Hofheim i. UFr.

Das Hofheimer Land hat gute Chancen

Die Gemeinde-Allianz aus dem nördlichen Landkreis nimmt am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis teil.
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Im Bürgerzentrum in Hofheim stellte die Hofheimer Allianz ihre Trümpfe vor, mit denen sie in den Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis startet. Vorsitzender Wolfgang Borst (am Laptop) erläuterte die Bemühungen der Allianz. Foto: Martin Schweiger
Im Bürgerzentrum in Hofheim stellte die Hofheimer Allianz ihre Trümpfe vor, mit denen sie in den Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis startet. Vorsitzender Wolfgang Borst (am Laptop) erläuterte die Bemühungen der Allianz. Foto: Martin Schweiger

Die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land wurde für den Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 als Vertreter Bayerns nominiert. Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) hat den Verbund aus sieben Kommunen im Kreis Haßberge zusammen mit ihren Ressortleitern aus den Vorschlägen der sieben Ämter für Ländliche Entwicklung in Bayern ausgewählt.

Der Europäische Dorferneuerungspreis richtet sich an Dörfer, Gemeinden und interkommunale Verbünde, die ganzheitliche Entwicklungsprozesse in Gang gebracht haben, um sich den aktuellen Herausforderungen des ländlichen Raumes zu stellen, wie beispielsweise dem Bevölkerungsrückgang und der Verödung von Ortskernen. Wert wird dabei besonders auf die Einbindung aller Bevölkerungsgruppen und die Bildung von Kooperationen und Netzwerken gelegt.

Der Wettbewerb wird seit 1990 alle zwei Jahre von der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung ausgetragen. 2020 steht er unter dem Motto "Lokale Antworten auf globale Herausforderungen".

Wolfgang Borst, Bürgermeister der Stadt Hofheim und Vorsitzender der Gemeinde-Allianz, freut sich, dass das Hofheimer Land für den Freistaat Bayern antreten darf: "Wir freuen uns sehr über die Nominierung durch das bayerische Landwirtschaftsministerium. Das ist ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit, die wir in der Gemeinde-Allianz in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Bürgern, Vereinen und Fördermittelgebern geleistet haben. Egal, wie wir abschneiden, die Nominierung bestärkt uns, die nachhaltige Entwicklung in unseren Mitgliedsgemeinden mit ihren 53 Ortsteilen weiter voranzutreiben. Aber gewinnen wollen wir natürlich schon."

Die Gemeinde-Allianz im Hofheimer Land besteht seit 2008. Seitdem wurden jede Menge Projekte gemeinsam umgesetzt. Durch die Auflage eines Förderprogramms konnten beispielsweise bereits rund 300 Leerstände beseitigt werden. In 13 Orten sind mit Unterstützung der Bevölkerung Dorfgemeinschaftshäuser entstanden, die zu einem Netzwerk zusammengeschlossen sind. Zudem tragen mittlerweile vier Dorfläden im Allianzgebiet zur Verbesserung der Nahversorgung bei.

Bis 14. Februar 2020 hat die Gemeinde-Allianz Zeit, ihre Bewerbungsunterlagen einzureichen. Das ist eine Herausforderung. Denn neben der Bewerbungsmappe in Textform werden von allen Bewerbern Fotos, Plakate und diverse Pläne verlangt. Mit weiterem Informations- und Präsentationsmaterial haben die Teilnehmer zudem die Möglichkeit, sich mit den eigenen Bewerbungsunterlagen von Mitbewerbern abzuheben. Im Mai und Juni 2020 bereist dann die Jury alle Teilnehmerorte.

Die Preisträger werden im Sommer 2020 bekannt gegeben und im Gewinnerort von 2018, dem österreichischen Hinterstoder, prämiert. Alle interessierten Bürger haben die Möglichkeit, sich über die Social-Media-Kanäle der Gemeinde-Allianz über den Bewerbungsprozess zu informieren. Jeder Like bei Facebook und jeder Follower bei Instagram unterstützt außerdem die Bewerbung der Gemeinde-Allianz für den Wettbewerb. Denn getreu dem Motto ist im Zeitalter der globalen Vernetzung und fortschreitenden Digitalisierung auch die Social-Media-Präsenz eines von vielen Kriterien, bei denen es die Jury zu überzeugen gilt.

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Bürgerzentrum in Hofheim räumte Beatrix Drago vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern der Gemeinde-Allianz gute Chancen ein: "Wenn jemand für Bayern ins Rennen gehen kann, dann das Hofheimer Land", meinte sie. Dass die Hofheimer Allianz bereits lokale Antworten auf globale Herausforderungen gefunden hat, zeigen laut Borst die Zahlen: Seit dem Jahr 2012 ziehen nach seinen Angaben mehr Bürger in das Gebiet der Allianz als weg. Dies sei auch ein Verdienst des Leerstandsmanagements. Rund 100 Flüchtlinge leben laut Borst derzeit im Hofheimer Land. Die Integration sei dadurch gelungen, dass nur kleine Gruppen von Flüchtlingen auf viele Orte verteilt und nach Nationalität und Religion aufgeteilt wurden. Außerdem habe die Allianz mit der Integrationsbeauftragten Kerstin Brückner eine Ansprechpartnerin, die den Geflüchteten bei der Arbeits- und Wohnungssuche hilft.

Auch im Bereich des Tourismus kann das Hofheimer Land mit steigenden Übernachtungszahlen punkten. Zwischen 2010 und 2018 stiegen die Übernachtungen im Hofheimer Land um 84 Prozent.

Insgesamt gibt es zwischen 25 und 30 Bewerber um den Europäischen Dorferneuerungspreis. Sie kommen aus Deutschland und Österreich und umgebenden Ländern. Aus Deutschland nehmen Bewerber aus sieben bis acht Regionen teil.

Geld für den Sieg gibt es nicht. Der Erfolg kann jedoch vermarktet werden. Zudem gebe es ein großes öffentliches Interesse, sagte Beatrix Drago. "Das ist mit Geld nicht zu bezahlen."

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