Herzogenaurach
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Debatte im Stadtrat: Muss Styropor als Dämmstoff "komplett verteufelt" werden?

Bernhard Panzer Fast verdoppelt wird das Förderbudget der Stadt zur Minderung von CO2 bei Gebäuden. Der Stadtrat stimmte einer Erhöhung auf 150 000 Euro zu. Die Anzahl der Anträge von Bauherren ist we...
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Die Meinungen gehen auseinander: Soll Styropor als Dämmstoff weiter gefördert werden?  Foto: Archiv dpa
Die Meinungen gehen auseinander: Soll Styropor als Dämmstoff weiter gefördert werden? Foto: Archiv dpa

Bernhard Panzer Fast verdoppelt wird das Förderbudget der Stadt zur Minderung von CO2 bei Gebäuden. Der Stadtrat stimmte einer Erhöhung auf 150 000 Euro zu.

Die Anzahl der Anträge von Bauherren ist weiter gestiegen, wie die Klimaschutzbeauftragte Mignon Ramsbeck-Ullmann in der letzten Sitzung ausführte. Schon jetzt habe man mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Der Topf in Höhe von 80 000 Euro werde ausgeschöpft und sollte daher ab dem Jahr 2020 deutlich erhöht werden.

Das sagte auch Bürgermeister German Hacker (SPD). Der große Zugriff auf die Förderbausteine, insbesondere bei Neubau und Gebäudesanierung, sei erfreulich. Allerdings reiche die bereitgestellte Summe dann eben nicht mehr.

In das Förderprogramm wurden auch neue Bausteine aufgenommen. So gibt es künftig auch Zuschüsse für die Fassadenbegrünung und für die Begrünung entsiegelter Flächen. Das freute CSU-Stadtrat Konrad Körner, dessen Fraktion Letzteres ja beantragt hatte. Beim Thema Mobilität fand Bürgermeister Hacker den Förderbaustein für Lastenfahrräder besonders interessant. Ihn würde es freuen, wenn zahlreiche Bürger auf diese Fahrzeuge zugreifen würden. Sie seien ja vielfach nutzbar, für den Einkauf oder den Transport von Kindern und mehr.

Bei Heizungsumstellungen soll der Kauf von saisonalen Speichern gefördert werden. Und es soll künftig einen Öko-Bonus für nachhaltiges Baumaterial geben. Das fand die grüne Stadträtin Retta Müller-Schimmel besonders toll. Aber sie hinterfragte auch, ob bei der Dämmung auch weiterhin Styropor gefördert würde. "Das würde mich stören".

"Mit allen Konsequenzen"

Da das Material weiterhin für die Außendämmung zugelassen ist, werde auch weiterhin gefördert, antwortete Ramsbeck-Ullmann. Das gefiel der Grünen gar nicht. "Wir müssen umdenken, mit allen Konsequenzen", forderte sie. Es müsse rundum gedacht werden. Und schließlich sei Styropor sowohl bei der Herstellung als auch bei der Entsorgung nicht gerade ökologisch wertvoll. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Curd Blank ("Ich danke der Retta. Das kommt selten genug vor") bezeichnete das Material als gefährlichen Abfall. Man sollte das überdenken.

Bürgermeister German Hacker bremste. "Wir fördern ja nicht gezielt das Styropor", sagte er. Gefördert werde die Energieeffizienz. Denn "am Schluss zählt der Energiestandard". Wie der erreicht werde, sei zunächst einmal zweitrangig. Außerdem sollte man das Material jetzt auch nicht komplett verteufeln. Mit ein paar Litern Öl bei der Herstellung ließen sich große Mengen Öl beim Heizen letztlich einsparen.

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