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Theisenort
Münz- und Geldscheinbörse

Das "Notgeld" erreichte schwindelerregende Nennwerte

Die Münzfreunde Kronach laden wieder zur Münz- und Geldscheinbörse am Sonntag, 1. Dezember, in die Mehrzweckhalle des TSF Theisenort ein. Von 9 bis 16 Uhr sind wieder Raritäten, ja sogar Unikate von G...
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Eine der Inflationsmünzen ist dieses 500 Mark- Stück. Foto/Repro: K.- H. Hofmann
Eine der Inflationsmünzen ist dieses 500 Mark- Stück. Foto/Repro: K.- H. Hofmann

Die Münzfreunde Kronach laden wieder zur Münz- und Geldscheinbörse am Sonntag, 1. Dezember, in die Mehrzweckhalle des TSF Theisenort ein. Von 9 bis 16 Uhr sind wieder Raritäten, ja sogar Unikate von Geldscheinen und Münzen ausgestellt.

Es ist eine interessante Zeitreise in die Währungsepochen über Jahrhunderte hinweg. Dazu wird Oliver Fischer, Vorsitzender der Münzfreunde Kronach und Initiator und Organisator der Veranstaltung einen kleinen Einblick in deutsche Inflationsmünzen 1923 geben.

Im Vergleich zu den unzähligen Geldscheinen aus der deutschen Inflationszeit 1922 bis 1923 mit Werten bis zu 100 Billionen Mark gibt es eine überschaubare Anzahl Münzen aus dieser Zeit. Sie lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Inflations- und Notmünzen von staatlichen Stellen sowie Gedenk- und Sammlerprägungen. Letztere waren eigentlich nicht für den Zahlungsverkehr gedacht. Das Gesetz über die Ausprägung von Ersatzmünzen vom Februar 1922 erlaubte die Herstellung von Münzen bis zu einem Nominalwert von 1000 Mark. Hergestellt wurden Münzen zu 200 und 500 Mark in Millionenauflage.

In den Umlauf kamen diese Münzen aber selten, da man sich wegen der galoppierenden Inflation 1923 kaum etwas dafür kaufen konnte. Im August 1923 wurde die Grenze für den Nennwert von Münzen auf eine Million Mark erhöht. So emittierte die Hamburgische Münze Notmünzen im Nennwert von 200 000 Mark und einer halben Million Mark.

Das Notgeld der Provinz Westfalen zählt zu den Gedenk- und Sammlerprägungen. Die Landesbank Westfalen ließ "Notgeld" im Nennwert von einer Mark bis einer Billion Mark herstellen. Diese Stücke wurden vor allem an Münzsammler verkauft. Der Erlös kam sozialen Zwecken zugute. Auf den Wertseiten der Münzen ist das springende Westfalenross zu sehen. Die Bildseiten variieren etwas. Fast immer ist der Kopf des Freiherrn vom Stein zu sehen, nur bei einigen Ausgaben ist das Brustbild von Annette von Droste-Hülshoff (Schriftstellerin und Komponistin) abgebildet. Das Ein-Billionen-Mark-Stück zählt heute zu den seltenen Notprägungen.

Die Katalogpreise für solche Stücke bewegen sich je nach Erhaltung aktuell bei 300 bis 1500 Euro. Zum Vergleich: Die Katalogpreise für die 200- und 500- Mark-Stücke des Deutschen Reiches liegen weit darunter. Die seltenste Variante des 500-Mark-Stückes aus der Münzstätte Hamburg (Prägebuchstabe J) wird im Katalog je nach Erhaltung immerhin im zweistelligen Euro-Bereich bewertet. Die Preise der anderen Varianten liegen noch weit darunter.

Ende 1923 folgte die Rentenmark

Mit der Währungsreform am 15. November 1923 war auch die Zeit der Inflations- und Notmünzen endgültig vorbei. Es wurde die Rentenmark eingeführt. Für eine Billion "alte" Mark gab es eine Rentenmark. Eine Rentenmark war wiederum ungefähr 24 US-Cent wert.

Diese und viel mehr Informationen und Betrachtungen ermöglicht ein Besuch der Münz- und Geldscheinbörse in Theisenort am kommenden Sonntag, 1. Dezember, von 9 bis 16 Uhr in der Mehrzweckhalle des TSF Theisenort. eh

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