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Coburg
Unser Thema der Woche // Gesundheit

"Das Thema Gesundheit boomt"

Die Volkshochschule Coburg hat viele Angebote zur Krankheitsprophylaxe. Weshalb die Fitnesskurse vor Ort keine Konkurrenz zu privaten Anbietern und Vereinen sind und was jeder Einzelne gegen schädliches Dauersitzen tun kann.
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Claudia Abel zeigt ihrer Gruppe Stabilisierungsübungen für den Oberkörper.  Foto: Sven Dörr
Claudia Abel zeigt ihrer Gruppe Stabilisierungsübungen für den Oberkörper. Foto: Sven Dörr

Entspannungsmusik im Hintergrund. Grüne Matten auf Parkettboden – darauf Damen in Sportkleidung. Die Hände stützen den Oberkörper, die Beine sind angewinkelt und drücken sich auf den Mattenboden. Langsam macht Claudia Abel die Übung vor: Sie führt ihren rechten Arm in einer Bogenbewegung unter ihrem Oberkörper durch – hält dabei die Spannung im Rücken. Die Gruppenmitglieder tun es ihr gleich. Wenn Abel ihren Gymnastikkurs hält, ist die Konzentration im Raum spürbar. "Ich versuche, bei meinen Kursteilnehmern ein Bewusstsein für ihren Körper und Bewegung zu schaffen. In erster Linie wollen wir durch die Übungen Körperpartien stärken, die im Alltag oft verkümmern – vor allem durch Dauersitzen", erklärt die Sportwissenschaftlerin das Konzept ihres Wirbelsäulen- Kurses. Der ist Teil des Programms der Volkshochschule (VHS) Coburg.

Fitnessangebot der VHS

Im Gesundheitsangebot des Bildungsträgers sind weitere Fitnesskurse zu finden: Zumba, funktionelles Training mit dem Step oder Aquacycling. "Wir wollen die Menschen an das Thema Bewegung heranführen und die Grundlage legen. Wenn jemand Wettkampfsport oder Muskelaufbau betreiben will, ist er in einem Fitnessstudio oder einem Sportverein besser aufgehoben", erklärt Nadine Düthorn.

Sie ist Bereichsleiterin Gesundheit der VHS und sieht kein Konkurrenzverhältnis zu privaten Anbietern oder Sportvereinen – der jeweilige Ansatz sei zu unterschiedlich.Teilweise finde sogar eine Zusammenarbeit statt. So habe sich eine lokale Fußballmannschaft in der Winterpause mit Aquacycling fit gehalten – eine Anfängergruppe der VHS kooperiere mit den RunningBros Coburg, einem Laufverein. Aus Düthorns Sicht bietet der Einstieg bei der VHS einige Vorteile:

"Man muss sich nicht langfristig binden, sondern kann erstmal reinschnuppern." Gegenüber dem Einzeltraining in einem Fitnessstudio wiederum bestehe an der VHS der Vorteil der Gruppendynamik eines Kurses: "Da bleibt man eher am Ball." Zudem biete die Gemeinschaft eine angenehme Abwechslung.

Auch in Abels Kurs ist das ein wichtiger Faktor: Hier ein angeregter Plausch über den Vormittag – dort ein Gespräch über das Orkantief "Sabine". Natürlich nur vor und nicht während der Übungen.  

Viele Gesundheitsangebote

"Neben den vielen Kursen aus dem Fitnessbereich haben wir noch sehr viel mehr zu bieten", sagt Düthorn. So gebe es Vorträge von Ärzten, Ernährungsberatern und Heilpraktikern – meist zu niedrigen Preisen. "Gerade die Ärzte verlangen oft ein sehr geringes Honorar – und das, obwohl sie die absoluten Gesundheitsexperten sind", erklärt sie.

Angebote für autogenes Training, Pilates oder progressive Muskelrelaxation seien ebenfalls sehr beliebt – auch bei jüngeren Menschen. Durch den Stress und die Hektik der modernen Welt passten gerade diese Kurse gut ins Zeitgeschehen. "Das Thema Gesundheit boomt", sagt Düthorn und gibt zu verstehen, dass auch das Angebot der VHS ein Stück weit an allgemeinen Tendenzen ausgerichtet ist. "Wir orientieren uns schon auch an den Trends. Piloxing klingt wahrscheinlich auch ein wenig spannender als Aerobic." Aber auch die Klassiker würden nach wie vor gut besucht. Ernährungsberatung oder Kochkurse blieben weiter im Angebot – die Nachfrage sei groß.

Gesundheitstipps für den Alltag

Auch ohne großen Aufwand lässt sich etwas für die eigene Gesundheit tun. "Viele Menschen sitzen den ganzen Tag. Dadurch werden die Eingeweide eingeengt, die Atmung wird schwer und der Rücken nimmt oft Schaden", erklärt Abel und rät, sich beim Langzeitsitzen öfters zu räkeln und gelegentlich aufzustehen. Um die Blutzirkulation anzuregen, empfiehlt sie zudem, ab und an mit den Füßen zu wippen.

In ihrem Gymnastikkurs ist das nicht nötig. Das Aufwärmprogramm hat den Puls bereits nach oben gebracht, und die Stabilisationsübungen danach nehmen die Teilnehmerinnen voll in Anspruch.

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