Bamberg

Das Theater mit der Liebe

Vom 18. bis 21. Juli fand im E.T.A.-Hoffmann-Theater das 13. Treffen der Bayerischen Theaterjugendclubs statt. Zwölf Jugendgruppen bayerischer Privat-, Stadt- und Staatstheater präsentierten ihre Arbeiten.
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Der Spielclub Jugend des E.T.A.-Hoffmann-Theaters inszenierte das Stück "Liebe ist ...". Foto: p
Der Spielclub Jugend des E.T.A.-Hoffmann-Theaters inszenierte das Stück "Liebe ist ...". Foto: p

"Liebe!" schallt es wiederholt aus etwa einem Dutzend jugendlicher Kehlen durch den Saal des E.T.A.-Hoffmann-Theaters. Immer wieder befüllt dieses so bedeutungsreiche Wort das Bühnenhaus. Die jungen Menschen vollführen dazu Bewegungen, springen leichtfüßig über die Bretter, die die Welt bedeuten, lassen sich fallen oder suchen die Umarmung mit den Spielpartnern.

Logistischer Kraftakt

Der Spielclub Jugend des E.T.A.-Hoffmann-Theaters hat soeben für die über 200 jugendlichen Teilnehmer des 13. Treffens der Bayerischen Theaterjugendclubs das selbst erarbeitete Stück "Liebe ist ..." präsentiert. "Das Theaterspielen gibt den jungen Menschen die Möglichkeit, durch eine kreative Auseinandersetzung Antworten auf viele Fragen zu finden und neue Fragen zu entdecken", erklärt Saskia Botzner, Theaterpädagogin am Bamberger Theater.

Die Unterbringung und Verpflegung der Teenager war ein organisatorischer Kraftakt. Festivalleiterin Ramona Parino fasst den Aufwand zusammen: "Die Planung für das Festival hat ein Jahr gedauert. Ohne das Engagement aller Abteilungen und die Unterstützung diverser Institutionen, Ämter und ortsansässiger Firmen wäre das nicht möglich gewesen." Auch die Bamberger Spielclubs waren über die Bühne hinaus im Einsatz. Als Paten für die Gruppen anderer Theater oder als Ansprechpartner am Informationsstand sorgten sie dafür, dass sich die Gäste aufgehoben und willkommen fühlten.

Im Laufe des vorangegangenen Treffens 2018 in Regensburg entfachte sich unter den damaligen Teilnehmern eine Diskussion über den Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten auf der Bühne und in den Jugendclubs. "Wir nahmen die damalige Diskussion zum Anlass, beim diesjährigen Festival einen Schwerpunkt in dieser Hinsicht zu setzen. Neben einem Podiumsgespräch zum Thema ,Kreuz und Quer' veranstalteten wir ein sogenanntes genderunspezifisches Kickerturnier. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich aus dem Kostümfundus und der Maske zu bedienen, geschlechtliche Kleiderkonventionen zu überwinden und einfach Spaß zu haben", so Parino. Überhaupt bot das Treffen, das vom Deutschen Bühnenverein Landesverband Bayern gefördert wird, neben den Theaterstücken ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Gesprächen und Workshops an, womit die kulturelle Bildung der Jugendlichen weiter gefördert werden sollte.

Mit dem letzten Festivaltag entfaltete sich unter den Teilnehmern die wehmütige Erkenntnis, Abschied nehmen und eine aufregende gemeinsame Zeit hinter sich lassen zu müssen. "Ich kann nicht glauben, dass gleich alle weg sind und die vier Tage schon vorbei", gibt Lisa vom Spielclub Jugend zu Protokoll.

Wiedersehen 2020

Ein Wiedersehen mit einigen Teilnehmern hat sie schon geplant, bevor das nächste Jugendclubfestival 2020 in Augsburg wieder über 200 theaterbegeisterte Jugendliche an einem Ort zusammenbringen wird. dhu

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