Ebern

Den Nachrichten um Stunden voraus

Eberns Freie Wähler staunten über die moderne Drucktechnik bei der Mediengruppe Oberfranken in Bamberg.
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Im Herzen einer der modernsten Druckereien Deutschlands: die Freien Wähler Ebern bei ihrem Besuch der Bamberger Mediengruppe Oberfranken Foto: Kestel
Im Herzen einer der modernsten Druckereien Deutschlands: die Freien Wähler Ebern bei ihrem Besuch der Bamberger Mediengruppe Oberfranken Foto: Kestel

Den aktuellen Nachrichten des Wochenendes um einige Stunden voraus - diese Ausnahmesituation erlebten Mitglieder der Freien Wähler Ebern (FWE) bei einer Betriebsbesichtigung der Mediengruppe Oberfranken, wo sie am Freitagabend live verfolgten, wie Teile der unterfränkischen Haßberge-Ausgabe des Fränkischen Tages gedruckt wurden. Die fanden sie am nächsten Morgen in ihren Briefkasten in der Gesamtform wieder.

Welch publizistischer, technischer und logistischer Aufwand hinter der Herstellung einer Tageszeitung steckt, zeigte sich beim Blick in die Zentralredaktion und die Anzeigenherstellung sowie hauptsächlich bei der Führung durch das Druckzentrum, wo Hermann Michel als einstiger Druckereileiter ausführlich auf die Vorzüge eines neuen Druckriesen einging, der 2015 als Millioneninvestition gekauft wurde und den Betrieb aufnahm und bis heute als eine der modernsten Anlagen in Deutschland gilt.

Eindrucksvoll erlebten die FWE-Besucher dabei, wie aus einer Computer-Datei eine Druckplatte für eine Zeitungsseite entsteht, die dabei wie von Geisterhand (per Strichcode) an die richtige Stelle des Walzwerkes wandert. Bei fünf Zeitungstiteln mit meist 32 Seiten sowie sieben Anzeigenblättern, die von der Mediengruppe täglich und wöchentlich produziert werden, ein Wunderwerk.

Rund 125 000 Zeitungen ratterten beim Besuch der FWE-Delegation am Freitagabend durch die Papierbahnen, Walzwerke und Förderbänder der Weiterverarbeitung, wo die einzelnen Teile (Fachjargon: Bücher) der Zeitung sowie die Beilagen zusammengeführt werden, ehe sie ab Mitternacht, sauber verpackt und adressiert an die rund 2000 Austräger im Verbreitungsgebiet gefahren werden. "Imposant", "beeindruckend" lauteten die Kommentare der Besucher, als nach einem Plattenwechsel die Druckmaschine von Null nicht auf Hundert, sondern auf 55 000 Exemplare pro Stunde hochfuhr.

Auf mannshohen Mühlrädern

Zu diesem Zeitpunkt längst fertig waren die Anzeigenblätter und die Wochenendbeilage "Fränkischer Sonntag", sorgsam aufgerollt auf mannshohen Mühlrädern. "Die Maschine läuft von Sonntagnacht um 21 Uhr bis Freitag 24 Uhr nahezu ununterbrochen durch", umriss Hermann Michel die Routine im Schichtbetrieb. Drei Mann im Leitstand und Papierkeller wachten über den geordneten Ablauf. Die tonnenschweren Papierrollen, die für den Druck benötigt werden, stammen aus umweltfreundlicher Recycling-Produktion aus Eltmann.

Neben dem täglichen Druckprodukt und den ständig erneuerten Online-Inhalten, die 130 Redakteure erstellen, gehören viele andere Angebote zum Portfolio der Mediengruppe Oberfranken: 50 Einzelmarken aus 32 Firmen. So werden Anzeigen auch für andere Verlage, Gesundheitsmagazine und Online-Pakete erstellt. Fast rund um die Uhr Neuigkeit aus Franken aus diversen Kanälen ins weltweite Nachrichtennetz hinausposaunt.

Eine massive Säule ist dabei die Druckerei, wo neben den Tageszeitungen wöchentlich fast 400 000 Exemplare an Anzeigenblättern produziert werden. "Wir erreichen mit unseren Medien jeden zweiten Bürger im Verbreitungsgebiet", stellt dazu Geschäftsführerin Sigrun Albert fest.

Das Verbreitungsgebiet? Es deckt weite Teile von Ober-, Unter- und Mittelfranken ab, so um die MGO-Standorte Bamberg, Bad Kissingen, Kulmbach, Coburg, Forchheim, Kronach, Ebern/Zeil, Bad Staffelstein, Herzogenaurach/Höchstadt und Kitzingen, aber auch bis nach Meiningen, Würzburg und Augsburg reichen die Nachrichtenstränge.

Mit so vielen Informationen versorgt, mussten die Besucher die Nachrichtenflut erst einmal sacken lassen. Dies gelang beim gemütlichen Austausch im "Schlenkerla", wo neue Erfahrungen warteten: das Problem, am Freitagabend dort eine Gruppe unterzubringen, und - da dies gelungen - in der Folge, sich einen Weg durch die Menge zu bahnen. RK

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