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Aurachtal

Das Virus gibt den Takt vor

Alles im Plan, alles gut - das ist die Bilanz der Verantwortlichen der Jugendkapelle Aurachtal. Die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf das Corona-Virus wirken sich aber auf die Planungen aus.
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Dirigent Wolfram Heinlein bei seinem Jahresbericht.  Fotos: Richard Sänger
Dirigent Wolfram Heinlein bei seinem Jahresbericht. Fotos: Richard Sänger
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Bei der Jugendkapelle Aurachtal läuft es gut. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Zahl der aktiven Musiker auf 136 erhöht werden. Bedingt unter anderem durch nun drei aktive Bläserklassen. In der Statistik ist zu lesen: 79 Mitglieder sind unter 18 Jahre alt, 57 über 18 Jahre alt, und in Ausbildung sind 101 Kinder und Jugendliche, die sieben Ausbilder unterrichteten.

Neben den Ehrungen standen aber auch die Neuwahlen der gesamten Vereinsführung auf der Tagesordnung. Dabei gab es aber keine Veränderungen, und der Verein wird weiter vom weiblichen Vorstandsgremium Michaela Stumptner, Gaby Lorenz und Monika Heller-Schmidt geführt.

Zur Jahreshauptversammlung begrüßte Lorenz die beiden Bürgermeister Klaus Schumann (ÜWB) aus Aurachtal und Klaus Hacker (FW) aus Oberreichenbach. Eine der aktuellen Mitteilungen war der Problematik Coronavirus geschuldet. Es wirkt sich bei der Jugendkapelle aus. "Bis zum Ende der Osterferien findet kein Unterricht mehr statt", erklärte Lorenz. Und auch das Frühjahrskonzert, das erstmals als Gemeinschaftskonzert mit der Jugendkapelle Großenseebach geplant war, findet möglicherweise erst im Sommer statt.

Weitere Absagen erwartet

Lorenz erklärte, dass auch das beliebte Spargelhoffest beeinflusst werden könnte und es zu einer Absage führen werde. "Beim geplanten Auftritt am Pfingstmontag auf der Bergkirchweih stirbt die Hoffnung zuletzt", erklärte Lorenz, denn die ausgefallenen Auftritte würden sich auch auf die Kasse auswirken. "Wie in vielen Bereichen müssen auch wir feststellen, dass es immer schwieriger wird, genügend musikbegeisterte Kinder und Jugendliche zu finden, die auch lange genug dabei bleiben, um dann letztlich im großen Orchester ihren Platz zu finden", erklärte Lorenz. In seinem Rückblick berichtete der musikalische Leiter, Wolfram Heinlein, von den Aktivitäten des Nordbayerischen Musikbundes. Es wurden zwei D1-Prüfungen und eine D3-Prüfung erfolgreich absolviert werden. Mit sehr gutem Erfolg nahm zudem ein gemischtes Ensemble in der Altersstufe 1 am Kammermusikwettbewerb teil.

Christine Pölloth, Leiterin des Nachwuchses, berichtete von einem arbeitsintensiven Jahr. Sie zählte die Aktivitäten vom Sommerkonzert "Von Elvis bis Elgar", über einem Auftritt in Oberreichenbach und dem Benefizkonzert "Kinder musizieren für Kinder" auf. Bei letzter Nennung konnten 450 Euro zum Kauf von Instrumenten für die Kita Sonnenschein eingespielt werden. Als einen Höhepunkt für die jungen Musiker bezeichnete Pölloth ein Konzert in der Klosterkirche, wo sich der Nachwuchs von der Akustik der Kirche überrascht und begeistert zeigte. Außerdem startete das Wim-Projekt in Kooperation mit der Grundschule Aurachtal. lm Mittelpunkt dieser Ausbildung steht das aktive Musizieren im Klassenverband und das Kennenlernen der verschiedenen Instrumente. Das ist ein kostenfreier Unterricht für alle Schüler und findet einmal pro Woche statt. Dafür bedankte sich Pölloth bei der Schulleitung und insbesondere bei den Gemeinden Aurachtal und Oberreichenbach sowie bei der Genossenschaftsbank und dem Kulturfonds Bayern, die wesentlich zur Finanzierung des Projektes beitragen. In diesem Zusammenhang bedankte sie sich auch bei aktiven Musikern des Orchesters. Der Dank ging aber auch an die Vereinsführung. Deren Mitglieder springen immer mal wieder ein und setzen sich inmitten der Jüngsten, wenn die eine oder andere Stimme nicht besetzt ist.

Auffallend sei, dass immer wieder Ehemalige zurückkommen und jetzt im "Nachschlag" musizieren. Ebenso positiv falle auf, dass auch Mütter und Kinder in den Orchestern spielen. "Vier Orchester können manchmal auch anstrengend sein, aber es macht ungeheuren Spaß", meinte Pölloth schmunzelnd, als sie von den Auftritten, Ausflügen und Musicalbesuchen erzählte.

Dank für das Engagement

Dem Kassenbericht von Ingrid Brendel war zu entnehmen, dass die finanziellen Verhältnisse geordnet sind. Neben Spenden, Zuschüssen und Mitgliedsbeiträgen trug auch die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Probeheimes zur Finanzierung der musikalischen Ausbildung bei.

Die Eigenleistungen der Musiker und Mitglieder am Probeheim tragen dazu bei, dass die Kosten überschaubar bleiben. So wird in diesem Jahr das Obergeschoss wegen des Ausbaus eines weiteren Proberaumes einen Notausstieg mit Fluchttreppe erhalten.

Die positiven Berichte gefielen auch Bürgermeister Klaus Schumann, der sich auch im Namen seines Amtskollegen aus Oberreichenbach für die Auftritte und Konzerte und Bereicherung des kulturellen Lebens in den beiden Gemeinden bedankte.