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Münnerstadt

Das Tempolimit zahlt sich aus

Durch Geschwindigkeitsbegrenzungen an der so genannten Pyramide ist die Zahl der Unfälle zurückgegangen. Jetzt gilt auch Tempo 70 in Richtung Münnerstadt.
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Unfallschwerpunkt Pyramide: Weil es hier immer wieder gekracht hat, wurde die Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer begrenzt. Das wird inzwischen auch regelmäßig kontrolliert.  Fotos: Thomas Malz
Unfallschwerpunkt Pyramide: Weil es hier immer wieder gekracht hat, wurde die Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer begrenzt. Das wird inzwischen auch regelmäßig kontrolliert. Fotos: Thomas Malz
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Es war die hohe Zahl von teils schweren Unfällen an der so genannten Pyramide bei Münnerstadt, die zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung geführt hat. Immer wieder stoßen aus Richtung Schweinfurt kommende Autofahrer, die nach links Richtung Nüdlingen abbiegen, mit den vorfahrtsberechtigten geradeaus von Münnerstadt nach Schweinfurt fahrenden, zusammen.

Warum es immer wieder an der eigentlich übersichtlichen Stelle kracht, kann sich Florian Heuring, zuständig für den Bereich Verkehr bei der Polizeiinspektion Bad Kissingen, ebenso wenig erklären, wie sein Vorgänger Lothar Manger das konnte. Es ist eben so. Da half nur eins: Geschwindigkeit runter.

Auf Tempo 70 begrenzt

Ende 2018 wurde die Geschwindigkeit auf der heutigen B 287 (früher B 19) in Richtung Schweinfurt auf 70 Stundenkilometer begrenzt. Nachdem die Unfallkommission noch einmal getagt hatte, stand fest, dass auch in Richtung Münnerstadt auf 70 Stundenkilometer reduziert wird. Mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen will die Unfallkommission zwei Dinge erreichen: "So soll den Verkehrsteilnehmern mehr Reaktionszeit geschaffen und die Unfallfolgen gemindert werden", sagt Florian Heuring.

Es zeigen sich auch schon erste Erfolge. 2018 hat es an der Pyramide sechs Unfälle gegeben, wobei eine Person schwer und fünf leicht verletzt wurden. Ein Jahr später gab es fünf Unfälle mit vier leicht verletzten Verkehrsteilnehmern. Schwer verletzt wurde niemand. Die Verkehrsbehörden und Baulastträger der Straßen werden das Unfallgeschehen weiter beobachten. Sollte es nötig sein, seien weitere Einschränkungen möglich, auch bauliche, so Florian Heuring.

Die Begrenzungen werden auch kontrolliert. In Richtung Schweinfurt standen lange Zeit Hinweistafeln, auf denen die gefahrene Geschwindigkeiten angezeigt wurden, zunächst ohne Konsequenzen für die Temposünder. Inzwischen wird konsequent geblitzt, in beide Richtungen. "Es sind vereinzelt Ausreißer mit knapp 100 Stundenkilometer dabei", sagt Florian Heuring zu den Ergebnissen. Er verweist auf den neuen Bußgeldkatalog, nachdem innerorts bereits ab 21 und außerorts ab 26 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho ein einmonatiges Fahrverbot fällig ist. "Ich glaube schon, dass dies ein Grund ist, dass der Fuß vom Gas genommen wird."

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen und die entsprechenden Kontrollen zielen übrigens nur auf Verkehrsteilnehmer ab, die geradeaus von Münnerstadt in Richtung Schweinfurt und in entgegengesetzte Richtung fahren. Keine Sorgen müssen sich Autofahrer machen, die von Nüdlingen kommend nach rechts in Richtung Schweinfurt oder nach links in Richtung Münnerstadt wollen. Sie müssen ohnehin die Vorfahrt beachten, halten entweder an und reduzieren die Geschwindigkeit stark. Wenn sie nach dem Abbiegen wieder beschleunigen, haben sie die 70 Stundenkilometer möglicherweise bereits überschritten, bevor diese Reduzierung aufgehoben ist. Bußgeld, Punkte oder gar Fahrverbot droht diesen Autofahrern nicht. Ganz einfach, weil bei Geschwindigkeitsmessungen auch gewisse Abstände zum Verkehrsschild eingehalten werden müssen. Sowohl zu den Begrenzungs- als auch zu den Aufhebungsschildern. Soll heißen, dort, wo geblitzt wird, kann es die Abbieger aus Nüdlingen nicht treffen.

In der Regel müsse ein Abstand von 100 Meter zwischen einem Schild und der Messstelle gewahrt bleiben, um dem Verkehrsteilnehmer die Möglichkeit zu geben, kurz nach einem entsprechenden Schild die Geschwindigkeit zu reduzieren, erläutert Florian Heuring. Darauf verlassen können sich die Autofahrer aber nicht. Das sei die Regel, von der es Ausnahmen gibt. Etwa vor Kindergärten, bei denen vielleicht die Geschwindigkeit gerade einmal auf einer Strecke von 100 Meter reduziert wird, gilt diese Regelung nicht.

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