Bad Kissingen

Das Rathaus ist in Narrenhand

Die Erstürmung versuchte der Oberbürgermeister mit seinem Stadtrat noch abzuwenden, doch ohne Erfolg.
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Oberbürgermeister Kay Blankenburg hatte seinen Stadtrat versammelt, um das Rathaus vor den Narren zu schützen.  Foto: Benjamin Reinisch
Oberbürgermeister Kay Blankenburg hatte seinen Stadtrat versammelt, um das Rathaus vor den Narren zu schützen. Foto: Benjamin Reinisch

Das Rathaus ist in Narrenhänden: Das versuchte Oberbürgermeister Kay Blankenburg mit seinem Stadtrat abzuwenden - vergebens.

Traditionell hatten die Faschingsgesellschaften BTC Garitz und Fidelia Reiterswiesen zum Sturm auf das Bad Kissinger Rathaus geblasen. Unter ihrer Lieblichkeit Jennifer I. zur Linsespitz, bürgerlich Jennifer Dittmar, trafen sich die Närrinnen und Narren auf dem Marktplatz und marschierten mit Begleitung des Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen gen Rathaus.

Schlüssel und Kasse übergeben

Doch Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg und seine versammelten Stadträte wollten weder Rathausschlüssel noch Stadtkasse kampflos herausgeben. So kam es zu einem hitzig-närrischen Wortgefecht. Ordentlich Kritik übten die Elferräte mit ihrer Faschingsprinzessin an Oberbürgermeister und Stadträten beim traditionellen Zwiegespräch. Doch es gab auch Lob: "In der Schützenstraße Eltern und Kinderhorden, der neue Wasserspielplatz ist richtig gut geworden", gab Ihre Lieblichkeit Jennifer I. zur Linsespitz zu.

Bis Faschingsdienstag

Die bonbonwerfenden Stadträte versuchten die mit Kanonenschüssen anstürmenden Narren hinwegzufegen, mit dem vierten Kanonenschuss mussten sie dann aber doch nachgeben. "Übergebt uns Schlüssel und Kasse, die ist eh wieder leer, dann ist sie beim Tragen wenigstens nicht so schwer", forderte Alexander Pusch, Moderator der Fidelia Reiterswiesen.

Bis zum Faschingsdienstag haben die Narren nun die Macht im Rathaus. Am Aschermittwoch müssen sie den eroberten Rathausschlüssel und die Stadtkasse wieder zurückgeben. Nach der närrisch-fröhlichen Machtübernahme feierten dann Oberbürgermeister Kay Blankenburg und Ihre Lieblichkeit Jennifer I. zur Linsenspitz, Stadt- und Elferräte sowie das Gefolge der Narren gemeinsam den Start in die Faschingssaison 2018/2019.

Oberbürgermeister Kay Blankenburg freut sich über die langjährige Faschingstradition: "Das ist Brauchtum, das bei uns gewachsen ist. Die Menschen investieren hier viel Zeit und Mühe, diese Veranstaltungen und auch die Prunksitzungen vorzubereiten und damit anderen Menschen eine schöne Zeit zu gestalten. Dafür bin ich sehr dankbar, und deshalb ist es mir wichtig, dass wir dieses Brauchtum auch pflegen." red

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