Neufang

Dem Whisky auf der Spur

 In Neufang wurde der zweite "Eifinger Malt Old Hans" serviert. Christian Steinlein von der gleichnamigen Gaststätte machte die Teilnehmer des Whisky-Tastings mit den Besonderheiten der Spirituose vertraut.
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André (links) und Tobias (rechts) aus Thurnau sowie Michael aus Stammbach testen eine Auswahl verschiedener Whiskys.  Fotos: Werner Reißaus
André (links) und Tobias (rechts) aus Thurnau sowie Michael aus Stammbach testen eine Auswahl verschiedener Whiskys. Fotos: Werner Reißaus
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Winterzeit ist im Wirsberger Bergdorf Neufang seit einigen Jahren auch Whisky-Time. Vor knapp zehn Jahren hatte Christian Steinlein, der jüngste Spross aus der alteingesessenen Gastwirts-Dynastie Steinlein, die Idee aus Schottland mit nach Neufang gebracht und vorgeschlagen, nicht nur die herkömmlichen Obstsorten in der elterlichen Brennerei zu brennen, sondern sich auch am Whisky zu versuchen.

Die Begeisterung von Vater Herbert hielt sich anfangs in Grenzen. Er war sogar sehr skeptisch, ließ sich aber überzeugen. In diesen Tagen wurde bereits der zweite "Eifinger Malt Old Hans" aus dem Fass geholt. Die rund 70 Besucher des Neufanger Whisky-Tastings waren einmal mehr begeistert, auch darüber, wie der Abend von Christian Steinlein zelebriert wurde.

Christian Steinlein, der von Beruf als Förderschullehrer tätig ist, präsentierte voller Stolz den Whisky. "Er lag jetzt fünf Jahre im Eichenfass und wird heute Abend an die Gäste weitergegeben", sagte Steinlein, der für das Tasting Stationen zum Riechen, Schmecken und Probieren vorbereitet hatte.

Der Whisky-Rinderbraten

Vorneweg wurde ein Whisky-Rinderbraten serviert. Im Mittelpunkt standen aber nicht die großen Belehrungen, wie sie bei einem Whisky-Tasting oft üblich sind, sondern der Spaß und die Unterhaltung.

Was auffiel: Es waren viele junge Gäste, die ins "Eifinger" Dorfwirtshaus gekommen waren und denen Steinlein auch von der ersten urkundlichen Erwähnung der Whisky-Herstellung berichtete, die in Schottland 1494 erfolgte: "Der Benediktiner-Mönch John Cor aus einem Kloster in der damaligen schottischen Hauptstadt Dunfermline hat damals acht Bollen Malz einkauft. Acht Bollen entsprachen rund 500 Kilogramm, was zur Herstellung von ungefähr 400 Flaschen Whisky ausreicht", sagte er.

Durch eine mindestens dreijährige Reifung des endgültigen Destillats in Holzfässern mit einem Fassungsvermögen von 700 Litern werde Whisky zur Spirituose mit einem Mindestalkoholgehalt von 40 Prozent, teilte Christian Steinlein den Teilnehmern weiter mit.

Riechen oder löffeln

Die Gäste konnten verschiedene Destillate kosten, mit bloßem Riechen oder dem Probieren mit einem kleinen Löffel. Es folgte der Triangel-Test, ein sensorisches Verfahren. Es wurden drei Proben vorgelegt. Dieses Verfahren wird laut Steinlein in der Lebensmitteltechnik unter anderem in den Bereichen Produktentwicklung, Rezepturänderung und Qualitätssicherung eingesetzt.

Dann ging es um das Zuordnen einer dazugehörigen Beschreibung von drei ausgewählten Whiskys. Neben dem Aroma und dem Geschmack war der Abgang gefragt. Beim "Freien Trinken" standen als 14 verschiedene Whiskys zur Auswahl. Schließlich ging es noch in die Aroma-Bar mit einer Sammlung von zwölf verschiedenen Whisky-Düften. Die Teilnehmer mussten herausfinden, welche Düfte es sind. Infrage kamen unter anderem Düfte wie Blumenkohl, Zimt, Rauch, Honig oder Pfirsich.

Felix Schmidt (18) aus Kulmbach war beeindruckt, sammelte erste Erfahrungen mit Whisky.

Mit dem früheren Tierarzt Hans Goller (86) aus Himmelkron war auch ein Verwandter der Steinleins mit seiner Familie zu Gast: "Ich bin kein Whisky-Kenner, aber wir sind immer wieder zu Gast und unterstützen auch die Initiativen, weil sie gut und ursprünglich sind."

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