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Dekanat hat zu viele Gebäude - nun sind "harte Entscheidungen" gefragt

"Coburg ist mit Abstand das Dekanat mit dem größten Gebäudebestand aller evangelischen Dekanate in Bayern." Grund zur Freude sei das nicht, warnte Diakon Rainer Mattern, Geschäftsführer von Kirchengem...
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"Coburg ist mit Abstand das Dekanat mit dem größten Gebäudebestand aller evangelischen Dekanate in Bayern." Grund zur Freude sei das nicht, warnte Diakon Rainer Mattern, Geschäftsführer von Kirchengemeindeamt und Gesamtkirchenverwaltung, am Samstag auf der Herbsttagung der evangelischen Dekanatssynode in der Lukaskirche. "Wir müssen unseren Gebäudebestand massiv herunterfahren, um inhaltliche Arbeit machen zu können." Der Gebäudebestand könne nicht erhalten werden, das verlange "harte Entscheidungen".

Die Zahl der Gemeindeglieder geht zurück. Die evangelische Kirche im Coburger Land leidet unter der demografischen Entwicklung, und die konfessionelle Zusammensetzung der Coburger Bevölkerung wandele sich. Die Gemeinden müssen zusammenrücken. Habe die evangelische Kirche zum Teil schon mit dem aktuellen Landesstellenplan gehadert, zeichne sich im nächsten Landesstellenplan für die Jahre 2020 bis 2023 eine weitere Kürzung um noch einmal zehn Prozent ab. Und trotzdem, so Dekan Stefan Kirchberger: "Es wird die Leute nicht geben, die diese Stellen besetzen können."

Wahlen stimmen optimistisch

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Die Ergebnisse der Kirchenvorstandswahlen im Oktober gaben aber Anlass zum Optimismus. "Das war eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als vor sechs Jahren", stellte Susanne Greiner-Schunk aus Neustadt fest. Neustadt-St. Georg war die Kirchengemeinde mit der größten Anzahl an Wählern. Von insgesamt 4333 Wahlberechtigten in Neustadt seien 944 (22 Prozent) zur Wahl gegangen. Prozentual war aber die Kirchengemeinde Beuerfeld mit einer Wahlbeteiligung von 68,2 Prozent der Spitzenreiter. 58 342 Männer und Frauen waren wahlberechtigt, 33,8 Prozent davon haben auch gewählt, stellte Dekan Andreas Kleefeld fest. Das sei in etwa der Durchschnitt im ganzen Kirchenkreis gewesen (33,3 Prozent).

Die Wahlbeteiligung der Gemeindeglieder 60 Jahre und älter habe bei 40,9 Prozent gelegen. Die Wahlbeteiligung der jungen Gemeindeglieder von 14 bis 16 Jahren habe 36,2 Prozent betragen. Rund ein Drittel der neugewählten Kirchenvorsteher und -vorsteherinnen (33,8 Prozent) sei erstmals in dieses Amt gewählt worden. Und erstmals gebe es auch eine weibliche Mehrheit bei den Amtsträgern: 213 Frauen und 129 Männer.

Die Dekanatssynode freute sich, dass sich die bayerische Landeskirche für die Jugendbildungsstätte Neukirchen ausgesprochen hat. Das vormalige Jugendhaus Neukirchen gehört dann direkt der Landeskirche und nicht mehr dem Dekanat Coburg an. Das Dekanat Coburg werde aber weiterhin im Beirat vertreten sein. Der Landkreis Coburg werde die Jugendbildungsstätte mit 600 000 Euro unterstützen, weitere 400 000 Euro kommen von der Stadt Coburg.

Die Dekanatssynode beschloss den Haushaltsplan des Dekanats für 2019. Er wird einen Umfang von über 4,623 Millionen Euro haben. Mit fast 40 Projekten ist die Evangelische Jugend an den Schulen des Coburger Landes an der Gestaltung der Ganztagsschule beziehungsweise der Ganztagesbetreuung in welcher Form auch immer beteiligt. Nach dem Jahr des Reformationsjubiläums und der bayerischen Landesausstellung sei dies auch erstmals wieder ein "ziemlich normales Haushaltsjahr" gewesen, stellten die beiden Dekane Kleefeld und Kirchberger fest.

Im Coburger Süden ist zum 1. September 2018 die neue Pfarrei Coburg-Süd entstanden. Sie ist aus den vier Kirchengemeinden St. Lukas Coburg/Ketschendorf, Unsere liebe Frau Seidmannsdorf, Martin-Luther-Kirche Creidlitz und Schlosskirche Niederfüllbach entstanden. Zur Pfarrei Coburg Süd gehören rund 5300 Gemeindeglieder. Für sie sind 3,5 Pfarrstellen vorgesehen, von denen im Moment aber nur zwei besetzt seien.

Um die Notfallseelsorge kümmert sich stellvertretend Dekan Andreas Kleefeld, der nach dem Tod von Pfarrer Arnold Kroll kommissarisch auch die Stelle des Schulreferenten vertritt.

Weiter informierten die Dekane auch über das Zusammengehen von Diakonischem Werk und dem Verein "Hilfe für das behinderte Kind", eine eigentlich historische Beziehung, die jetzt auf neue Grundlagen gestellt wird.

Elf evangelische Kindertagesstätten rund um Coburg haben sich zu einem Zweckverband zusammengeschlossen.

Im nächsten Jahr finden die Wahlen zu den Mitarbeitervertretungen (ungefähr einem Personalrat vergleichbar) statt. Die Sitzung am Samstag war die letzte Sitzung der Dekanatssynode in der zu Ende gehenden Amtsperiode. Im Zuge der Kirchenvorstandswahlen werden jetzt aus den Kirchenvorständen die nächsten Synodalen gewählt.

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