die Stadt zu. Die auf der gegenüberliegenden Talseite am Kordigast lagernden Schwedentruppen hielten die Ankömmlinge für die Armee des Kaisers und zogen fluchtartig ab.

Auch könnte der Abzug mit der Entscheidungsschlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 zusammenhängen, da die schwedischen Truppen dort benötigt wurden. Fest steht, dass die Schweden eine Bresche in die Stadtmauer schlagen wollten, um die Stadt zu erstürmen. In ihrer Not hatten die gläubigen Weismainer Zuflucht im Gebet zur Mutter Gottes gesucht. So soll an diesem Tag eine Marienerscheinung auf der Stadtmauer die feindlichen Soldaten in die Flucht geschlagen haben.

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