Sylbach

Das Zeiler Käppele im Kleinen

Der Sylbacher Siegfried Schwinn stellte seine Miniatur-Nachbauten von Schlössern, Burgen und Kirchen aus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Hobbybastler Siegfried Schwinn (Zweiter von links) hat auch das Zeiler Käppele als Miniatur-Nachbau angefertigt. Viel Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand sind erforderlich, um solche Kunstwerke zu schaffen. Hier erklärt er Besuchern seine Vorgehensweise.  Foto: Hanns Friedrich
Der Hobbybastler Siegfried Schwinn (Zweiter von links) hat auch das Zeiler Käppele als Miniatur-Nachbau angefertigt. Viel Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand sind erforderlich, um solche Kunstwerke zu schaffen. Hier erklärt er Besuchern seine Vorgehensweise. Foto: Hanns Friedrich
+1 Bild

Hanns Friedrich Fasziniert von den filigranen und originalgetreuen Miniaturen der Schlösser und Burgen im Grabfeld, den Haßbergen und der Rhön waren die Besucher der Ausstellung "Burgen und Schlösser im Miniaturformat". Siegfried Schwinn aus Sylbach hat einen Großteil seiner Modelle in Bad Königshofen (Kreis Rhön-Grabfeld) präsentiert und den Besuchern Auskunft über die Arbeitsweise gegeben. Immer wieder hörte er: Das könnte ich nicht, die Geduld muss man haben, Fingerfertigkeit und Geschick, wunderbare Miniatur-Nachbauten.

Viele Details

Das Besondere an der Ausstellung ist, dass Schwinn Nachbauten von Burgen und Schlössern zeigt, die man so im Detail noch nie betrachtet hatte. Hinzu kommen Schlösser wie Klein-eibstadt oder die Synagoge aus Bad Königshofen, die man nur noch von Fotos kennt.

Siegfried Schwinn ist ein echtes Grabfelder Gewächs. Aufgewachsen in Zimmerau, bastelte er schon in der Schule gerne. In den vergangenen 40 Jahren hat er unter anderem die Veste Heldburg, das ehemalige Kloster von Theres, die Burg Königsberg, das Schlösschen Ditfurth in Obertheres, die Kirchen von Untertheres und Alsleben, das Schloss Eyrichshof, Schloss Schwebheim, die Burg Brennhausen, die Burg Lisberg nahe Bamberg, Schloss Sternberg, das Zeiler Käppele, das Wasserschloss Irmelshausen, die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und das Schloss Unsleben im Miniaturformat 1:100 entstehen lassen.

Idee und Vermessen

Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert sagte in seinem Grußwort, dass das Grabfeld und die Haßberge mit Burgen und Schlössern deutschlandweit punkten können. Siegfried Schwinn kennt er bereits seit der Schulzeit und so entstand auch der Kontakt zu ihm und seinem besonderen Hobby.

Wie kommt man auf die Idee mit den Miniaturbauten? Dazu sagte Siegfried Schwinn, dass er, immer wenn er an Burgen und Schlössern vorbeigefahren ist, sich überlegte, dass man das Bauwerk im Kleinen nachbauen könne. Um dies zu realisieren, fotografiert er das betreffende Gebäude von allen Seiten. Dann vermisst er das Gebäude grob und zeichnet einen Plan. Wie geht das mit dem Vermessen vor sich, schließlich sind die Burgen, Schlösser und Kirche hoch?

Siegfried Schwinn schmunzelt und verweist auf seine Frau, die dann mit einer großen Messlatte ausgerüstet ist. Sie fotografiert er vor dem Bauwerk und berechnet danach die Höhe. Anschließend besorgt er sich Bastelholz, das ist heute Bastelspan, Balsaholz und Hobelspäne, teils auch noch Streichhölzer, und beginnt mit seinem Werk.

Angefangen hat alles vor mehr als 40 Jahren. Damals sah Siegfried Schwinn eine nachgebaute Windmühle aus dem Sudetenland. Dies habe ihn damals so fasziniert, dass er beschloss, das auch einmal zu probieren. Dieses Erstlingswerk war ebenfalls in der Ausstellung: eine Mühle.

Schwierig wird es, wenn Gebäude nicht mehr vorhanden sind, wie das Schloss Kleineibstadt oder die Synagoge von Königshofen. "Dann muss ich mich nach Fotografien richten und mit dem auskommen, was ich vorfinde."

Wann entsteht so ein Werk? "Ich muss es sehen und Lust haben, aber wenn es mich gepackt hat, dann lege ich los." Wie viele Stunden er schon investiert hat? "Das kann ich nicht sagen, danach habe ich nie geschaut."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren