Küps
Geschichte

Das Obere Schloss in Küps gibt zur Kirchweih einige Geheimnisse preis

Im Rahmen des Kommunalen Denkmalkonzeptes wurden für zwei ortsbildprägende Gebäude in Küps Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Die Gesamtprojektsumme beläuft sich hierbei auf rund 109 000 Euro. 90...
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Die erste Blütezeit des Oberen Schlosses in Küps lag laut Historikern in der Mitte des 16. Jahrhunderts.  Foto: Archiv
Die erste Blütezeit des Oberen Schlosses in Küps lag laut Historikern in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Foto: Archiv
Im Rahmen des Kommunalen Denkmalkonzeptes wurden für zwei ortsbildprägende Gebäude in Küps Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Die Gesamtprojektsumme beläuft sich hierbei auf rund 109 000 Euro. 90 Prozent dieser Kosten werden vom Landesamt für Denkmalpflege übernommen. Die ersten Ergebnisse dieser Detailarbeit liegen nunmehr für das Obere Schloss in Küps - Haus Schemenau genannt - vor. Als Auftakt zur Küpser Kirchweih am kommenden Wochenende möchte daher Bürgermeister Bernd Rebhan diese Ergebnisse der Bauforscher am Mittwoch, 25. Juli, ab 19.30 Uhr im Luthersaal in Küps der Öffentlichkeit vorstellen.


Erkentnisse durch Dr. Kohnert

Rebhan ist die Wiederbelebung und Aktivierung des Küpser Ortskerns ein Herzensanliegen. Deshalb freut er sich sehr, dass interessante Erkenntnisse über die Historie und Baugeschichte des Oberen Schlosses zum Vorschein kamen, dank der Detailarbeit durch Tillmann Kohnert vom Büro für Bauforschung aus Bamberg
Sowohl geschichtlich als auch kunstgeschichtlich und architektonisch darf man dieses Gebäude als eine Sehenswürdigkeit bezeichnen. Es erhebt sich oberhalb der Rodach auf einer Anhöhe neben der Jakobikirche und wird als ehemaliger Eigentümer auch dem Freiherrn Weigand von Redwitz zugeschrieben, der 1522 bis 1556 in Bamberg als Fürstbischof Zepter und Krummstab führte. Später wurden in den weiträumigen Gemächern jahrhundertelang die Verwaltungsgeschäfte des Redwitzschen Geschlechtes geführt, bis der Besitz nach mehrmaligem Verkauf schließlich 1859 Sitz der Getreidegroßhandlung Rosenbaum & Söhne und ab 1886 Sitz der Korbwaren-Manufactur Gagel & Schemenau wurde.
Heinrich Schemenau kaufte das Anwesen 1886 in stark heruntergekommenem Zustand. 1919 übernahm sein Sohn Kurt Firma und Haus des inzwischen verstorbenen Vaters. Vom Abschwung der Korbmacherei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieb auch die Firma Gagel & Schemenau nicht verschont, so dass sich das Unternehmen nicht mehr trug und aufgegeben werden musste. Das Haus diente von da an nur noch Wohnzwecken. Bei der Einnahme von Küps durch die Amerikaner im April 1945 wurde das Dach des Hauses so schwer getroffen, dass es selbst noch Jahre später nur provisorisch gedeckt war. Während des Beschusses fanden viele Küpser in den Kellergewölben des Oberen Schlosses Schutz - einigen Heimatvertriebenen diente es als erste Unterkunft in der neuen Heimat.


Vortrag kostenlos

Der Bericht von Dr. Tillmann Kohnert wird sicher viele neue Details zur Geschichte dieses wundervollen Gebäudes, das noch einen neuen Eigentümer sucht, zum Vorschein bringen. Bürgermeister Rebhan ist in jedem Fall schon sehr gespannt und freut sich auf viele Interessierte. Die Teilnahme an dem Vortrag ist kostenlos.
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