Herzogenaurach
Türmersturm

Das "Städtla" aus luftiger Perspektive

Am Sonntag, 9. September, bietet der Heimatverein Herzogenaurach beim tag des offenen Denkmals um 10, 11 und 14 Uhr Führungen auf den Türmersturm an, der sonst für die Öffentlichkeit nicht zugängig is...
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Am Sonntag, 9. September, bietet der Heimatverein Herzogenaurach beim tag des offenen Denkmals um 10, 11 und 14 Uhr Führungen auf den Türmersturm an, der sonst für die Öffentlichkeit nicht zugängig ist.

Zur Geschichte des Turms weiß der Vorsitzende des Vereins, Klaus-Peter Gäbelein, Folgendes zu berichten: Der Turm bildete einst dem westlichen Abschluss der inneren Stadtbefestigung. 1385/86 wurde die Dachkonstruktion errichtet. Der Turmwächter lebte einst in 28 Metern Höhe. Einschließlich der "welschen Haube", der abgerundeten Kuppel, die 1724 aufgesetzt wurde, misst der Turm 35 Meter.

Mitte des 18. Jahrhunderts

1723 wurde das Stadttor an seiner Seite "eingelegt" (entfernt) und ein Jahr später erhielt der Turm seine heutige Dachgestaltung mit der runden Haube. An den Außenmauern sind noch zahlreiche Zangenlöcher zu erkennen, an denen man große Greifzangen anlegte, als die schweren Sandsteine beim Bau in die Höhe gehievt wurden. An der westlichen Außenseite befindet sich daneben eine Einkerbung, die wohl von einem zur zusätzlichen Sicherung angebrachten Metallgitter (Rechen) stammt. Die Mauerstärke im Untergeschoss misst bis zu zwei Meter, beträgt in Höhe der Turmstube aber nur noch rund 30 Zentimeter. Der Zugang war nicht ebenerdig, sondern er befand sich in knapp fünf Meter Höhe und ist heute als fensterartige Öffnung zu erkennen.

1824 wurde am Turm eine Uhr angebracht, die der Türmer aufziehen musste; außerdem war er gehalten, nach Feuer Ausschau zu halten. Als der letzte Türmer im Ersten Weltkrieg starb, versah seine Witwe zunächst den Türmerdienst. Für 1923 ist ein Herr Schoberth als Bewohner bezeugt; von 1934 bis 1951 war der Turm von einer Familie Süß bewohnt. Ab 1951 hatte hier ein Otto Hirsch aus Bad Windsheim seine Wohnung.

Als Wohnraum genutzt

Mit Unterstützung der Stadt wurde der Turm in der Folge zu einer Wohnung ausgebaut mit Kochnische, Wasser, Toilette und offenem Kamin). Eine Frau Kunert aus Gräfenberg, die als Erzieherin im Schaeffler-Kindergarten arbeitete, wohnte hier während der Woche von 1964 bis 1991 in luftiger Höhe und konnte den Ausblick über die Stadt genießen.

1992/93 wurde die IPA Verbindungsstelle Erlangen (International Police Association) auf der Suche nach einer Bleibe auf die Turmstube aufmerksam und mietete den Turm für interne Veranstaltungen. Edmund Breunig, der damalige Herzogenauracher Polizeichef, und der Leiter der IPA-Verbindungsstelle Erlangen, Klaus Hofmann, waren damals die Initiatoren und das Ehepaar Käthe (Katharina) und Eberhard Alfes fungierten fortan als Verwalter des Turms. Heute hat Heidi Herrmann diese Funktion übernommen.



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