Fischbach

Den "Alleskönner" Tee entdeckt

"Fischbachs frecha Früchtla" waren auf dem Grundstück der Familie Fischer, um dort Zutaten für einen gesunden und leckeren Tee zu sammeln. Die Jugendgruppe des örtlichen Obst- und Gartenbauverein lernte wieder viel Neues.
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"Fischbachs frecha Früchtla" sammelten Zutaten für Tee und "kreierten" ihre eigene Mischung.  Foto: Schülein
"Fischbachs frecha Früchtla" sammelten Zutaten für Tee und "kreierten" ihre eigene Mischung. Foto: Schülein

Seit Jahrhunderten ist Tee eines unserer liebsten Genussmittel. Er schmeckt, ist gut für die Gesundheit - und ein in Ruhe geschlürftes Tässchen ist Balsam für die Seele, gerade in der kalten Jahreszeit. Nun begaben sich "Fischbachs frecha Früchtla" im Garten der Familie Fischer auf die Suche nach cleveren und ökologischen Alternativen der Marke "Eigenanbau".

Gleich zu Beginn entdeckte man die Blüten des Gänseblümchens im Rasen. Frisch oder getrocknet wirken sie aufgebrüht als Tee gegen Husten und Schnupfen. Direkt daneben hatte sich Löwenzahn angesiedelt. Er gilt als blutbildend und blutreinigend. Auch die Haut kann durch den Tee von Pickeln, Ekzemen, Hühneraugen und Warzen befreit werden. Auf der Wiese durfte ebenso die Brennnessel nicht fehlen. Sie wirkt harntreibend und entgiftend. Breit- und Spitzwegerich hilft als Tee bei Husten, Halsschmerzen und Verdauungs-Beschwerden.

Reich an Vitamin C

Bei den Obstgehölzen fanden sich unter anderem Brombeer-, Himbeer- und Heidelbeerpflanzen. Brombeerblättertee hat eine zusammenziehende Wirkung. Himbeerblätter sind besonders reich an Vitamin C; Eisen und Kalzium sind weitere wichtige Inhaltsstoffe. Heidelbeeren helfen getrocknet im Tee gegen Durchfall und bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Sie wurden mit den restlichen Erdbeeren, bei denen die Blätter als stoffwechselanregend gelten und bei Magen-Darm-Beschwerden helfen, verputzt.

Bei einer Erkältung mit Halsweh, Husten und Fieber entfaltet Apfeltee lindernde Wirkung - ebenso wie bei Verstopfung, Koliken und Kopfschmerzen. Allerdings fand auch der letzte Apfel seinen Abnehmer ebenso wie die Weintrauben, die häufig als Rosinen in Teemischungen zu finden sind.

Bewährtes Hausmittel

Weiter ging es im Blumengarten. Rosenblütentee gilt als entzündungshemmend und ist daher auch bei Ekzemen und Hautverletzungen ein bewährtes Hausmittel. Insektenstiche lassen sich mit Rosenblütentee gut behandeln - und auch Verdauungsstörungen bekämpfen viele Menschen mit Rosenblütentee. Auch vertrauen sie darauf, dass der Tee Herz sowie Kreislauf stärkt. Ihre jetzt deutlich sichtbaren Samen, die Hagebutten oder Hiffen, kannten bereits viele als Marmelade. Dank der vielen Vitamine und Mineralien in der Frucht kann Hagebuttentee den Körper unterstützen, nach Krankheiten wieder zu Kräften zu kommen. Gleich daneben hatte der Lavendel im Sommer noch geblüht. Neben der Wirkung auf die Psyche soll der Tee bei Migräne und Kopfschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden helfen. Die großen Blüten des Hibiskus kannten viele, doch dass sich diese auch in Früchtetees befinden, war den Kindern neu. Den Holunder hatte man bereits im Vorjahr kennengelernt und erfahren, dass die Beeren reich an Vitamin C und B sowie ätherischen Ölen und wichtigen Mineralstoffe sind. Außerdem hilft Holunderblüten-Tee vor allem bei einer beginnenden Erkältung.

Mittlerweile warf auch die Weide ihre gelben Blätter ab und Susanne Gärtner erklärte, dass sich in der Rinde des Baumes eine Substanz befindet, die ähnlich wie der chemische Arzneistoff Acetylsalicylsäure wirke. Wichtig ist vor allem aber das pflanzliche Salicin. Es wird durch die Darmflora in Salicylsäure umgewandelt, dem Grundstoff für Aspirin.

Im Kräutergarten stieß man auf alte Bekannte wie die neutralisierend und verdauungsfördernd wirkende Pfefferminze und den Salbei - gut bei Husten und Atemwegserkrankungen. Die Zitronenmelisse ist bekannt als Kraut, das "das Herz freudig macht", während die Zitronenverbene bei mancher Mutter schon für einen besseren Milchfluss gesorgt hat.

Derart gut informiert, machten sich die Kinder daran, ihre eigene Teemischung zu komponieren, abzufüllen und zu dekorieren, um es eventuell als Weihnachtsgeschenk zu verschenken. So wurden erst einmal Probemischungen, aus den zur Verfügung gestellten getrockneten Blättern, Früchten und Blüten angesetzt, aufgebrüht und verkostet, bevor die endgültige Mischung abgewogen im Beutel landete. Jeder bekam ein Infoblatt mit Teemischungen und den Wirkungen der einzelnen Heilpflanzen. Bei einem warmen Schluck Tee, Kuchen und Muffins fand der informative Nachmittag seinen gemütlichen Ausklang.

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