Höchstadt a. d. Aisch
Vortrag

Das jüngste Opfer war drei Jahre alt

Nein, es war kein Zufall, dass der Vortrag über den jüdischen Friedhof in Zeckern beim Heimatverein in Höchstadt genau am 79. Jahrestag der Reichspogromnach...
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Nein, es war kein Zufall, dass der Vortrag über den jüdischen Friedhof in Zeckern beim Heimatverein in Höchstadt genau am 79. Jahrestag der Reichspogromnacht stattfand. Man habe damit einem wichtigen historischen Datum Rechnung getragen, so Heimatvereinsvorsitzender Georg Römer. Die Referentin Christiane Kolbet, seit Anfang 2017 Mitglied des Vereins, erläuterte dem interessierten Publikum jüdische Bestattungsriten und einige Symbole, die sich auf den zum Teil schon sehr verwitterten Grabsteinen in Zeckern finden.
 


Rabbiner und Unternehmer

Auch Menschen mit klangvollen Namen haben ihre letzte Ruhestätte in Zeckern gefunden. So z. B. Baile Marschütz, die Urgroßmutter von Carl Marschütz, der Ende des 19. Jahrhunderts in Nürnberg die Hercules-Werke gegründet hatte, oder Abraham Löb Stein, Vater des prominenten Frankfurter Rabbiners Leopold Stein. Betroffenheit machte sich breit in Anbetracht der Tatsache, dass sich unter den dreißig Menschen, deren Namen auf dem Gedenkstein für die Holocaustopfer stehen, auch sechs Adelsdorfer Kinder befinden. Das jüngste von ihnen, Max Stühler, war gerade einmal dreieinhalb Jahre alt, als es deportiert wurde.
 


Wichtiges Kapitel

Auch wenn es in Höchstadt selbst nach dem Mittelalter keine jüdische Gemeinde mehr gegeben hatte, so sei doch die Geschichte der Juden im Aischgrund Teil der gemeinsamen Vergangenheit, so Christian Plätzer, der als Lehrer am Gymnasium in Höchstadt und Leiter des Heimatmuseums in Höchstadt vielen Menschen Geschichte vermittelt. Der Heimatverein plant weitere Veranstaltungen mit der Referentin, so unter anderem über den Volksaufstand im Jahr 1699, an dessen Ende die letzten Hinrichtungen in Höchstadt stattfanden. red
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