Bad Rodach
Bedeutung 

Dekoratives aus der Stadt

Die Roesler-Börse kann auf eine lange Tradition zurückblicken, sie findet heuer zum 20. Mal statt. Die Feinsteingutfabrik Roesler hat Bad Rodach geprägt.
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Wilhelm Busch lässt grüßen: Legendäre Figuren wie "Max und Moritz" sind es, die bei der Roesler-Börse auf dem Bad Rodacher Schlossplatz gehandelt werden. Foto: Kurt Hinner
Wilhelm Busch lässt grüßen: Legendäre Figuren wie "Max und Moritz" sind es, die bei der Roesler-Börse auf dem Bad Rodacher Schlossplatz gehandelt werden. Foto: Kurt Hinner
Auch in diesem Jahr lädt der Rodacher Rückert-Kreis zur Roesler-Börse nach Bad Rodach ein. Am Samstag, 26. August, treffen sich von 12 bis 17 Uhr wieder die Freunde und Sammler der Feinsteinguterzeugnisse aus der Fabrik von Max Roesler in Bad Rodach auf dem Schlossplatz vor dem "Haus des Gastes". Zeitgleich findet der Altstadtflohmarkt rund um das Jagdschloss statt, auf dem es immer interessante Dinge zu erstehen gibt. Und auch hier findet man an vielen Ständen Produkte aus der Feinsteingutfabrik Max Roesler, also lohnt sich auch dafür der Besuch an diesem Samstag in Bad Rodach. Vor sechs Jahren hat man sich dazu entschlossen, beide Veranstaltungen zusammenzulegen.


Spaziergang und Gespräche

Zur diesjährigen Roesler-Börse werden wieder viele Besucher erwartet. Viele Jahre haben die Bad Rodacher Geschäftsleute und auch viele Privatleute Roeslerprodukte in ihren Schaufenstern dekoriert und es war immer eine Freude, zur Roesler-Börse durch Bad Rodach zu spazieren sowie sich all die schönen Stücke anzuschauen. Das gibt es auch in diesem Jahr wieder. Am Samstagabend um 19 Uhr sind alle Interessierten eingeladen, in die Gaststätte "Zum lustigen Kegler" zu kommen zu einem gemeinsamen Abschluss mit interessanten Gesprächen und einem Vortrag von Rolf Peters.
Wer an der Roesler-Börse oder am Altstadtflohmarkt aktiv mit einem Stand teilnehmen möchte, erhält Informationen bei der Stadt Bad Rodach unterTelefon 09564/922215. Im Rathaus kann man auch Plakate und Flyer bekommen. Das Heimatmuseum hat an diesem Tag für das Publikum geöffnet.
Aber wie hat alles angefangen? Wenn man ganz früh beginnen will: Natürlich mit der Gründung der Feinsteingutfabrik Max Roesler im Jahre 1896. Die erfolgreiche Geschäfts- und Modellpolitik machte die junge Fabrik sehr schnell zu einem erfolgreichen Unternehmen, das schon um die Jahrhundertwende zu den erfolgreichsten der Branche gehörte. Die Vielfältigkeit der Formen und Dekore dieser Fabrik, die nicht einmal 50 Jahre produziert hat, begeisterte zu allen Zeiten breiteste Käuferschichten. Und auch heute noch erfreuen sich viele Sammler an diesen Produkten aus Historismus, Jugendstil und Art Deco.
Es ist das Verdienst des Rodacher Rückert-Kreises unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden und Gründers dieses rührigen Vereins, der sich die Förderung der kulturellen und geschichtlichen Belange Rodachs auf die Fahnen geschrieben hatte, dass auch in Rodach die Feinsteingutfabrik Max Roesler nicht in Vergessenheit geraten konnte. Egbert Friedrich war es, der schon in den 70er Jahren erkannte, dass nicht nur die Geschichte der Stadt Rodach vor 200, 300, 500 Jahren bewahrenswert ist, sondern dass auch die neuere Geschichte des Industriezeitalters zu den wichtigen Aspekten der Entwicklung gehören. So war es für ihn selbstverständlich, dass die Handwerks- und Industriegeschichte sowie die Geschichte der Arbeiter und Fabriken in das Heimatmuseum gehörte, das 1982 eingeweiht wurde.
Sein Domizil fand das Heimatmuseum in dem 1982 zu einem Kulturzentrum umgebauten Jagdschloss, das jahrzehntelang als Grundschule gedient hatte. In der oberen Etage wurde unter Federführung des Rückertkreises das Heimatmuseum eingerichtet, das auch und gerade die Rodacher Industriegeschichte dokumentiert.


Rodach bekannt gemacht

So wurde nicht nur der Spielzeugindustrie eine Abteilung eingerichtet, sondern auch die Fabrik von Max Roesler, die mit ihren weltweit vertriebenen Produkten Rodach bekannt gemacht hatte, erhielt ihren gebührenden Platz. Viele Rodacher folgten dem Aufruf des Rückertkreises und spendeten Tortenplatten, Küchengarnituren, Vasen, Dosen und Figuren aus der großen Palette Roesler'scher Produktion, die sie über viele Jahrzehnte zu Hause aufbewahrt und als Erinnerung an die guten alten Zeiten, an Eltern und Großeltern in Ehren gehalten hatten.
Seit seiner Eröffnung erfreute das Heimatmuseum unzählige begeisterte Besucher, viele Rodacher, Generationen von Schulklassen und - seit Rodach 1999 zum "Bad" ernannt wurde - auch viele Kurgäste.
Mit dem neuen Vorsitzenden des Rodacher Rückert-Kreises, Dieter Zimmer, auch einem passionierten Roesler-Sammler, wurde die Idee entwickelt, an die 1992 erfolgreiche Veranstaltung einer Roesler-Börse anzuknüpfen, und im Juli 1998 fand in Bad Rodach die 2. Roesler-Börse statt. Die Familie Zimmer war seitdem der Fürsprecher und Organisator aller weiteren Roesler-Börsen bis heute. red

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