Bad Kissingen

Debakel-Katalog wird schöngeredet

Betrifft: Markus Söder stellt seinen "Masterplan" für Bad Kissingen vor bzw. "Freistaat schreibt Kurhaushotel neu aus" vom 22. Dezember 2015, Bad Kissingen: Wie hieß es im Artikel ...
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Das Luitpoldbad von oben: Mittlerweile stehen im Innenhof noch zwei Archivgebäude, vorne sind Spielcasino und Restaurant untergebracht, im rechten Flügel werden Räume für Vermessungsamt und Finanzkasse vorbereitet, links kommt die Staatsbad GmbH unter. Der Innenhof wird mit Bühnentechnik ausgestattet. Foto: Ralf Ruppert/ Saale-Zeitung
Das Luitpoldbad von oben: Mittlerweile stehen im Innenhof noch zwei Archivgebäude, vorne sind Spielcasino und Restaurant untergebracht, im rechten Flügel werden Räume für Vermessungsamt und Finanzkasse vorbereitet, links kommt die Staatsbad GmbH unter. Der Innenhof wird mit Bühnentechnik ausgestattet. Foto: Ralf Ruppert/ Saale-Zeitung
Betrifft: Markus Söder stellt seinen "Masterplan" für Bad Kissingen vor bzw. "Freistaat schreibt Kurhaushotel neu aus" vom 22. Dezember 2015, Bad Kissingen:

Wie hieß es im Artikel so schön: "Drei Tage vor Heiligabend kam Finanzminister Markus Söder nach Bad Kissingen, um gute Nachrichten mitzubringen." Kein Fünf-Sterne-Hotel, 70 Millionen Investition, Behördenzentrum im Neumann-Flügel. Sind dies wirklich gute Nachrichten? Dass wir kein Fünf-Sterne-Hotel bekommen, war dem Kissinger mindestens seit Januar 2015, wenn nicht schön früher, klar gewesen. Ebenso, dass der Freistaat insgesamt 70 Millionen in Bad Kissingen investiert. Und auch geldmäßig auf das Luitpoldbad gesehen sei Söder gesagt, dass der Staat in der Pflicht und Verantwortung, zwecks Erhaltung, steht. Damit hat die Stadt Bad Kissingen nix zu tun.
Etwas neuer ist allerdings Söders Aussage, dass ab 2020 ein Behördenzentrum (LGL - Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) in den, meines Erachtens, völlig überflüssigen Neumann-Flügel einziehen wird. Darüber dürften sich besonders die noch verbliebenen Hotels sowie die Kissinger Geschäftswelt freuen, und vor allem lockt ein solches Zentrum auch eine Unmenge Touristen nach Bad Kissingen, die dann, wegen dem wunderschönen Beamtenbau, richtig Geld in unserer Stadt lassen werden.
Am Schluss legt Söder dann noch einen damit drauf, dass man eine Neuausschreibung für ein kleines, Vier-Sterne-Hotel und ausreichend Privatwohnungen im Februar 2016 angehen werde. Wenn OB Blankenburg dann noch im TV sagt: Bad Kissingen glaubt an diese Lösung und wird alles tun, um voranzukommen, dann stimmt die Kissinger (Stadt-)Welt ja wieder.
Mir fehlen dazu die Worte. Als Bürger habe ich nach dem ganzen Hotel-Debakel der letzten drei Jahre und den ständigen Fristverlängerungen und Hinhaltungen den Glauben an die Regierung in München verloren. Zwar ist Söders Idee nach einem erneuten Versuch um ein gutes Vier-Sterne-Hotel lobenswert. Jedoch wurde bereits vor vier Jahren die Ausschreibung, laut Feuring, nicht nur auf ein reines Fünf-Sterne-Hotel begrenzt, man hat auch Vier-Sterne-Hotels aus den Fünf-Sternen-Ketten einbezogen, was auch ich mehrfach erwähnte. Der Abriss des ehemaligen Hotel Steigenberger ist und war unnötig und falsch. Ich schätze Markus Söder und vielleicht schafft er es wirklich hier, das Filetstück am Kurgarten mit einem von allen gewünschten Hotel zu bereichern.
Allerdings darf auch die Stadt sehr stark an ihrem Image arbeiten. Da reichen ein vierwöchiger Kissinger Sommer, ein neuer Springbrunnen und eine neue Fußgängerzone bei weitem nicht aus. Es müssen Ideen, wie man Kur, Quellen, Umfeld, Erholung, Gastronomie und auch "Das Erlebnis Bad Kissingen" besser vermarkten kann, schnellstens gedeihen. Spinnereien wie Abschaffung der Sommerzeit mögen erheitern, bringen der Stadt aber bundesweites Gespött. Generell erwarte ich unter "Wirtschaftsförderung" eine Neubesetzung.


Keinerlei Ideen

Wenn von 30 Stadträten nur von Dobschütz, Fix, Schick, Menz, Greubel und vielleicht noch zwei, drei andere immer mit Ideen, Überlegungen und Eingaben von sich reden machen, ist das zu wenig. Da können die restlichen wortlosen Stadträte künftig zusammen mit Sandro Kirchner und Dorothee Bär, die auch keinerlei Ideen für die Stadt haben, in der vom OB gewünschten und erwähnten hochwertigen Gastronomie mit Bar, im ehemaligen Kurhausbad ihre Einfallslosigkeit und das städtische Defizit schönsaufen.
Das sympathische Christkind Söder hat uns jedenfalls kein Geschenk mitgebracht, also warten wir halt auf ein bayerisches Wunder.

Franz-Peter Potratzki
Bad Kissingen
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