Coburg
Miteinander

Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt Wilna feiert sein zehnjähriges Bestehen

Im August 2009 bezogen die ersten Bewohner ihre barrierefreien Wohnungen in der Pettenkoferstraße 4. Das Altersspektrum reichte von 19 bis 88 Jahren. Am Samstag, 14. September, findet um 11 Uhr im Hau...
Artikel drucken Artikel einbetten

Im August 2009 bezogen die ersten Bewohner ihre barrierefreien Wohnungen in der Pettenkoferstraße 4. Das Altersspektrum reichte von 19 bis 88 Jahren. Am Samstag, 14. September, findet um 11 Uhr im Haus eine Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen statt. Interessierte sind willkommen.

"Mehrere Generationen unter einem Dach, die eine lebendige Nachbarschaft pflegen" lautet das Motto für das Wohnprojekt.

Das erste alternative Wohnprojekt in Coburg - eine Wohnungsgemeinschaft - wurde damals nach drei Jahren Vorarbeit Wirklichkeit. Begonnen hatte die Geschichte im Awo-Treff am Bürglaßschlösschen Anfang 2005, als zwei Frauen - die in Berlin gelebt und gewohnt hatten - im Alter wieder zurück nach Coburg kommen wollten. Sie erkundigten sich nach Adressen von Seniorenwohngemeinschaften. Der Awo-Treff organisierte Veranstaltungen zum Thema Gemeinschaftliches Wohnen und traf sich regelmäßig mit Interessierten, bis sich nach zwei Jahren eine feste Gruppe von Engagierten gefunden hatte. Ein schriftliches Konzept für eine Wohnungsgemeinschaft wurde erstellt und man fand mit der Wohnbau der Stadt Coburg einen Bauträger, der bereit war für die Initiative ein geeignetes Objekt zu sanieren und anschließend zu vermieten.

Dazu war es allerdings rechtlich erforderlich, Mietverhältnisse vorweisen zu können. Deshalb wurde im April 2008 der Verein Awo Gemeinschaftswohnen in Coburg e. V gegründet.

Die ersten Mieter waren zwei junge Mädchen, die sich eine Dreizimmerwohnung teilten. Außerdem kam eine Frau (88), die aus dem betreuten Wohnen auszog, um echte Nachbarschaft zu leben, und eine Witwe (77), die es satthatte allein zu wohnen.

Nach zehn Jahren bewohnen 20 Menschen das Haus. Sie organisieren gemeinsame Veranstaltungen, treffen sich regelmäßig mit einer Mitarbeiterin des Awo-Mehr-Generationen-Hauses zu einer moderierten Besprechung und haben schon so einiges gemeinsam gemeistert.

Wie groß die gegenseitige Unterstützung in der Gemeinschaft ist, veranschaulichen nur einige Beispiele aus dem Leben in "Wilna": Eine Bewohnerin wurde von ihrem Mann gemeinsam mit Pflegepersonal und engagierten Mitbewohnerinnen bis zum Lebensende in den "eigenen vier Wänden" gepflegt. Eine ältere Dame erhielt von einem jungen Mitbewohner, der selbst im Rollstuhl sitzt, Unterricht in der Benutzung des Rollstuhls. Die Warteliste ist lang, noch wurde kein geeignetes Objekt gefunden, das eine Heimat für ein zweites gemeinschaftliches Wohnen böte. red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren