Coburg
Appell

Den Anger nicht verkaufen!

Der Ketschenanger steht derzeit im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Nicht nur wegen der Pläne für das Hotel, das dort gebaut werden soll: Einigen geht es auch um den Anger an sich. Denn der Platz...
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Der Ketschenanger steht derzeit im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Nicht nur wegen der Pläne für das Hotel, das dort gebaut werden soll: Einigen geht es auch um den Anger an sich. Denn der Platz vor der Altstadt sei Allgemeingut, sagen nun Christa Minier, Vorsitzende der Altstadtfreunde, und Auwi Stübbe, Präsident des Coburger Designforums Oberfranken.

Beide wenden sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD). Darin fordern sie, dass der Stadtrat am Donnerstag den Beschluss zurücknimmt, einen Teil des Angers für das Hotelprojekt zu verkaufen. Denn mit einem Verkauf an einen Investor seien "zentrale Belange der Coburger Bürger betroffen".

Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung am 11. April entschieden, dass er das Projekt befürwortet, an der Ketschendorfer Straße gegenüber dem Kongresshaus ein Hotel zu errichten. Dort befand sich bis vor kurzem die Dreifachsporthalle mit großer Zuschauertribüne. Ein Hotel an dieser Stelle mit einer neuen Veranstaltungshalle direkt daneben auf dem Anger ist im Bebauungsplan "Coburgs neuer Süden" vorgesehen.

"Der Anger ist nicht irgendein Stück Land in städtischem Besitz, sondern Teil der Allmende, des Gemeindelandes, das seit jeher dem Nutzen aller Bürger dient. Da es gewohnheitsrechtlich und symbolisch gesehen eng in Verbindung mit der Entwicklung des Bürgerrechtes steht, wurde es in der nahezu tausend Jahre währenden Geschichte dieser Stadt noch nie angetastet.

Was in Zukunft mit diesen Flächen geschieht, kann daher nur im Konsens mit den Bürgern entschieden werden", schreiben Minier und Stübbe.

Deshalb sei "dafür Sorge zu tragen, dass dieser öffentliche Raum von allen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden kann. Das stärkt den sozialen Zusammenhalt, die Traditionen ihrer Bürger und so die Offenheit für die, die neu ankommen". Wenn ein Teil des Angers "dazu noch ohne irgendwelche Auflagen" an ein Unternehmen veräußert werde, falle er unter private Kontrolle und diene nurmehr dem Unternehmensgewinn, fürchten Minier und Stübbe. Tessmer müsse verhindern, dass die Stadt "wertvollsten und den Traditionen bürgerlichen Freiheitsbewusstseins verbundenen Raum für rein kommerzielle Zwecke und privaten Gewinn" veräußere. "Der öffentliche Raum ist ein kostbares Gut, dessen Schutz und Erhalt Aufgabe verantwortlicher Politik ist." sb

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