Erlangen
Demonstrationsfläche

Das Projekt "Stadtgärtnern" zieht aus Erlangen an neue Standorte

Nicht nur das Gartenjahr neigt sich dem Ende zu - auch das Erlanger Urban-Gardening-Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft un...
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Nicht nur das Gartenjahr neigt sich dem Ende zu - auch das Erlanger Urban-Gardening-Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth endet in diesen Tagen: Die Demonstrationsflächen am Erlanger Forstamt werden abgebaut - doch nach dem Winterschlaf geht es in die nächste Runde. So wandern die Module an neue Standorte weiter und sollen in anderen Städten Lust auf den urbanen Gemüseanbau machen, teilt die LWG mit.

Zwei Jahre konnten die Erlanger den Demonstrationsgarten besuchen. Auf der Schaufläche vor dem Forstamt in der Universitätsstraße waren nicht nur traditionelle Hochbeet-Varianten zu sehen. Man konnte sich auch über das mobile Gärtnern in Kisten und Säcken oder über das vertikale Gärtnern an der Hauswand informieren. Besonderen Zuspruch fand dabei das "Wasserbeet", in dem Salate und Kräuter pflegeleicht und gesund heranwachsen.

Bewässerung wird verbessert

Ein absoluter Hingucker während der beiden Gartenjahre war die Vertikalbegrünung mit Gemüse von der Hauswand. Allerdings zeigte sich, dass die Technik noch verbessert werden muss. Denn in den heißen Sommern 2018 und 2019 stieß die automatische Bewässerung an ihre Grenzen. Nun werden die Versuche ausgewertet und die Systeme zur besseren Praxistauglichkeit weiterentwickelt, so die Pressemitteilung weiter.

Die Höhepunkte im Gartenjahr 2019 verbargen sich im hinteren Forstamtsgarten. "Fisch trifft Pflanze" galt in einer Aquaponik-Anlage, in der man Karpfen schwimmen sehen konnte. Dort wurde das Wasser aus dem Fischbecken in einem Kreislaufsystem den Pflanzen zugeführt, Stickstoff und Nährstoffe wurden über deren Wurzeln entnommen und den Fischen wieder zugeführt. Gleich daneben stand eine "Terrabioponik"-Anlage, in der ein Regenwurmkompost die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen ebenfalls in einem geschlossenen Kreislauf übernahm.

Interessierte Studenten

Das Angebot von Workshops und Führungen vor Ort, bei denen Wissen rund um das "Stadtgärtnern" vermittelt wurde, ist von den Erlangern gut angenommen worden und wurde vor allem von Studenten genutzt. "Ich hätte nicht geglaubt, dass unser Urban-Gardening-Demonstrationsgarten in Erlangen so guten Zuspruch erfährt", freute sich der Leiter der Unteren Forstbehörde, Peter Pröbstle.

Unterstützt durch die Erfahrungen in Erlangen trägt die LWG Veitshöchheim nun die Idee des "Stadtgärtnerns" in die anderen Regierungsbezirke Bayerns. In Oberfranken und Unterfranken entstehen momentan die ersten beiden Demonstrationsgärten nach dem Erlanger Vorbild. So werden Flächen am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bamberg und vor dem Olympia-Morata-Gymnasium in Schweinfurt in Urban-Gardening-Oasen umgewandelt. red

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