Herzogenaurach

Den Schmetterling gewählt

Die Carl-Platz-Schule ist gewachsen. Ein neuer "Pavillon" kann bezogen werden und überrascht trotz seines altertümlichen Namens mit modernster Ausrüstung. Den Schülern gefällt es auf alle Fälle.
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Der Neubau steht oberhalb des Wiwa-Weihers, dort wo der "alte Pavillon" bereits stand. Fotos: Michael Busch
Der Neubau steht oberhalb des Wiwa-Weihers, dort wo der "alte Pavillon" bereits stand. Fotos: Michael Busch
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Michael Busch "Pavillon" - der Begriff irritierte den einen oder anderen Besucher, der anlässlich der Einweihung desselbigen zur Carl-Platz-Schule in Herzogenaurach gekommen war. Denn mit der Vorstellung eines "freistehendem, leichten Bauwerks in einer Garten- oder Parkanlage, ein vorspringender Gebäudeteil eines Bauwerks, der sich durch ein meist als Kuppel ausgebildetes Dach vom restlichen Gebäude abhebt", wie zumindest diverse Lexika den Begriff definieren, hat der Neubau nicht mehr viel gemein.

Doch Schulleiter Markus Hahn sorgte gerne für Aufklärung: "Der Begriff Pavillon stand bis ins 18. Jahrhundert für ein großes, viereckiges Zelt", startete er seine Ausführungen. Das Wort sei aus dem Französischen entlehnt und stehe im eigentlichen Sinne für Schmetterling, da die umgeschlagenen Enden am Zeltausgang an das Aussehen eines Schmetterlings erinnerten.

"Wenn ich nun heute für die Schulgemeinschaft die Ehre habe, den Pavillon-Neubau entgegenzunehmen und die Wahl habe zwischen einem Kriegszelt und einem Schmetterling, fällt es mir nicht schwer, mich zu entscheiden", erklärte Hahn.

Nun sind sie also in einem "Schmetterlingsbau", die Schüler der Herzogenauracher Carl-Platz-Schule. Nach nunmehr drei Jahren von der Beschlussfassung bis zum Neubau, wie Bürgermeister German Hacker betonte. "Keine lange Zeit", ergänzte er. Die Notwendigkeit sei durch die Schulerweiterung und den daraus resultierenden Zuwachs bei den Schülern unfraglich gewesen. Im September 2015 beschloss der Stadtrat den Neubau, im April 2016 den dreigeschossigen Bau. Der alte Pavillon wurde in den Osterferien 2016 abgerissen, der Spatenstich erfolgte im August 2016. Und nun galt es, die Einweihung zu feiern.

Bild gerettet

Vier Gruppenräume für die Mittagsbetreuung, ein Mehrzweckraum, acht Klassenzimmer, Aufenthaltsräume, Lernwerkstätten. Garderoben, Toiletten, Behindertenaufzug und Technikräume sind auf einer Nettogrundrissfläche von rund 2400 Quadratmetern untergebracht. Bürgermeister Hacker sagte: "6,4 Millionen Euro wurden verbaut, der Freistaat Bayern beteiligt sich mit 492 000 Euro. Hacker wies aber auch auf ein Detail hin: "Im alten Pavillon, in dem bereits ich meine Schulzeit verbrachte, gab es ein gefliestes Bild mit Fischen an der Wand. Das haben wir übernommen und hier im neuen Pavillon mit angebracht!"

Rektor Hahn weiß um die Besonderheit und Modernität des Gebäudes und ist sich sicher, "dass wir um die Ausstattung beneidet werden". So gibt es Whiteboards mit intelligenten Beamern in den Klassenzimmern. Zwei Lernwerkstätten existieren unter den Ideen "Experimentieren und Forschen" sowie "Lernen und Üben". Diese ermöglichen kompetenz- und handlungsorientierte Unterrichtsstunden, in denen das selbst Entdecken, Ausprobieren, im Team arbeiten, dokumentieren, präsentieren und reflektieren möglich sein wird. Jede Werkstatt ist mit einem modernen Touch-Screen ausgestattet.

"Ein Lichthof in jeder Etage ermöglicht freie Arbeitsformen und schafft Raum für Leseecken, Ausstellungen und Präsentationsflächen", erklärte der Schulleiter vor den Gästen. Ein besonderer Dank ging an die Hausverwalter, die mit viel Wissen und Sachverstand, gepaart mit praktischer Erfahrung, den Baufortschritt begleitet haben. "Die Bauphase hat dem Schulleiter zusätzliche Energie. Kraft und zeitliche Ressourcen abverlangt", dankte Hahn den unterstützenden Kräften.

Umrahmt war die dann feierliche Schlüsselübergabe durch Vorträge der Schulklassen, dem kirchlichen Segen und den Ausführungen des Architektenbüros.



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