Seßlach

Das Rathaus bleibt wie es ist

Eine erneute Umgestaltung des Rathauses käme zu teuer. Das wird unter einigen Schuldzuweisungen so akzeptiert, denn andere Projekte haben Priorität, zum Beispiel die Sanierung des Gemeindehauses Oberelldorf.
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Seit der Sanierung ist das Seßlacher Rathaus ziemlich blass. Dabei bleibt es vorläufig. Die Umgestaltung ist dem Stadtrat zu teuer. Foto: S. Bastian
Seit der Sanierung ist das Seßlacher Rathaus ziemlich blass. Dabei bleibt es vorläufig. Die Umgestaltung ist dem Stadtrat zu teuer. Foto: S. Bastian

Immerhin gibt es nun Klarheit: Die Fassade des Rathauses (Marktplatz 98) zu überarbeiten würde 66 000 Euro kosten. Außerdem müsste die Stadt vermutlich Fördermittel zurückzahlen. 14 000 Euro hat sie für die Neugestaltung des Rathauses an Zuschuss erhalten.

Die Zahlen waren auf einen Antrag der SPD-Fraktion im Stadtrat hin ermittelt worden. Es sei ihm vor allem um Transparenz gegangen, sagte Fraktionssprecher Carsten Höllein: Über die neue Fassade sei 2018 viel in der Bevölkerung diskutiert worden, viele seien der Meinung, das lasse sich für wenig Geld überarbeiten. "Wir wollen niemals diesen Betrag ausgeben. Aber mir gefällt das Rathaus immer noch nicht."

Seit der Sanierung hat das Rathaus keine markante Fachwerkfassade mehr, sondern ist cremefarben. "Ich finde es auch nicht schön", stellte Berthold Borczyk (Freie Wähler/Bürgerblock) fest. "Es passt nicht in unser Stadtbild. Es war die Entscheidung eines Einzelnen. Wir sind nicht gefragt worden." Das hatte auch Carsten Höllein kritisiert: Er werde es nicht hinnehmen, wenn der Stadtrat noch einmal in einer so wichtigen Gestaltungsfrage übergangen werde, sagte er. Denn der Stadtrat hatte im Oktober 2016 eigentlich beschlossen, dass die Fachwerkfassade beibehalten und nicht überputzt werden solle. Lediglich der damalige Bürgermeister und jetzige Landtagsabgeordnete Martin Mittag (CSU) war dagegen. Die konkreten Gestaltungsvorschläge hätten am Ende weder der Stadtrat noch der Bauausschuss zu Gesicht bekommen, sagte Höllein. Mittags Nachfolger Maximilian Neeb (Freie Wähler) wollte das Thema abschließen. Deshalb ließ er es formell beschließen: "Die Fassade des Rathauses (Marktplatz 98) wird nicht neu gestaltet." Ergebnis: einstimmig.

Komplettsanierung

Beschlossen wurde dafür, dass das Gemeindehaus Oberelldorf saniert werden soll. Diese Maßnahme steht schon seit Jahren im (Finanz-)Plan, wurde aber immer wieder verschoben. Die aktuelle Kostenschätzung besagt, dass die Sanierung von Erdgeschoss und Dach 245 000 Euro kosten würde. 75 000 Euro muss die Stadt Seßlach übernehmen, den Rest trägt das Amt für Ländliche Entwicklung dank Dorferneuerung. Beschlossen wurde außerdem, dass die Wohnung im Obergeschoss gleich mitsaniert werden soll (100 000 Euro; nach Zuschussmöglichkeiten wird gesucht). "Das wäre ein Schildbürgerstreich, es jetzt liegenzulassen" bestätigte Manfred Eichler (CSU) seinen Vorredner Berthold Borczyk. Der Stadtrat entschied auch, dass die Verwaltung die Gesamtmaßnahme baldmöglichst ausschreiben soll, auch wenn der Haushalt noch nicht verabschiedet ist. Das soll im März geschehen. Finanziell sei die Sanierung neben allen anderen anstehenden Maßnahmen "durchaus umsetzbar", sagte Bürgermeister Neeb.

Leihauto für alle

Ausführlich setzte sich der Stadtrat mit dem Angebot der Firma Mikar auseinander, im Stadtgebiet ein allen Bürgern zugängliches Leihauto zu stationieren. Wie Geschäftsführer Karl-Heinz Kaiser erläuterte, gibt es solche Fahrzeuge schon an 46 Standorten. "Auf dem Land hat man ein Auto. Was man nur gelegentlich braucht und gerne leiht, ist ein Neunsitzer-Bus", sagte er: für Vereinsfahrten, Familienausflüge oder Umzüge. Mikar finanziere ein solches Fahrzeug zu 80 Prozent über Sponsoren. Die Vermietung erfolgt über eine App. Wer das Auto buchen will, muss sich als Nutzer bei Mikar registrieren lassen. Die Stadt selbst habe mit dem Auto keine Last, werde aber für drei Punkte gebraucht, sagte Kaiser: Zum einen soll sie die Sichtprüfung der Fahrerlaubnis vornehmen bei den Fahrern, die sich bei Mikar registrieren. Denn nur mit gültigem Führerschein wird die Buchungs-App freigeschaltet. Zum anderen soll die Stadt einen gut erreichbaren Stellplatz zur Verfügung stellen, auf dem das Auto stationiert wird. Zum dritten soll die Stadt helfen, Sponsoren und Nutzer zu werben. Der Hauptverwaltungsausschuss wurde ermächtigt, die Verträge mit dem Unternehmen abzustimmen und abzuschließen.

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