Rödental

Das sieht ja aus wie eine richtige Schule

Während der Sanierung ihrer Grundschule in Einberg fühlen sich Schüler und Lehrer im Gebäude der ehemaligen Firma Living Glass in Oeslau gut aufgehoben. 2021 dürfen sie dann in das modernisierte Gebäude in Einberg zurückkehren.
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Viel Platz in hellen Räumen - für eine Übergangslösung ist die Unterbringung der Grundschule Einberg im ehemaligen Industriegebäude schon sehr gelungen - finden auch die Kinder der 3b. Foto: Rainer Lutz
Viel Platz in hellen Räumen - für eine Übergangslösung ist die Unterbringung der Grundschule Einberg im ehemaligen Industriegebäude schon sehr gelungen - finden auch die Kinder der 3b. Foto: Rainer Lutz

Es sah zwischendurch fast so aus, als würde es nicht klappen. Doch jetzt sind alle Schüler Rödentals dort, wo sie sein sollten. Ein weiteres Mal wird dabei das Gebäude der früheren Firma Living Glass zur Übergangsschule - diesmal für Schüler und Lehrer der Grundschule Einberg.

Zuvor war die Mittelschule mit Mann und Maus in das Gebäude gezogen, das vorher zur Unterkunft für Asylbewerber umfunktioniert worden war. "Wir haben uns schon ganz gut eingelebt", sagt Schulleiterin Claudia Rauch. Ein großes Wort, war doch am Ende alles ziemlich unter Druck geraten. Die Sanierung der Mittelschule sollte ursprünglich im Juli abgeschlossen, das Gebäude am Langer Rain rechtzeitig geräumt sein.

"Die Firmen haben am Ende wirklich noch mal richtig Druck gemacht", bestätigt zwar Bürgermeister Marco Steiner. Doch so ganz konnte die Mittelschule am gewohnten Standort den Betrieb noch nicht aufnehmen, als die Grundschule schon einziehen wollte. "Zeitweise hatten wir beide Schulleitungen hier im Gebäude", sagt Marco Steiner.

In den Ferien wurde mit Hochdruck gearbeitet, auch von den Lehrern. "Ich hatte schon vorher gesagt, dass alle sich die letzten beiden Ferienwochen frei halten sollen. Und es hat keiner gemurrt", sagt Claudia Rauch.

Umzugsfirmen und Bauhof hatten Möbel und Umzugskartons in die Übergangsschule geschafft. Die Lehrer der Grundschule richteten damit ihre Klassenzimmer schon mal ein. Gleichzeitig wurde auch die Mittelschule wieder bezogen, in der dennoch nicht alle Fachräume schon ganz fertig sind - aber bald, versichert Marco Steiner.

Die 3b ist eine von sieben Klassen der Grundschule, es ist die Klasse von Claudia Rauch, die sagt: "Wir haben drei Flexklassen, also eigentlich praktisch zehn." Insgesamt werden derzeit 133 Schüler in dem Gebäude unterrichtet, über das Eltern bei Schuljahresbeginn überrascht sagten: "Das sieht ja wirklich aus wie eine Schule", wie Claudia Rauch berichtet. Durch den Schulbusverkehr haben einige Kinder sogar einen kürzeren Schulweg als früher, weiter sollte er für keines der Kinder sein.

Auch der Sportunterricht soll nur kurze Wege nötig machen. "Die Grundschüler nutzen die Turnhalle der Mittelschule vorrangig", erklärt Marco Steiner. Die Mittelschüler weichen verstärkt auf die Goebel-Halle aus.

Frühestens im Frühjahr 2021, vielleicht auch erst Ende des Schuljahrs 20/21 ist die neun Millionen teure Generalsanierung der Schule in Einberg fertig. Dann steht wieder ein Umzug ins Haus, den zumindest die Kinder der vierten Klassen nicht mehr mitmachen werden. Bis dahin müssen die Lehrer und Schüler im Ausweichquartier kaum Einschränkungen hinnehmen, wenn man davon absieht, dass es in den Klassenräumen keine Waschbecken gibt. "Wir behelfen uns mit einem Wassereimer für den Schwamm zum Tafelwischen", erklärt Claudia Rauch. Trotzdem ist die Lösung am Langen Rain besser als eine Container-Schule, die zudem für die Stadt auch mit höheren Kosten verbunden gewesen wäre, wie Marco Steiner sagt.

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