Kulmbach

Demenz ist kein Tabuthema

Das Staatsministerium für Gesundheit führt im September eine Demenzwoche durch. Auch das Kulmbacher BRK beteiligt sich daran.
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Luisa Streng (im Hintergrund, rechts) und Anette Fick (vorne, rechts) spielen mit zwei Bewohnern im Garten des Dr.-Julius-Flierl-Seniorenheims in Marktleugast eine Partie "Mensch, ärgere dich nicht!". Foto: privat
Luisa Streng (im Hintergrund, rechts) und Anette Fick (vorne, rechts) spielen mit zwei Bewohnern im Garten des Dr.-Julius-Flierl-Seniorenheims in Marktleugast eine Partie "Mensch, ärgere dich nicht!". Foto: privat
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Mit der ersten bayerischen Demenzwoche vom 13. bis 22. September will das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Gesellschaft für das Thema Demenz sensibilisieren und die Bevölkerung über das Krankheitsbild und Möglichkeiten der Unterstützung informieren. An der Umsetzung der Demenzwoche beteiligt sich auch der BRK-Kreisverband Kulmbach mit verschiedenen Aktionen.

In Bayern leben bereits heute über 240 000 Menschen mit Demenz, und diese Zahl wird aufgrund des demografischen Wandels in den kommenden Jahren weiter steigen. "Demenz kann jede und jeden von uns treffen", sagt die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Interessante Vorträge

"Am Donnerstag, 19. September, findet ab 16.45 Uhr ein Infoabend im Erdgeschoss der BRK-Geschäftsstelle statt", sagte Luisa Streng, die beim Roten Kreuz für den Bereich Tagespflege und ambulante Dienste verantwortlich ist, bei der Vorstellung des Programms. Um 17 Uhr halte Monika Hammerla einen Fachvortrag zum Thema "Die Mutter macht nichts mehr - Rat & Tat bei Demenz". Die Fachpflegekraft für Gerontopsychiatrie und geriatrische Rehabilitation, Gedächtnistrainerin und Autorin wird auch einige ihrer Veröffentlichungen vorstellen.

Gegen 17.45 Uhr referiert Luisa Streng über die Einrichtungen für die Betreuung und Aktivierung Demenzkranker, hier insbesondere über die Möglichkeiten der Tagespflege. Das Landratsamt beteiligt sich mit einem Infotisch und einem Mitmachparcours unter dem Motto: "So fühlt es sich an, wenn man nicht mehr alles weiß".

"Wir wollen mit diesem Fachtag insbesondere Angehörige, ehrenamtliche Helfer, Fachpflegekräfte, aber auch alle sonstigen Interessierten ansprechen", erklärte Luisa Streng. Eine Anmeldung sei nicht nötig, alle seien bei kostenfreiem Eintritt herzlich in die BRK-Geschäftsstelle am neuen Rot-Kreuz-Platz in Kulmbach eingeladen.

Aktuell drei Einrichtungen

Das Kulmbacher BRK betreibt drei Einrichtungen, in denen aktuell eine eingestreute Tagespflege möglich ist, nämlich das Bürgerhospital in Kulmbach, das Haus Rotmaintal in Neudrossenfeld und das Dr.-Julius-Flierl-Seniorenheim in Marktleugast. "Zusätzlich wird es ab Ende des Jahres eine solitäre Tagespflege mit 20 Plätzen in der Kulmbacher Luitpoldstraße geben", sagte Luisa Streng.

In diesen bestehenden Einrichtungen wird es während der Demenzwoche auch explizite Beschäftigungsangebote für Betroffene geben, wie etwa Filmnachmittage, Sitztänze, Singkreise oder gemeinsame Koch- und Backgruppen. In der Berufsfachschule Stadtsteinach wird ein Infostand mit allerlei Material bestückt, und die ambulante Pflege bringt den Betroffenen kleine "Give-Aways" mit ins Haus.

"Wir wollen mit unserer Aktion aufmerksam machen und die Angebote für Betroffene und Angehörige aufzeigen", erläuterte Luisa Streng. Betroffene könnten sich jederzeit an das BRK wenden und je nach Wunsch und Bedürfnis entsprechende Beratungen in Anspruch nehmen. "Es darf kein Tabu sein, über Demenz zu sprechen oder Hilfsangebote anzunehmen", fordert Ministerin Huml. Gemeinsames Ziel müsse eine Gesellschaft sein, in der Menschen mit Demenz ganz selbstverständlich ihren Platz haben.

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