Forchheim

Das Labormobil kommt

Umweltschützer untersuchen auf dem Paradeplatz Brunnenwasser aus heimischen Gärten. Nitrat-, Säure- und Salzgehalt werden sofort bestimmt. Eisen-, Phosphat- oder Bakterienwerte kann man sich schicken lassen.
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Harald Gülzow untersucht Brunnenwasser. Einige Werte kann man sofort für zwölf Euro ermitteln lassen. Foto: privat
Harald Gülzow untersucht Brunnenwasser. Einige Werte kann man sofort für zwölf Euro ermitteln lassen. Foto: privat
Bei sommerlichen Temperaturen steigt der Wasserverbrauch wieder an. Kinder wollen planschen und das selbst angebaute Gemüse sowie die Blumen müssen täglich bewässert werden. "Leitungswasser ist kostbar - es ist sinnvoll, damit sparsam umzugehen und im Garten das Wasser aus dem eigenen Brunnen zu verwenden", sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Doch leider verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser der landwirtschaftlich intensiv genutzten Region.
Auch können durch verschiedene Einflüsse Krankheitserreger ins Wasser geraten. Ob das selbst geförderte Wasser für das Befüllen des Planschbeckens, Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann man am Labormobil der Gewässerschutzorganisation erfahren. Es hält am Montag, 28. August, auf dem Paradeplatz in Forchheim.
Wasserproben nehmen die Umweltschützer von 15 bis 17 Uhr am Labormobil entgegen. Die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro vor Ort durchgeführt, so dass der Bürger schon gegen Ende der Aktion sein Ergebnis wieder abholen kann. Brunnenbesitzer, die ihr Brunnenwasser auch auf weitere Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien gegen Kostenbeteiligung untersuchen lassen möchten, bekommen das Ergebnis mit einer Bewertung per Post zugesandt.
Doch keiner wird mit seinen Messwerten alleingelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät, sobald die entsprechenden Messergebnisse vorliegen, ob das Wasser zum Gießen, zum Befüllen des Planschbeckens, zum Waschen oder sogar zum Trinken geeignet ist.
Außerdem beantwortet Diplom-Physiker Harald Gülzow immer freitags zwischen 9 und 12 Uhr Fragen unter Tel. 02831/ 9763342. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollen zur Probenentahme und Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei 0,5 l Flaschen aus Kunststoff, die bis zum Rand gefüllt werden.
Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um eine Belastung und deren Ursache zu besprechen.
"Bürger, die Brunnenwasser nutzen, haben das gleiche Ziel wie der VSR-Gewässerschutz: Das Grundwasser soll möglichst unbelastet sein", betont Susanne Bareiß-Gülzow. Die Ergebnisse der VSR-Gewässeruntersuchungen werden deshalb in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlicher zu erkennen. Sie können auf der Homepage der Gewässerschützer auf www.VSR-Gewässerschutz.de eingesehen werden.


Nitrat im Grundwasser

Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger in der Landwirtschaft. Bei den von den Landwirten und Gartenbaubetrieben aufgebrachten Gülle, Gärreste und Mineraldüngern besteht jedoch immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen wird. Dann kommt es häufig zur Nitratbelastung des Brunnenwassers. Bei höheren Nitratkonzentrationen ist das Wasser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zum Trinken geeignet.
Auch die Verwendung im Garten zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs ist eingeschränkt. Beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu kennen. Unnötige Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem die Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.


Eisen im Grundwasser

Höhere Eisenkonzentrationen stören bei der Nutzung des Brunnenwassers. Sie weisen bei gleichzeitigen Vorkommen von geringen Nitratkonzentrationen aber auch auf einen guten Nitratabbau im Grundwasser hin. In vielen Gegenden kommt im Untergrund Pyrit, eine Eisen-Schwefel-Verbindung vor.
Bakterien können diese Verbindung nutzen, um Nitrat abzubauen. Es entsteht Stickstoff, Eisen und Sulfat. Somit führt ein starker Nitrateintrag in diesen Gebieten zu hohen Eisenkonzentrationen. red

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